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Festival-Motto “The Power of no – For a new Diversity of Thinking“ © Yvonne Scheller

ADC Festival 2020: „The Power of No”

Beim diesjährigen Treffen der Kreativbranche in Hamburg wird das Nein als Beginn für etwas Neues zelebriert. Kürzlich wurde das Programm vorgestellt

Bloße Ja-Sager haben keinen guten Ruf. Ständige Verweigerer allerdings auch nicht. Doch liegt im “Nein” ein potenzieller Zündfunke für Kreativität und Innovation, ist Dörte Spengler-Ahrens überzeugt. Die ADC-Vizepräsidentin und Kuratorin des ADC-Festivals sieht im diesjährigen Festival-Motto The Power of No – For a new Diversity of Thinking einen Kontrapunkt zur allgemeinen ´Positivity`, zu der sich zu viele hingezogen fühlten, die vor allem jung und cool wirken wollten. „Wir verstehen Nein als Beginn für etwas Neues und das wird sich als roter Faden durch das gesamte Festival ziehen.“ Das ADC Festival findet vom 12. bis zum 24. Mai 2020 in der Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg statt. Ein wesentlicher Baustein des Festivals sind die beiden Kongresstage am 14. und 15. Mai, flankiert von der Open Space EXPO und Stage mit dem Themenschwerpunkt „Forever Digital“ (14. Mai 2020) und dem „Career Day“ (15. Mai 2020).

Nein als Inspirationsfunken

Dörte Spengler-Ahrens, ADC-Vizepräsidentin und Kuratorin des ADC-Festivals

Trotz des provokanten Mottos erwarte die Besucher keineswegs ein Kongress der Nein-Sager, versichert Spengler-Ahrens bei der Ankündigung des Festival-Programms Mitte Januar im Auditorium der Agentur Mutabor. „Vielmehr haben wir Persönlichkeiten gewinnen können, die ein Nein als Inspirationsfunken verstehen.“ Unter den Speakern aus den Bereichen Design, Digital, Kunst, Werbung, Wirtschaft und Wissenschaft finden sich etwa Fernando Machado, CCO von Burger King, Oobah Butler, dem Spengler-Ahrens „Dreistigkeit als Erfolgsrezept“ bescheinigt, Tim Mälzer, Koch und Unternehmer, Werbelegende Sir John Hegarty („Do interesting things and interesting things happen to you.“), Dirigent Kent Nagano oder Stefan Sagmeister, dessen Ausstellung Beauty aktuell im Museum für Kunst und Gewerbe läuft.

Denkrichtung ändern

Professor Michael Braungart, Pionier des Cradle-to-Cradle Designkonzepts

Außerdem unter den Speakern: Professor Michael Braungart. Der Pionier des Cradle-to-Cradle Designkonzepts plädiert für eigenständiges Denken: „Statt nachzuplappern, ´Oh, wir müssen unseren ökologischen Fußabdruck vermindern`, geht es darum, die Denkrichtung zu ändern: Ich habe einen ökologischen Fußabdruck, nun mache ich ihn zum Feuchtgebiet!“ Wir müssten am Richtigen arbeiten, nicht an dem was falsch läuft, ist der Professor überzeugt. „Wenn ich falsche Dinge perfekt mache, dann sind sie perfekt falsch!“

Offen für Alternativen

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien

Während Spengler-Ahrens angesichts des Kongress-Mottos betont: „Nein ist radikal. Das finde ich gut“, spricht sich Dr. Carsten Brosda neben dem Disruptiven auch für das Verbindende aus. Der Senator für Kultur und Medien, dessen jüngstes Buch „Zerstörung“ den Untertitel „Warum wir für den gesellschaftlichen Zusammenhalt streiten müssen“ trägt, gehört ebenfalls zu den Kongress-Speakern und sieht den Trend, sich radikal kompromisslos zu geben, mit Skepsis. „Es ist auch bei guten Ideen wichtig, nein zu sagen – wenn es eine noch bessere Idee gibt. Aber wer nein sagt, muss offen für Alternativen sein,“ fordert Brosda. Nicht die Verhinderung, die Verbesserung müsse im Fokus stehen, sei sie ökologisch, ökonomisch, sozial oder kommunikativ.

Award Show

Den feierlichen Höhepunkt des Festivals markiert auch in diesem Jahr wieder die Award Show, mit der Verleihung der ADC Nägel am 15. Mai auf Kampnagel. Auf der anschließenden After Show Party wird in gelöster Atmosphäre gefeiert und genetzwerkt – „bis in die Morgenstunden“, versichern die Veranstalter.
ys/kk

Art Directors Club für Deutschland

Im Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V. haben sich über 750 führende Köpfe der kreativen Kommunikation zusammengeschlossen. Clubmitglieder sind Designer, Journalisten, Architekten, Szenographen, Fotografen, Illustratoren, Regisseure, Komponisten, Produzenten Spezialisten für digitale Medien und Werber. Der ADC verfolgt als unabhängiger Verein das Ziel, exzellente kreative Kommunikation zu finden und zu fördern. Dazu veranstaltet er Wettbewerbe, Kongresse, Seminare, Vorträge, Events, B2B-Veranstaltungen und gibt diverse Publikationen heraus.
Weitere Informationen unter: www.adc.de

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