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Ulrich Schrauth, künstlerischer Leiter VRHAM! © VRHAM!

VRHAM! 2019: Grenzenloses Erleben

Das Virtual Reality & Arts Festival Hamburg verspricht ein ganz neues Kunsterlebnis. Hamburg News hat es ausprobiert

In virtuellen Welten ist alles möglich. Ohne Rücksicht auf physikalische Grenzen lassen sich fantastische Welten oder realistisch programmierte Umgebungen erkunden. Nur mit VR-Brille und Joystick, dafür aber ohne Gefahr für Leib und Leben, werden so auch Katastrophen- oder Kriegsszenarien erlebbar. Und da Erfahrungen in der virtuellen Welt zu realen Gefühlen führen, erlaubt das Eintauchen in ´VR- Experiences` einen nachhaltigen Erkenntnisgewinn.

Vielseitige Erfahrungen möglich

Die Bandbreite der Experiences bei VRHAM! vom 7. bis 15. Juni im Hamburger Oberhafenquartier reicht von 360°-Kunst und Augmented Art, über virtuelle Konzerte und immersives Tanztheater, bis zu einer interaktiven Reise in das durch den Irakkrieg weitgehend zerstörte Fallujah, wo immer noch versteckte Sprengfallen das Leben der Rückkehrer bedrohen. Ergänzt wird das neuntägige Festival durch ein Diskursprogramm mit Keynotes, Artist Talks und Diskussionsrunden.

Virtual Reality Headquarter

VR ist perfekt für die Kunst

„VRHAM! ist eine ganz neue Form des Festivals, die es den Besuchern erlaubt, VR-Kunst aus vielen verschiedenen Perspektiven heraus kennenzulernen“, erklärt VRHAM-Kurator Ulrich Schrauth. Einige Experiences seien zudem so konzipiert, dass sie ein Gemeinschaftserlebnis ermöglichen. Beim Erleben steht dabei immer die Kunst im Vordergrund, weniger die Technik. „VR ist perfekt für die Kunst“, betont Schrauth. „Denn Kunst ist immer auf der Suche nach der perfekten Immersion, möchte den Rezipienten hineinsaugen ins Geschehen – ob im Theater, Film oder in der Bildenden Kunst. Und durch VR werden die Besucher zu einem Teil der künstlerischen Erfahrung.“

VR im Selbsttest durch Hamburg News

Aber ist die VR-Erfahrung wirklich so intensiv? Hamburg News hat es ausprobiert. In Conscious Existence von Marc Zimmermann taucht der User ein in ein Kaleidoskop aus Farben und Formen, das sich in unterschiedliche Welten verwandelt und so eine utopische Reise erlaubt: Durch das unendliche Universum, auf hohe Berggipfel, hinunter in die Tiefen des Meeres und weiter zu einem Meer aus Blumen oder einem dichten grünen Wald. Und während eine Stimme aus dem Off von Schönheit und Harmonie spricht, breitet sich tatsächlich ein Gefühl der Geborgenheit und Gelassenheit aus. Der Körper reagiert unmittelbar auf die visuellen und akustischen Reize.

Eine ganz andere Erfahrung bietet die dokumentarische Experience von Ricarda Saleh,” „Paris Terror. Die Geiseln vom Hyper Cacher“, die den User unmittelbar in die Geiselnahme in einem Supermarkt versetzt und auf Überlebende treffen lässt. Die Grenzen der Berichterstattung in klassischen Medien wie Zeitung oder Fernsehen scheinen aufgehoben, wenn man einer ehemaligen Geisel in ihrem eigenen Wohnzimmer gegenübersitzt und das Gefühl hat, nur den Arm ausstrecken zu müssen, um sie zu berühren.

VRHAM!: Mehr als 250 Bewerbungen aus 34 Ländern

Ja, die VR-Erfahrung kann wirklich intensiv sein und so rät Schrauth dazu, sich auf drei oder vier Experiences pro Besuch zu beschränken und lieber noch einmal wiederzukommen. Berührungsängste müsse dabei niemand haben, betont er: „Wir haben das Festival als gastlichen Ort konzipiert, wo jeder mit seinem individuellen Erfahrungsstand in Kunst und VR mitgenommen wird.“ Die von Schrauth angestrebte Gastlichkeit erstreckt sich auch auf die internationalen Künstler: „Wir möchten Künstlern aus aller Welt eine Plattform für ihre Kunst und zum Netzwerken bieten.“ Das Konzept ging auf: Über 250 Künstlerteams aus 34 Ländern haben sich beworben. Bei VRHAM! sind nun 12 Experiences von Künstlern aus rund 20 Nationen zu erleben.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.vrham.de

VRHAM!

VRHAM!, das Virtual Reality & Arts Festival Hamburg, findet vom 7. bis 15. Juni im Hamburger Oberhafenquartier bereits zum 2. Mal statt. 2018 besuchten über 4.000 Interessierte das internationale Festival. Die drei Kategorien, VRExhibiton, VRHAM Live und VRHAM on top, stehen unter dem diesjährigen Motto „DIS:SOLUTION“ (engl. Auflösung/Verschmelzung).
Im Rahmen der Eröffnung des VRHAM! Festivals vergibt eine international besetzte Jury die VRHAMMY AWARDS. Ein Schwerpunkt wird dabei die Förderung aufstrebender Hamburger Künstler sein. Zudem werden zwei „Residencies“ an Virtual Reality-Künstlerteams vergeben, die im Vorfeld des Festivals ein neues Werk erarbeitet haben, das ebenfalls im Rahmen des Eröffnungswochenendes präsentiert wird.

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