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Mitten im Hamburger Mobilitätsmix: Das Fahrrad

Hamburg baut das Veloroutennetz aus, die Hochbahn schafft Bike+Ride-Stationen und ein Pilotprojekt prüft einen Mobilitätsmix ohne Auto

Fahrräder sind leise, stoßen keine Schadstoffe aus und benötigen wenig Fläche, sowohl auf der Straße als auch was Abstellflächen betrifft. Es ist damit das ideale Fortbewegungsmittel für kurze und mittlere Wege und lässt sich gut mit anderen Verkehrsmitteln kombinieren.

Bündnis für den Radverkehr stärkt Attraktivität des Radverkehrs

Bereits im Juni 2016 hatten Hamburgs damaliger Erster Bürgermeister Olaf Scholz, die Senatoren der mit Radverkehr befassten Behörden, die sieben Hamburger Bezirksamtsleiter und die Vorsitzenden der Bezirksversammlungen ein Bündnis für den Radverkehr in Hamburg geschlossen. Das Ziel, die Attraktivität des Radverkehrs weiter zu stärken, wird durch eine Reihe verschiedener Maßnahmen verfolgt, wie den Ausbau des stadtweiten Veloroutennetzes bis 2020, die Entwicklung eines Netzes von Radschnellwegen sowie die Schaffung guter Bedingungen zum Fahrradparken beispielsweise an wichtigen Bahnstationen.

Bike+Ride-Stationen nehmen zu und werden komfortabler

So sollen bis 2025 an U- und S-Bahnhaltestellen 28.000 Abstellplätze für Fahrräder entstehen, darunter auch abschließbare Abstellmöglichkeiten. Anfang Mai wurde etwa die Bike+Ride-Station an der U-Bahn-Station Hoheluftbrücke mit 420 Stellplätzen in Betrieb genommen. Als idealtypische Anlage gilt die Bike+Ride-Station in Ohlstedt. Gut 200 Fahrräder können hier an Bügel angeschlossen oder aber in überdachte „Doppelstockparker“ geschoben werden, die Abstellmöglichkeiten ebenerdig oder per Handlift eine Etage höher bieten. Außerdem gibt es eine Sammelschließanlage, extra Schließfächer für Gepäck sowie Steckdosen für die Batterien der E-Bikes. Und auch die Planungen zum Neubau des Fernbahnhofs Altona in Diebsteich – einem der großen aktuellen Projekte für die Stadtentwicklung und die Verkehrsinfrastruktur in Hamburg – beinhalten ein Fahrradparkhaus mit etwa 1.000 Stellplätzen.

StadtRAD Hamburg: Zahl der Leihräder könnte auf 4.500 steigen

Eine deutliche Ausweiterung des Angebots könnte in den nächsten Jahren bei StadtRAD Hamburg erfolgen. Das Leihsystem ist 2009 mit 67 Leihstationen und 800 Fahrrädern gestartet, Ende 2017 waren es über 200 Stationen mit knapp 2.500 Rädern und bis zum Jahr 2028 – so berichtet das Hamburger Abendblatt – sollen bis zu 145 weitere Stationen entstehen, womit die Zahl der Leihräder auf 4.500 steigen würde. An ausgewählten Stationen könnten zudem ab Frühjahr 2019 20 elektrisch unterstützte Leihlastenräder ausgeliehen werden. Hintergrund der neuen Planung ist die europaweite Neuausschreibung des StadtRAD -Betriebs. Denn Ende 2018 läuft der Vertrag mit dem bisherigen Betreiber, der Deutschen Bahn Connect GmbH, aus. Die StadtRAD-Stationen sind Teil der „switch“-Idee, die bequemes Umsteigen zwischen Bahn, Bus und individuellen Angeboten, wie Car- und Bikesharing an inzwischen 16 switchh-Punkten in Hamburg erlauben soll.

Projekt firstmover.hamburg: Mobilität ohne eigenen Pkw?

Einen Schritt weiter, weg von S- und U-Bahn-Stationen hinein in die Wohngebiete, geht das Projekt firstmover.hamburg. In den Pilotgebieten Ottensen und Eimsbüttel wird getestet, ob und wie der private Pkw durch innovative Mobilitätsangebote – Carsharing, Scooter-, Fahrrad- und Lastenfahrrad-Sharing – ersetzt werden könnte. Dabei wird das Mobilitätsangebot möglichst passgenau auf die Bedürfnisse der Anwohner zugeschnitten. Voraussetzung hierfür ist ein enger Bürgerdialog, der durch öffentliche Veranstaltungen und Informationsständen vor Ort einerseits und durch Befragungen zum Mobilitätsverhalten andererseits die Anforderungen an ein Mobilitätsangebot als Alternative zum eigenen Pkw identifizieren soll.

„Urban Travel Monitor“: Wann nutzen wir warum welches Verkehrsmittel?

Projektpartner sind die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, die BMW AG, die Bezirksämter Altona und Eimsbüttel sowie die Hamburger Hochbahn AG. Die Vor-Ort-Kommunikation erfolgt durch die steg Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg mbH, die Durchführung der Befragung durch das Marktforschungsinstitut LDB Mica Research GmbH und die Auswertung der Befragung durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das KIT hat dazu eigens den so genannten „Urban Travel Monitor“ (UTM) entwickelt, der personenbezogen die Alltags- und Gelegenheitsmobilität sowie die individuellen Hintergründe der Wahl der unterschiedlichen Verkehrsmittel erfasst.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
Bündnis für Radverkehr
www.pr.hamburg/b-r-anlagen/
www.hvv.de/bike-ride
www.stadtrad.hamburg.de
www.switchh.de
www.firstmover.hamburg

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