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Der Lkw-Abbiegeassistent der Luis Technology GmbH - © LUIS Technology GmbH/Onlyfortomorrow Tim Neugebauer + Tom Schneider

Dieser Lkw-Abbiegeassistent aus Hamburg soll Leben retten

Das kamerabasierte System von Luis erfasst und meldet Bewegungen via Bilderkennung

Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Lkw und Radfahrern verlaufen zumeist tragisch. Im Mai 2018 erschütterte der Tod einer 33-jährigen Radfahrerin die Hansestadt. Sie befand sich vermutlich im sogenannten toten Winkel und wurde von einem Lkw-Fahrer überrollt. Laut Studien der Unfallforschung der Versicherer könnte ein elektronischer Lkw-Abbiegeassistent, der den Fahrer bei Anwesenheit eines Radfahrers oder Fußgängers warnt, mehr als 60 Prozent aller tödlichen Unfälle verhindern oder zumindest abschwächen. Doch diese sind in Deutschland nicht verpflichtend, eine gesetzliche Regelung hierfür obliegt der EU und soll erst 2022 in Kraft treten.

Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, beschloss die Hamburger Bürgerschaft bereits im Juni 2018, dass der gesamte Fuhrpark der Stadt und der städtischen Unternehmen ab 3,5 Tonnen zeitnah mit Abbiegeassistenten ausgerüstet bzw. nachgerüstet werden sollen. Auch andere Hamburger Unternehmen, wie die Luis Technologie GmbH, arbeiten daran, solche Tragödien zukünftig zu vermeiden: Ein Anfang August auf den Markt gebrachter Lkw-Abbiegeassistent kann zwischen sich bewegenden und statischen Objekten unterscheiden. Im Vergleich zu anderen Systemen, die mit Ultraschall arbeiten, ein Novum.

System differenziert zwischen sich bewegenden und statischen Objekten

Waren bisherige Abbiegeassistenten auf Ultraschall-Basis nicht in der Lage, sich bewegende Objekte von stehenden Objekten zu unterscheiden, greift das System von Luis auf eine Kamera zurück. Indem es statische Objekte, wie parkende Autos oder Ampelmasten, herausfiltert, schützt es den Fahrer vor einer Abstumpfungsgefahr bei zu häufigen Fehlalarmen. Eine optische und akustische Warnung erfolgt nur bei sich bewegenden Objekten, wie Fußgängern oder Fahrradfahrern. Der Abbiegeassistent aktiviert sich beim Einschlagen des Lenkrads sowie in einem bestimmten Geschwindigkeitsbereich automatisch. Der Fahrer wird über einen roten Kasten im Monitorbild und einen Warnton nur dann gewarnt, wenn eine Gefahr droht. Besonders hilfreich: Das System lässt sich bei jedem Nutzfahrzeug nachrüsten. Als eines der ersten Unternehmen testet die Hamburger Spedition Garbe den „Luis Turn Detect“ derzeit.

GF Dr. Matthias Feistel und Martin Groschke
Luis-Geschäftsführer Dr. Matthias Feistel und Martin Groschke

Innovation made in Hamburg

Die Luis Technology GmbH wurde 1999 gegründet und hat sich auf Kamera-Monitor-Systeme sowie Fahrassistenzsysteme spezialisiert. So verfügen mitunter die StreetScooter, die von einem Tochterunternehmen der Deutsche Post DHL Group für eine emissionsfreie Logistik eingesetzt werden, über Rückfahrkameras von Luis. Das Unternehmen beschäftigt heute 15 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Hamburg-Hammerbrook. Die Geschäftsführer Dr. Matthias Feistel und Martin Groschke nehmen an der im Juli 2018 von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ins Leben gerufenen „Aktion Abbiegeassistent“ teil.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.luis.de

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