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Ballastwasser-Reinigungsanlage © Jongen/Julia Dettmer

Wasser-Filtersystem schützt Hamburger Hafen

Mikroorganismen können das ökologische Gleichgewicht stören. Hamburg testet Ballastwasser-Reinigungssystem im Hafen

Cholera-Bakterien aus Singapur, Algen aus Shenzhen oder Krebse vom Golf von Mexiko: Ankommende Seeschiffe können eine Gefahr für das Hamburger Ökosystem sein. Das Ballastwasser der Schiffe bringt häufig Organismen mit, die ungefiltert das empfindliche ökologische Gleichgewicht des Hamburger Hafens durcheinanderbringen können. Die Lösung dafür: Eine mobile Ballastwasser-Reinigungsanlage. Hamburg ist mit einer solchen Anlage Vorreiter in Europa. Mit der Reinigungsanlage will die Stadt auf die neuen Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation reagieren, die die durch Ballastwasser verursachten Schäden an der Meeresumwelt mildern wollen. Der Testzeitraum sei auf zunächst drei Monate begrenzt.

Ökologisches Gleichgewicht schützen

„Als erster europäischer Hafen fördert Hamburg eine solche Anlage, und zwar mit gut 300.000 Euro. Dieses Pilotprojekt ist es wert. Denn mit der Anlage schaffen wir eine umweltfreundliche Nach-Behandlung von Ballastwasser, ohne den Einsatz schädlicher Chemikalien, die das Hafenwasser verschmutzen“, sagte Umweltsenator Jens Kerstan. Dadurch könne das ökologische Gleichgewicht geschützt werden und die Ausbreitung invasiver Arten vermieden werden.

Woher kommt Ballastwasser?

Seeschiffe pumpen auf der Überfahrt Seewasser in spezielle Tanks, um auch bei geringer Ladung stabil fahren zu können. In dem Wasser können Mikroorganismen sein, die das ökologische Gleichgewicht von fremden Gewässern durcheinanderbringen können, indem sie zum Beispiel andere Spezies vertreiben. Deswegen müssen Schiffe spätestens 200 Seemeilen vor der Küste ihr Ballastwasser auswechseln – oder in eigenen Aufbereitungsanlagen an Bord reinigen. Schiffe, die das nicht können, müssen einen Nachweis über den fachgerechten Tausch vorweisen.

Flexibel einsetzbar

Betreiber der Anlage ist der Hamburger Entsorgungsspezialist Jongen, mit dem die Stadt auch bei Ölunfällen im Hafen zusammenarbeitet. Die Reinigungsanlage ‚Invasave 300‘ ist durch seine mobile Befestigung an einem Ponton flexibel einsetzbar und kann sowohl das Wasser von Schiffen reinigen, als auch aufbereitetes Wasser übergeben. Pro Stunde kann sie aus 300 Kubikmeter Wasser Keime und Kleinstmeerestiere reinigen. Wenn das Ballastwassers davon befreit wurde, erhält das Schiff das vorgeschriebene Zertifikat.
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.jongen-dettmer.com
www.imo.org

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