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Luis-Geschäftsführer Martin Groschke (l.) führt Verkehrsminister Andreas Scheuer (r.) den Abbiegeassistenten vor © BMVI

LKW-Abbiegeassistent aus Hamburg erhält Betriebserlaubnis

Bundesverkehrsminister erteilt Zulassung für kamerabasiertes System von Luis Technology. Hamburg setzt Abbiegeassistenten im Pilotprojekt ein

Die Zahl der Fahrradunfälle in Hamburg nimmt zu. Laut Unfallstatistik der Hamburger Behörde für Inneres und Sport verunglückten 2018 insgesamt 2.525 Radfahrer (Stand Februar 2019) – knapp 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor allem Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Lkw und Radlern verlaufen häufig tödlich. Das Hamburger Unternehmen Luis Technology GmbH will solche Tragödien zukünftig vermeiden: Das Team rund um Geschäftsführer Dr. Matthias Feistel und Martin Groschke brachte im August 2018 einen Lkw-Abbiegeassistent auf den Markt. Nun erhielt das System die erste Allgemeine Betriebserlaubnis, übergeben von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Zeitgleich startet Hamburg ein Pilotprojekt und rüstet Fahrzeuge mit Abbiegeassistenten aus.

Ziel: keine Abstumpfung durch Fehlalarme

Im Gegensatz zu anderen Systemen (basierend auf Ultraschall) arbeitet der ‚Turn Detect‘ von Luis mit einer Kamera und Software, die zwischen sich bewegenden und statischen Objekten unterscheiden soll. So kann es statische Objekte, wie parkende Autos oder Ampelmasten, herausfiltern und soll so den Fahrer vor einer Abstumpfung bei zu häufigen Fehlalarmen bewahren. Martin Groschke, Mitglied der Geschäftsführung von Luis Technology, sagt: „Luis ist das erste Unternehmen im Markt, mit dem beispielsweise Speditionen und Kommunen ab sofort die beantragten Fördergelder des Bundes geltend machen können.“

Luis Turn Detect
Luis Turn Detect kombiniert Kamera und Software © BMVI

Hamburg initiiert Pilotprojekt

Im gleichen Zuge startet die Freie und Hansestadt Hamburg ein Pilotprojekt: Ab März 2019 sollen sechs Monate lang drei am Markt erhältliche Abbiegeassistenzsysteme getestet werden, darunter Geräte der Hersteller Luis Technologie GmbH, Brigade Elektronik GmbH, und Wüllhorst Fahrzeugbau. Hamburgs Innensenator Andy Grote führt aus: „Wir müssen bei der Ausrüstung von Fahrzeugen mit Abbiegeassistenten endlich vorankommen und können nicht noch Jahre warten, bis auf EU-Ebene eine verpflichtende Einführung geregelt wird. Gerade weil wir in Hamburg den Radverkehr weiter ausbauen, müssen wir für möglichst sichere Rahmenbedingungen sorgen.“ Daher gelte es alle Möglichkeiten zu nutzen, die es gibt. „Mit dem Pilotprojekt legen wir die Grundlage für eine schnellstmögliche Umrüstung der städtischen Lkw-Flotte und setzen auf eine Initialwirkung auch in die Privatwirtschaft, um möglichst viele Unternehmen für die Umrüstung ihrer Flotte zu gewinnen“, so Grote weiter.

Insgesamt 18 Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen, u. a. von Behörden, Bezirken, Hamburg Wasser, der Stadtreinigung und dem Thalia Theater, sollen mit den Systemen ausgerüstet werden. Auch Privatunternehmen, wie die Logistikfirmen Dachser und Bursped, nehmen teil.
sb

Quelle und weitere Informationen
www.luis.de
www.hamburg.de
www.bmvi.de

Luis Technology GmbH

Die Luis Technology GmbH wurde 1999 gegründet und hat sich auf Kamera-Monitor-Systeme sowie Fahrassistenzsysteme spezialisiert. So verfügen mitunter die StreetScooter, die von einem Tochterunternehmen der Deutsche Post DHL Group für eine emissionsfreie Logistik eingesetzt werden, über Rückfahrkameras von Luis. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hamburg-Hammerbrook, Geschäftsführer sind Dr. Matthias Feistel und Martin Groschke.

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