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VR Porn Panel: Lullu Gun, Marit Jäger, Professor Frank Steinicke, Tom Mudra, René Pour und Simon Graff © Yvonne

VR Porn und die Intimität der Zukunft

Virtueller Sex als Geschäftsmodell. Die technologische Entwicklung verspricht hoch immersive Erlebnisse. Ein Thema auf der diesjährigen Social Media Week

Das Geschäft mit Sex gilt als ältestes Gewerbe der Welt. „Spätestens mit dem Aufkommen der Fotografie ließ sich mit Pornografie Geld verdienen“, führt Simon Graff ein in das heiße Thema, das auf der am Freitag zu Ende gegangenen Social Media Week Hamburg (SMWHH) unter dem Titel VR Porn und die Intimität der Zukunft? diskutiert wurde. Vor allem aber war die Pornoindustrie schon immer ausgesprochen innovativ, betont der Immersive Media Specialist und Vorstand der Standortinitiative nextReality.Hamburg. „Hier sehen wir viele digitale Innovationen, denn die Pornobranche strebt stets danach, die User Experience zu verbessern.“ Da sei Virtual Reality der logische nächste Schritt. „Die Branche hat dabei vor allem Männer als Zielgruppe im Blick“, so Marit Jäger, Geschäftsführerin der Hamburger Agentur Nerdindustries.

Virtuelle Erlebnisse & reale Körperreaktionen

SMWHH Session VR Porn

Das Storytelling sei in dem Bereich noch ausbaufähig, so die Teilnehmer des Panels, zu dem neben Marit Jäger, Frank Steinicke, Professor für Mensch-Computer-Interaktion an der Universität Hamburg gehören, sowie Pornodarstellerin Lullu Gun, Pornoproduzent René Pour und Tom Mudra, Lead Brand & Product Designer bei Amorelie, einem Berliner Anbieter für Erotikspielzeuge, der mehrheitlich zu ProSiebenSat.1 gehört.

Dabei biete die VR-Technologie die Möglichkeit für wahrhaft realistische und damit ‘prickelnde’ Erlebnisse, weiß Steinicke und verweist auf ein Beispiel aus der medizinischen Phobie-Forschung. „Wenn ein User in der virtuellen Welt eine Spinne auf die Hand gesetzt bekommt, reagiert sein Körper mit Schwitzen und Herzrasen – zumindest, wenn er Spinnen nicht ausstehen kann.“

VR-Pornografie wird noch interaktiver

Auch die moralische Komponente spiele eine Rolle, hieß es weiter. VR-Pornografie als Untreue-Simulator? „Es kann eine Art Fremdgehen ohne fremdzugehen sein“, findet Jäger. Oder die Weiterentwicklung der Technologie ermöglicht virtuellen Sex mit dem eigenen Partner, was wiederum sehr hilfreich bei Fernbeziehungen sein könne. „Tatsächlich stehen wir beim VR-Sex noch ganz am Anfang“, so Pour. „Wir werden da noch eine starke Entwicklung hin zu mehr Interaktivität sehen.“
ys/kk

Quelle und weitere Informationen: www.smwhamburg.com

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