Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Das Fahrrad als Wirtschaftsfaktor - © TRENGA DE

Das Fahrrad als Wirtschaftsfaktor

2017 sind die Umsätze der Fahrradbranche erneut deutschlandweit gestiegen. Speziell E-Bikes und Firmenkunden beflügeln das Geschäft. Auch in Hamburg

Fahrradhandel ist ein Saisongeschäft, gekauft wird vor allem im Frühjahr und Sommer. Die Brüder Stephan und Jens Peter Dirks sind jedoch auch in Herbst und Winter nicht arbeitslos, denn dann herrscht Hochbetrieb in der hauseigenen Manufaktur. Unter dem Namen TRENGA DE bauen die Hamburger seit 1994 E-Bikes & Pedelecs, Trekkingräder & Rennräder oder auch Mountainbikes, die dann im Stammhaus Fahrrad Center Harburg verkauft werden. Auf über 4.300 Quadratmetern stehen so bis zu 4.000 Fahrräder zur Wahl. Dank der zwei Säulen Manufaktur und Einzelhandel beschäftigt das Unternehmen rund 50 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende.

Firmenräder made in Hamburg in aller Welt

„Ein wachsendes Segment ist das Firmenkunden-Geschäft“, erzählt Stephan Dirks. So beliefern die Dirks-Brüder die HHLA, Otto oder Meridian Spa sowie verschiedene Hamburger Behörden. „Die Räder der Hamburger Polizei oder die mit Elphi-Logo stammen zum Beispiel von uns“, so Dirks. Und die Räder made in Hamburg gehen auf große Fahrt, auch TUI Cruises gehört zum Kundenstamm. „Wir haben alle sieben Mein-Schiff-Kreuzfahrer ausgerüstet. Je Schiff stehen 100 Räder für die Bordausflüge zur Verfügung.“

Besonderheit E-Bike: Hier greift der Online-Handel nicht

Der wahre Treiber der Fahrradwirtschaft sei allerdings nach wie vor das E-Bike. „In diesem Segment konnten wir schon im 3. Jahr in Folge einen Umsatzzuwachs von 20% verzeichnen“, sagt Dirks. Der Einstiegspreis für Fahrräder mit Elektroantrieb liege etwa bei 2.500 Euro, als Durchschnittspreis nennt er 3.500 Euro „und nach oben sind die Grenzen offen.“ Eine Besonderheit: Anders als etwa Sport- und Rennräder, die gern online gekauft würden, verkauften sich E-Bikes vor allem im stationären Handel. Ein Problem? „Nein“, erklärt Dirks. „Kunden von auswärts kommen trotzdem zu uns. Sie verbinden ihren Fahrradkauf dann einfach mit einem Städtetrip. Die Attraktivität Hamburgs ist klarer Standort-Vorteil für uns.“

Rollende Fahrradwerkstätten erobern Hamburg

Hochsaison herrscht aktuell auch bei den mobilen Fahrradmonteuren. In Hamburg heißen sie „Rad Retter“, „Mobiler Fahrradladen“, „Planetwheel“, „FahrradTechnik Mobil“ oder „Rajas Rad Service“. Sie kommen in einer rollenden Werkstatt, die manchmal gar in einem ausrangierten Krankenwagen steckt. Für manchen Radler mit einem Platten mag es sich denn auch durchaus nach Rettung in Not anfühlen – kein zeitaufwendiges und anstrengendes Transportieren in die nächste Fahrradwerkstatt im meist zu kleinen Kofferraum. Vor allem aber ist es ein gern genutzter Service, zunehmend auch von Unternehmen.

Die Firmenflotte zu warten oder im Zuge eines Firmen-Aktionstags Bremsen, Licht oder Kette zu reparieren, gehört inzwischen ebenfalls zum Angebot der rollenden Fahrradwerkstätten. Dank der saisonbedingten Nachfrage lohnt sich allerdings ein Blick auf die Website, in Hochzeiten kann die Vorlaufzeit schon mal mehrere Wochen umfassen.

Fahrrad-Karussell: Diebstahl-, Vandalismus- und Witterungsgeschützt

Wenn Kauf und Reparatur geregelt sind, bleibt noch die sichere und platzsparende Unterbringung der Räder. In Hamburg finden sich dazu gut 370 Fahrradhäuschen (Stand 2014), meist zwölfeckige Rundbauten aus Stahl und Holz, in denen jeweils 12 Fahrräder Platz finden. Die in Hamburg üblichen Fahrradhäuschen wurden in der Vergangenheit vorwiegend von Beschäftigungsträgern des zweiten Arbeitsmarktes hergestellt und montiert, es gibt aber auch kommerzielle Anbieter, wie Velo Park Fahrradparksysteme.

Bewährtes System

„Wir bieten seit 1996 Fahrradhäuschen an, die wir im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt haben, hin zu 10eck Fahrradhäusern, bei denen Tür und Seitenwände aus recycelten Platten und das Dach und die Haube aus durchsichtigen Stegplatten bestehen“, erläutert Inhaber Reiner Köhnke. Die Unterbringung erfolgt über ein sogenanntes Fahrrad-Karussell: „Die Fahrräder werden mit dem Vorderrad in einen speziell dafür entwickelten Haken eingehängt, und werden an einer dafür vorgesehenen Metallplatte angeschlossen. Das erfordert am Anfang etwas Übung, wird aber schnell zur Routine“, betont Köhnke. Das System ist seit drei Jahren auf dem Markt und wurde über 150 Mal im In- und Ausland montiert.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.fahrradcenter.de/trenga-de-bicycles
www.planetwheel.de
www.fahrradtechnik.com
www.mobiler-fahrradladen.de
www.rajas-radservice.de
www.velopark-hamburg.de
www.hamburg.de/fahrradhaeuschen

Fakten und Zahlen

Der Umsatz mit Fahrrädern & E-Bikes konnte 2017 in Deutschland auf 2,69 Milliarden Euro gesteigert werden. Das sei ein Plus von rund 3,2%, meldet der Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV), die nationale Interessenvertretung der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Auch der Komponenten- und Zubehörbereich entwickelte sich positiv, so dass ein geschätzter Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, E-Bike, Komponenten- und Zubehörindustrie von ca. 5,4 Milliarden Euro erzielt werden konnte. Das E-Bike wird vom ZIV erneut als Wachstumsgarant und Innovationstreiber der Branche gesehen: Mit 720.000 verkaufter Einheiten wurde ein mengenmäßiger Zuwachs von 19% Prozent erzielt.

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