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Sonnenblume im Rückspiegel © H&R Ölwerke Schindler

Schindler: Weltmarktführer mit Produkt-Innovation

Die Hamburger sind führend in Produktion und Vertrieb von Weichmachern für die Reifenindustrie. IFB fördert neues pflanzenbasiertes Produkt

Ein Autoreifen ist in der Herstellung komplexer als der Laie es sich gemeinhin vorstellt. Er besteht aus mindestens 15 Bauteilen, die zusammengefügt werden müssen, in jedem ist Kautschuk enthalten, das mit diversen mineralölbasierten Weichmachern modifiziert wird. Rund eine Million Tonnen Spezialprodukte aus Rohöl stellt die Hansen & Rosenthal Gruppe in verschiedenen Standorten her, gut 60 Prozent gehen an die Automobilindustrie, wovon wiederum 35 Prozent kennzeichnungsfreie Weichmacher für unterschiedlichste Kautschukanwendungen sind. „Wir haben eine Technologie entwickelt, mit der wir verhindern, dass in diesen Weichmachern eine kritische Konzentration an toxikologisch relevanten Substanzen erreicht werden kann“, sagt Jürgen Trimbach, Product Manager Process Oils and Head of Research & Development bei H&R Ölwerke Schindler.

100-jähriges Jubiläum in diesem Jahr

Das Unternehmen mit 265 Mitarbeitern in Hamburg feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Zwei Jahre forschte Chemie-Ingenieur Trimbach mit seinem Team um Dr. Margret Haase-Held an einem neuen, pflanzenbasierten Weichmacher. „Pionier TB 130 B“ basiere unter anderem auf einer ganz bestimmten Sorte von Sonnenblumenöl, das in der Nahrungsindustrie keine Rolle spiele. Im Vergleich zum Standardprodukt werde rund zwei Drittel weniger CO2 in der Herstellungsphase erzeugt.

Zudem sei der Weichmacher in der Nutzungsphase energiesparender und leistungsfähiger. „Tests haben ergeben, dass sich der Rollwiederstand von Pkw-Reifen um bis zu 4 Prozent gegenüber herkömmlichen Weichmachern reduzieren lässt. Dazu muss man wissen, dass die Reifen rund 25 Prozent des Treibstoffverbrauchs eines PKW ausmachen“ erzählt Trimbach. „Bei Lkw-Reifen hat sich der Abrieb um bis zu 10 Prozent vermindert.“

Förderung durch die IFB

Mit 110.000 Euro hat die IFB Hamburg das Projekt mit Mitteln aus dem Förderprogramm PROFI Umwelt der Behörde für Umwelt und Energie gefördert, da es exemplarisch für die Verbindung von Innovationskraft und ökologischer Nachhaltigkeit am Standort Hamburg stehe. „Forschung ist sehr teuer, die Unterstützung hat extrem geholfen“, sagt Trimbach.

Der Vertrieb für Pionier TB 130 B sei inzwischen erfolgreich gestartet. Jedoch steht dieser in Konkurrenz zu herkömmlichen Weichmachern auf Mineralöl-Basis, deren Preis an den Ölpreis gekoppelt ist. Je teurer also das Rohöl, desto besser die Absatzchancen für das umweltverträglichere Alternativprodukt. Trimbach: „Unser Ziel ist eine grüne Raffinerie. Wir haben viel Know-how aufbauen können und in unserer Forschung wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch in andere Produkte einfließen. An denen arbeiten wir intensiv.“
tf/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.ifbhh.de der die Untersuchung (liegt der Redaktion vor) Produkte wie Gl

Über die IFB Hamburg

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) ist das zentrale Förderinstitut der Freien und Hansestadt Hamburg mit den Förderbereichen Wohnen, Wirtschaft, Umwelt und Innovation. Innovative Startups sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte bestehender Unternehmen werden durch die Innovationsagentur der IFB Hamburg und die 100-prozentige Tochter IFB Innovationsstarter GmbH gefördert. Vorhaben in Hamburg können mit Zuschüssen, Beteiligungskapital und Darlehen unterstützt werden. Bei der Förderung von innovativen Unternehmen deckt das Angebot mittlerweile den gesamten Unternehmenszyklus ab. Hamburgs Förderbank engagiert sich intensiv in der InnovationsAllianz Hamburg und bietet eine besondere Kompetenz in EU-Förderthemen.
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