Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff - © HMG www.mediaserver.de Christian Spahrbier
Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan übergibt den Förderbescheid offiziell an die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath - © HHM / Annette Krüger

Containertransport wird elektrisch

Umweltsenator übergibt Förderbescheid an HHLA-Vorstand. Batteriebetriebene Transporter sollen künftig die Container bewegen

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) setzt zukünftig vermehrt batteriebetriebene Containertransporter ein, die auf dem HHLA Container Terminal Altenwerder die Boxen zwischen den Schiffen und dem Lager bewegen. Durch den Verzicht auf Dieselantriebe und den Einsatz von Ökostrom sollen dabei weder CO2 noch Stickoxid oder Feinstaub ausgestoßen werden. Während ihres Aufenthalts an der Stromtankstelle sollen die Containertransporter durch punktgenaue Entnahme oder Rückspeisung von Strom auch zur Stabilisierung des Netzes beitragen können.

Förderbescheid über 8 Millionen Euro

Das innovative Energiewende-Projekt der HHLA fördert die Behörde für Umwelt und Energie mit ca. 8 Mio. Euro, welche die EU aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung stellt. Den Förderbescheid überreichte Umweltsenator Jens Kerstan am 16. April an die HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath. „Die HHLA setzt in Altenwerder ein spannendes Projekt um, das gleich drei positive Effekte hat: Es spart CO2 und hilft so beim Klimaschutz, es verringert den Stickoxidausstoß und mindert so die Luftbelastung. Und es dient obendrein als flexible Speicherlösung und bringt so die Energiewende voran.” sagte Kerstan.

Prototyp seit Herbst 2016 im Einsatz

Ursprünglich kamen vor allem diesel-elektrisch angetriebene, automatische Containertransporter (Automated Guided Vehicle, kurz AGV) auf dem CTA zum Einsatz. Seit Herbst 2016 ist am CTA der Prototyp eines mit Lithium-Ionen-Batterien angetriebenen AGVs im Einsatz. Dieser wurde im Zusammenwirken mit einer Stromtankstelle erfolgreich getestet. Sechs dieser Stromtankstellen wurden mittlerweile in Altenwerder errichtet. In den nächsten Wochen sollen auf dem CTA 25 mit Lithium-Ionen-Batterien angetriebene AGVs in Betrieb genommen werden. Bis Ende 2022 soll die Flotte komplett auf Lithium-Ionen- Batterieantrieb umgestellt sein. Dadurch würden ab dann jährlich rund 15.500 Tonnen CO2 und rund 118 Tonnen Stickoxid weniger ausgestoßen.

Viele Vorteile

Auch betriebswirtschaftlich seien die mit Lithium-Ionen-Batterien angetriebenen AGVs attraktiv, weil bei ihnen das Verhältnis der eingesetzten Energie zur realen Antriebsleistung etwa drei Mal günstiger ist als bei Diesel-AGVs. Weitere Vorteile der wartungsfreien Batterien wären die Ladezeit und die hohe Lebensdauer.

Ein weiterer Vorteil: Stehen die Containertransporter beispielsweise bei einer Windflaute über der Nordsee an der Stromtankstelle, signalisiert eine Software, dass die Batterien Strom zurück ins Netz speisen sollen, um sofort die entstehende Lücke zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen. Steht dagegen mehr Windstrom zur Verfügung als nachgefragt wird, werden die Batterien zum Laden aufgefordert. Das soll zur Stabilisierung der Netzfrequenz beitragen.
js

Quelle und weitere Informationen:
www.hafen-hamburg.de

Der EFRE in Hamburg

Das Projekt am HHLA Container Terminal Altenwerder wird von der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Förderprogramms „Energiewende in Unternehmen“ unterstützt. Der EFRE stellt Hamburg für die Förderperiode von 2014 bis 2020 rund 55 Mio. Euro zur Verfügung, um Investitionen in Wachstum und Beschäftigung zu stärken. Die BUE setzt davon rund 24 Mio. Euro für die Förderung von Projekten in Hamburg ein, die zusätzlich zur Steigerung der Energieeffizienz einen flexiblen, strommarktgeführten Betrieb technischer Anlagen ermöglichen.
www.hamburg.de/efre

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