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Schifffahrt will emissionsfrei werden © www.mediaserver.hamburg.de/Geheimtipp Hamburg

Schifffahrt plant Milliardenfonds zur CO2-Reduzierung

Klimaziele: Führende Schifffahrtsverbände wollen einen internationalen Fonds von rund 5 Mrd. Dollar einrichten. Abgabe von 2 Dollar pro Tonne Brennstoff geplant

Weltweit werden etwa 90 Prozent aller Waren per Schiff transportiert, so der Verband Deutscher Reeder (VDS). Gleichzeitig sei die Schifffahrtsindustrie für ungefähr zwei Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich. Um das Klima nachhaltig zu schützen und die Anforderungen des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen, will die globale Schifffahrtsindustrie einen milliardenschweren Forschungs- und Entwicklungsfonds aufbauen. Dies gab der Verband Deutscher Reeder (VDR) Mitte Dezember in Hamburg bekannt.

Zwei Dollar pro Tonne Brennstoff

Der Fonds soll rund fünf Milliarden US-Dollar umfassen und über einen Zeitraum von zehn Jahren durch Schifffahrtsunternehmen aus aller Welt finanziert werden. Pro Tonne Brennstoff ist ein Beitrag von zwei Dollar geplant. Der Vorschlag der Schifffahrtsindustrie soll von den Mitgliedsstaaten der International Maritime Organization (IMO), einer Sonderorganisation der UN, beim nächsten Treffen des IMO Marine Environment Protection Committee (MEPC) im kommenden März eingebracht und diskutiert werden.

„Die breite Koalition der Schifffahrtsverbände hinter diesem Vorschlag beweist Führungsqualität. Innovation ist dringend nötig, damit die Technologien entwickelt werden, die Schiffe künftig antreiben“, sagte Esben Poulsson, Chairman des internationalen Schifffahrtsverbands ICS (International Chamber of Shipping), die die Initiative präsentiert. Mit diesem Konzept wollen die Verbände eine Entwicklungs- und Forschungsorganisation finanzieren, um den Weg zum „ersten treibhausgasfreien Verkehrsträger” zu ermöglichen.

Alternative Treibstoffe, Technologien und Antriebssysteme gefragt

Da die CO2-Emissionen in der Schifffahrt nicht einzelnen Staaten zugerechnet werden können, will die International Maritime Organization (IMO) die Reduzierung des Treibhausgas-Austoßes in der internationalen Schifffahrt regulieren. Bereits 2018 hätten sich die Mitgliedsstaaten der IMO auf das gemeinsame Ziel verständigt, dass die Schifffahrt ihre globalen CO2-Emissionen absolut im Vergleich zu 2008 bis 2050 mindestens halbiert, unabhängig von der Zunahme des Welthandels. Dafür bräuchte es möglichst kohlenstofffreie Treibstoffe, Technologien sowie alternative Antriebssysteme, wie grünen Wasserstoff, die bisher jedoch für große Handelsschiffe nicht vorhanden bzw. einsatzfähig seien.
js/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.reederverband.de
www.imo.org

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