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Moinblockchance-Konferenz 2019; Anja Schumann © Karolin Köcher

Moinblockchain: Mehr Frauen für Technik begeistern

Mit dem Ziel, eine inklusive IT-Welt zu erschaffen, fand in Hamburg die Moinblockchain statt. Gründerin mit Innovationspreis ausgezeichnet

Die Frauenquote unter IT-Fachkräften in Deutschland beträgt derzeit 17 Prozent, so eine repräsentative Studie des Digitalverbands Bitkom e. V. Dies will Anja Schumann aus Hamburg ändern und die Tech-Szene weiblicher machen. Hierfür gründete sie vor knapp drei Jahren den gemeinnützigen Verein Moinworld e. V. In den Meetups, Programmierkursen und Workshops spielt auch das Thema Blockchain eine wichtige Rolle. Am Freitag (18. Oktober) luden Schumann und ihr Team die Blockchain-Community zur Moinblockchain 2019 nach Hamburg ein.

Die Fachveranstaltung unter dem Motto „Diversity Meets Tech Innovation” auf dem Innovationscampus der HSBA stellte die Frauen in den Mittelpunkt. Etwa die Hälfte der Speaker und Teilnehmer waren weiblich, so Moinworld-Gründerin Anja Schumann zufrieden. Darunter Speaker und Speakerinnen von IBM, ConsenSys, HSBA, B9lab und Parity Technologies. Auf der englischsprachigen Veranstaltung mit internationalen Referenten ging es bereits zum dritten Mal um das Thema Blockchain und verwandte Zukunftstechnologien. Die Vorträge informierten über Grundlagen, aktuelle technologische Herausforderungen und Potenziale der Technologie.

Frauen-IT-Karrieren voranbringen

„Die Blockchain-Technologie ist derzeit eines der spannendsten und vielfältigsten Themen im IT-Bereich. Wir möchten Experten und Neulinge zusammenführen und dabei auch komplexe und sehr technische Themen entmystifizieren”, so Schumann. Die Konferenz wolle Frauen dabei unterstützen, ihre IT-Karriere erfolgreich voranzubringen. „Unsere Mission ist eine inklusivere IT-Welt. Der Erfolg aus den letzten Jahren hat uns gezeigt, dass es von allen Seiten die Bereitschaft und Unterstützung für eine weiblichere IT gibt.” Schumann und ihr Team haben ambitionierte Ziele: Die Non-Profit-Organisation aus Hamburg will den Anteil weiblicher Software-Entwickler und Manager im IT-Bereich auf 50 Prozent erhöhen. Durch Tech-Events, Programmierkurse und Mentoring soll die IT-Branche femininer werden.

Gründerin mit IDEA-Innovationspreis ausgezeichnet

Schirmherrin Katharina Fegebank, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Gleichstellungssenatorin, eröffnete die Abschlussveranstaltung der Konferenz in Hamburger Rathaus. Dabei wurde erstmals der IDEA (Innovation in Digital Equality Award) verliehen. Stellvertretend für die Fachjury zeichnete Katharina Fegebank Frauen aus, die sich durch zukunftsweisende Projektideen oder herausragendes Engagement für die Gleichstellung von Frauen und Männern hervortun. Der mit 25.000 Euro dotierte Förderpreis würdigte zwei Frauen: Claudia von Allwörden erhielt die Auszeichnung für ein App-Konzept für Existenzgründerinnen. Moinworld-Gründerin Anja Schumann bekam den Förderpreis für eine Projektidee zum digital vermittelten Abbau von „Unconscious Bias“ (unbewussten Vorurteilen). Dr. Diana Knodel, App-Camps-Gründerin, erhielt den Ehrenpreis für ihre Verdienste in der digitalen Gleichstellung von Frauen.

Anwendungsbeispiele und Potenziale

In zahlreichen Vorträgen ging es um Anwendungsbeispiele für die Blockchain-Technologie, zum Beispiel im Bereich der Energiewirtschaft. Unter anderem Christian Schultze-Wolters, Geschäftsbereichsleiter IBM Blockchain Solutions, zeigte sich überzeugt davon, dass der Hype vorüber sei. Die Blockchain-Technologie könne nun einen echten Mehrwert liefern. Er berichtete von mehr als 80 Projekten weltweit, in denen bereits heute die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) zum Einsatz käme, vor allem im Bereich Supply Chain und Food Trust – in Form einer Blockchain-basierten Nachverfolgung von Lebensmitteln. Auch Hamburger Unternehmen nutzen bereits aktiv die Technologie: Im Sommer 2019 schloss sich Hapag Lloyd der von IBM und A.P. Moller-Maersk entwickelten Blockchain-basierten, digitalen Versandplattform Tradelens an, um die digitale Transformation des Traditionsunternehmens voranzutreiben.

HSBA-Geschäftsführer Dr. Uve Samuels und Dr. Michael Müller-Wünsch, Bereichsvorstand Technology bei der Otto Group, erläuterten auf der Konferenz die Idee der Digitalen Hanse. Die Teilnehmer einer Art Vertrauensplattform für den Handel verständigen sich dabei auf die Einhaltung bestimmter traditionell hanseatischer Werte. Verifikation der teilnehmenden Unternehmen und der Konsumenten könnte auf Basis der Blockchain-Technologie erfolgen, so die Initiatoren. Die Moinblockchain bildete den Abschluss des von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation geförderten Blockchain Summer.
kk/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.moinworld.de
www.bitkom.org
www.hapag-lloyd.com
www.blockchainsummer.com

Über moinworld

moinworld e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich seit seiner Gründung 2016 zum Ziel gesetzt hat, den weiblichen Anteil von Software-Entwicklerinnen und Managerinnen im Bereich der Informationstechnologie auf 50 Prozent zu erhöhen. Dafür bietet der Verein Programmierkurse, Workshops, Konferenzen und Meetups für Frauen und Mädchen an.

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