Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff - © HMG www.mediaserver.de Christian Spahrbier
Ausbau Landstromanlagen © www.mediaserver.hamburg.de / Geheimtipp Hamburg

Neue Landstromanlagen für Kreuzfahrt- und Containerschiffe

Hamburg will als erster europäischer Hafen ab 2022 eine Landstromversorgung für Kreuzfahrt- und Containerschiffe anbieten. Vereinbarung der Küstenländer

Der Senat hat Anfang Oktober 2019 den umfassenden Ausbau der Landstromversorgung im Hamburger Hafen beschlossen. Damit sollen die Voraussetzungen zum Umstieg von dieselbetriebener Energieversorgung zu einem ökologischen Strombetrieb während der Liegezeiten geschaffen werden. Hamburg will mit dem Ausbau eine Vorreiterrolle auf dem Feld der alternativen Energieversorgung während der Liegezeit von Schiffen im Hafen übernehmen und ist nach eigener Aussage der erste Hafen in Europa, der ab 2022 sowohl für Kreuzfahrt- als auch für große Containerschiffe eine Landstromversorgung anbietet.

Umweltschutz durch Landstromanlagen

An insgesamt acht Anschlusspunkten soll Landstrom für Containerschiffe am Burchardkai, Europakai und Predöhlkai verfügbar sein. Darüber hinaus ist es geplant, das Landstromangebot auf alle bestehenden Kreuzfahrtterminals auszuweiten. Demnach soll je eine Landstromanlage an den Kreuzfahrtterminals HafenCity (CC1) und Steinwerder (CC3) gebaut werden. Am Kreuzfahrtterminal Altona besteht bereits seit 2016 die erste Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe in Europa. „Der Ausbau der Landstromanlagen im Hafen ist ein großer und konkreter Schritt zu mehr Klima- und Umweltschutz in Hamburg“, so Hamburgs Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher. „Durch die Nutzung regenerativen Stroms aus diesen Anlagen können die bisherigen CO2- und Schadstoffemissionen der Schiffe während der Liegezeit vollständig vermieden werden“. Dadurch bekämen die Reedereien mehr Klarheit und Planungssicherheit für die notwendige Umrüstung ihrer Schiffe.

Vereinbarung der Küstenländer für Landstrom

In Kiel unterzeichneten am 10. Oktober 2019 Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier, gemeinsam mit den Regierungschefs von Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Vertretern der Landesregierungen von Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen, eine Vereinbarung, die die Rahmenbedingungen für die Nutzung von Landstrom verbessern soll: Umlagen sollen reduziert und gesonderte Netzentgelte auf den Weg gebracht werden. Gleichzeitig soll ein Förderprogramm im Umfang von 140 Millionen Euro ab dem Jahr 2020 aufgelegt werden, um die Länder und Häfen beim Ausbau der notwendigen Hafeninfrastruktur zu unterstützen.

Erneuerbarer Strom von Land anstatt fossile Kraftstoffe

Im Vergleich zur Binnenschifffahrt müssen Seeschiffe mit höheren Kosten rechnen, weil sie während längerer Hafenliegezeiten deutlich größere Strommengen verbrauchen. Diese können sie aktuell nur mit ungünstigen Stromabnahmeprofilen erwerben. Zukünftig sollen Schiffe in Häfen nicht mehr fossile Kraftstoffe verbrennen, um an Bord Strom zu erzeugen, sondern erneuerbaren Strom vom Land nutzen. „Wir wollen deutsche Hafenstädte sauberer machen“, sagt Bundesminister Altmeiter: „Mit den Maßnahmen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und zur Reduzierung von CO2 und Lärm in den Hafenstädten an der Nord- und Ostseeküste.“

Hamburg als Vorbild für europäische Hafenstädte

Nachdem Hamburg die E-Mobilität in der Stadt stetig ausgebaut und den öffentlichen Nahverkehr mit dem Bau neuer U- und S-Bahnen gestärkt habe, zeige der Ausbau der Landstromversorgung, dass Hamburg nicht nur über den Klimaschutz spräche, sondern auch aktiv etwas dafür tue: „Die Handelswege über das Wasser sind schon heute die wirtschaftlichste und umweltfreundlichste Transportart im weltweiten Warenverkehr. Mit dem Landstromprojekt sind wir in Hamburg auch Vorbild und Wegbereiter für andere europäische Häfen, um die maritime Logistik insgesamt noch klimafreundlicher zu machen“, sagte Peter Tschentscher weiter.

Wichtiger Schritt zur Erfüllung der Klimaziele

Alle Landstromanlagen werden an das allgemeine Stromnetz angeschlossen und versorgen die Schiffe künftig mit regenerativem Strom. Durch den erweiterten Einsatz von Landstrom soll ein bedeutender Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Bereich der Schifffahrt geleistet werden. Hierfür werden rund 76 Millionen Euro investiert. Die Fertigstellung der Landstromanlagen ist für 2022 geplant, ein Regelbetrieb soll voraussichtlich ab 2023 erfolgen.
js/sb/mt

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.bmwi.de

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