Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff - © HMG www.mediaserver.de Christian Spahrbier
Eröffnung HK 100 © Yvonne Scheller

Kravag-Logistics eröffnet Coworking Space

Infrastruktur, Kontakte und Mentoren: vier Startups haben im ‚HK 100' ein neues Zuhause gefunden. Bei der Eröffnung gab es Tipps für Gründer

Mit einem Knall hat am 9. Mai 2019 das HK 100 eröffnet. Bernd Melcher, Vorstandsmitglied der Kravag-Sach Versicherung des Deutschen Kraftverkehrs VaG, hatte die Konfetti-Pistole eigens aus dem Silicon Valley mitgebracht. Der neue Logistik-Coworking Space mitten in Hammerbrook bietet aktuell vier Startups ein Zuhause, die im Rahmen eines sechsmonatigen Programms, Zugang zu räumlicher und technischer Infrastruktur erhalten, sowie Unterstützung durch Events, Pitch-Meetings, Workshops und einem persönlichen Mentor.

HK 100 Eröffnung durch Bernd Melcher

Digitalisierung: Logistik im Umbruch

Vor dem Hintergrund der Digitalisierung steht auch die Logistik vor einem Umbruch. Melcher möchte daher innovativen Ideen den Weg bereiten und vielversprechende Startup unterstützen. „Aber wir wollen auch lernen“, betonte er. „Wo geht die Reise hin? Wie entwickeln sich die Märkte? Welche neuen Geschäftsmodelle sind relevant, welche sind es nicht mehr?“ Durch die enge Zusammenarbeit mit den Startups will Kravag nah am Puls aktueller Zukunftsentwicklungen bleiben.

Geschäftsmodelle, die die Welt verändern sollen

In einem 100-Sekunden-Pitch präsentierten die vier Startups ihre Geschäftsmodelle, mit denen sie die Zukunft erobern wollen. So will Bojidar Dimitrov von Mvp2Day potenziellen Gründern ohne digitalem Know-how dabei helfen „mit einer vielleicht verrückten Idee, die Welt zu verändern. Die technische Seite übernehmen wir.“ Binnen 30 Tagen könne Mvp2Day eine erste Version bereitstellen. Die Sirum GmbH zielt mit ihrem webbasierten ERP-Service (Enterprise-Resource-Planning) vor allem auf kleine und mittlere Logistik-Unternehmen ohne eigene IT-Infrastruktur. „Unser System ist modular aufgebaut – so wachsen wir mit unseren Kunden und deren Herausforderungen“, betont Michael Hoette, Chief Operating Officer bei Sirum.

HK 100 Startup ReCycleHero

Von Recycling-Helden und Notfall-Logistik

Recyclehero wiederum kombiniert eine ‚Last-Mile-Lösung’ mit einem sozialen Anspruch. Der Abholservice für Altpapier, Altglas und Pfandflaschen soll Arbeitslosen und Geflüchteten (den sogenannten ‚Heroes’) Arbeit und Netzwerk zugleich bieten. Denn vor allem die gewerblichen Recyclehero-Kunden von heute, könnten zu den Arbeitgebern von morgen für die ‚Heros’ werden. „Die Abholung erfolgt per Lastenrad. Gerade haben wir eine Crowdfunding-Aktion gestartet, um unsere Heros mit Elektro-Lastenrädern auszustatten“, erklärt Mitgründer Alessandro Cocco. Christian Wolff schließlich stellt mit Priojet Logistics eine Plattform für Notfall-Logistik für Unternehmen mit einem sehr dringenden Transportbedarf vor. Ob ein Ersatzteil für eine Maschine oder ein Flugzeug benötigt werde oder Dokumente zugestellt werden müssten, „wir sind schneller als klassische Expressdienste“, verspricht der Gründer.

Tipps für ein langes Startup-Leben

Doch egal wie klug die Idee ist, nicht jede Gründung ist erfolgreich. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Startups liegt bei nur 2,7 Jahren. Damit die vier Startups im HK 100 in einen langfristigen Erfolg starten, gibt es Tipps von Dr. Markus Kreipl von Shipcloud. Das Startup hat sich erfolgreich mit einer cloudbasierten Logistik-Software am Markt etabliert. Das Wichtigste zuerst: „Geld immer schon einsammeln, bevor es gebraucht wird“, betont Kreipl. Denn wenn das Geld erst gebraucht werde, ist es oft zu spät für die Finanzierung. Die Wahl des richtigen Investors sei die nächste entscheidende Frage. „Hört euch um, ist der Investor zuverlässig? Ihr bindet euch schließlich für viele Jahren an euren Geldgeber.“ Der Finanzierungsvertrag sei ein weiteres Minenfeld, die beauftragten Anwälte oft teuer und einseitig interessengebunden, zugunsten der solventen Investoren.

Keine Angst vor schlauen Leuten

Auch sei die Versuchung groß, statt sich durch unübersichtliche Vertragsumfänge zu arbeiten, sich für einen Kurz-und-Knapp-3-Seiten-Umfang zu entscheiden. „Doch stellt sicher, dass in eurem Vertrag alles gut geregelt ist“, rät der Shipcloud-CFO. Sonst könne es beispielsweise beim Unternehmensverkauf zu bösen Überraschungen kommen. Bei der Wahl neuer Mitarbeiter rät er zu Mut. „Habt keine Angst vor Leuten, die schlauer sind als ihr. Oder anders. Der größte Fehler ist der, Leute anzuheuern, die sind wie ihr selbst.“ Und wenn dann lauter kluge Menschen an Bord sind: „Gebt Verantwortung ab. Ihr werdet untergehen, wenn ihr das nicht könnt.“ Schließlich rät Kreipl noch dazu, nicht nur die Verantwortung, sondern ein Stück weit auch das Unternehmen selbst zu teilen. „Es ist immer eine gute Idee, seine Mitarbeiter zu beteiligen.“
ys/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.hk100.de

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