Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Martin Olomi und Dennis Vollstedt, Gründer von Unique Pieces © Yvonne Scheller

Customizing: Schuhe werden zu tragbaren Kunstwerken

Hamburger Unternehmen bringt individuelle Wünsche auf den Schuh – ob Logo, Schriftzug oder private Bilder. Der Trend stammt aus den USA

Sneaker sind längst mehr als reine Sportschuhe. Oft werden sie aus Mode- und Stil-Gründen getragen – und immer öfter werden sie zu Wertobjekten. Auf Plattformen wie stockx.com werden Sneaker wie Wertpapiere gehandelt, und bei Messen wie der Sneakerness dreht sich zwei Tage lang alles um die Kult-Schuhe. Die Sneakerness inszeniert sich in Städten wie Berlin, Köln, London, Paris aber auch Johannesburg als ´Happening` mit Podiumsdiskussionen, sportlichen Aktivitäten oder Verlosungen. Aber natürlich werden auch neueste Modelle sowie Sammlerstücke ge- und verkauft.

Customs: Spezialgefertigte Stücke nach individuellen Wünschen

In Hamburg bedienen seit Juni dieses Jahres Martin Olomi und Dennis Vollstedt mit Unique Pieces die Lust am besonderen Schuh. Für Unternehmen, aber auch für Laufkundschaft mit einem etwas teurerem Geschmack, werden in Wandsbek Customs kreiert, also spezialgefertigte Stücke, in die viele Stunden Handarbeit fließen. Ob Logo, Schriftzug, Filmhelden oder ein Bild des geliebten Haustiers – Olomi und Vollstedt bringen es auf den Schuh. Der Trend kommt – natürlich – aus den USA, hat sich aber gerade in den letzten beiden Jahren auch in Deutschland stark etabliert, weiß Olomi.

Aus Leidenschaft Business-Modell gemacht

Der 42-jährige ist durch das Restaurieren seiner eigenen Lieblingsstücke zu diesem Metier gekommen. „Dann kamen immer mehr Freunde und Bekannte auf mich zu und waren bereit, Geld für das ´Retten` ihrer Schuhe zu zahlen. Also habe ich 2013 die Sneaker Surgery gegründet.“ Vollstedt ging es mit seinem Sneaker-Atelier ganz ähnlich. Der gelernte Software-Entwickler kündigte seinen Job, um sich ganz seiner Leidenschaft „Sneaker“ zu widmen. 2019 taten sich die beiden zusammen und gründeten Unique Pieces.

Jedes 5. Paar Schuh nach Kundenvorgabe

Die meisten Schuhe gestalten sie frei und verlassen sich dabei ganz auf ihre Kreativität. Etwa jedes 5. Paar Schuh wird nach Kundenwunsch angefertigt. „Die Kunden kommen mit einer ungefähren Vorstellung. So hätten sie vielleicht gern Darth Vader von Star Wars auf ihrem Sneaker und wir machen uns dann an die Umsetzung“, erläutert Vollstedt und Olomi ergänzt: „Manche Motive sind eine echte Herausforderung. Wir arbeiten auf Flächen von wenigen Zentimetern, trotzdem muss die Optik wirken.“ Wie das gewünschte Motiv am Ende aussehen könnte, zeigt eine erste Visualisierung per Photoshop. Am Computer sitzt dabei Mitarbeiter Dominik Wetzstein und überträgt gerade die Elemente eines Rennwagens, dem Lieblingsauto einer Kundin, auf einen Schuh und kombiniert damit die Dynamik des Rennsports mit der des Sportschuhs.

Kombination verschiedener Techniken

Überhaupt komme es auf die richtige Kombination an, betont Olomi. Die Konkurrenz im Customizing-Business wächst. Inzwischen bieten auch große Sportartikelhersteller wie Adidas einen Personalisierungs-Service an, der es Kunden erlaubt, beim Kauf einen individuellen Schriftzug anzugeben. „Wir heben uns durch die Kombination verschiedener Techniken von der Konkurrenz ab“, erklärt Olomi. Alles sei möglich: von Airbrush über Schuh-Tätowierung, dem kompletten Austausch der Schuhzunge bis hin zu aufgenähten Elementen aus exklusiven Stoffen. Letzteres ist aktuell besonders gefragt. So kaufen Olomi und Vollstedt etwa Taschen bekannter Designer, die vielleicht an einigen Stellen starke Gebrauchsspuren oder auch Risse aufweisen, aber noch genug einwandfreien Stoff abgeben, um ihren Schuhen einen neuen Twist zu verleihen.

Mit Swarovski-Steinen besetztes Paar für 1.200 Euro

Auch mit edlen Swarovski-Steinen haben die Schuh-Künstler schon gearbeitet. „Über 2.000 Steine habe ich auf einem Schuh für den Rapper Milo verklebt, in Handarbeit!“, erzählt Olomi. Ein solch besonderes Paar habe am Ende natürlich mit 1.200 Euro auch seinen Preis. Der Durchschnittspreis für ihre customized Sneaker liege bei 250 bis 350 Euro. „Aktuell verkaufen wir ein Paar pro Tag. Langfristig wollen wir auf zehn Paare pro Tag kommen“, nennt Vollstedt das Unternehmensziel. Auch deshalb bemüht sich Unique Pieces um weitere Unternehmenskooperationen, wie die mit Nike. 450 Schuhe hatte der Sportartikelhersteller für spezielle Merchandising-Aktionen geordert. Die Unikate gingen an Sportler, Musiker aber auch Influencer. Und da Social-Media-Kanäle, wie Instagram, für die Unternehmer wichtige Werbekanäle sind, sei der Auftrag doppelt wertvoll gewesen.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.instagram.com/unique_pieceshh

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