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Vorlesung im Ian K. Karan-Hörsaal Campus Lehre - © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

UKE koordiniert Entwicklung von neuen Tests für Studierende

Unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wollen Wissenschaftler die Auswahlverfahren für Studienplatzbewerber verbessern

Die Wissenschaftler wollen die Qualität der bestehenden Auswahlverfahren für Studienplatzbewerber im Fach Humanmedizin untersuchen und neue Tests zur Messung kognitiver, sozialer und kommunikativer Fähigkeiten der zukünftigen Medizinstudierenden entwickeln. Hintergrund ist die von Bund und Ländern im Masterplan Medizinstudium 2020 beschlossene Neugestaltung der Auswahlverfahren und die Forderung des Bundesverfassungsgerichts nach neuen Regeln für die Studierendenauswahl. Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit drei Millionen Euro geförderte Studierendenauswahlverbund (stav) startete am 1. Juli mit seiner Arbeit.

Auswahlverfahren an anderen Standorten untersuchen

An dem Projekt sind die UKE-Arbeitsgruppe Auswahlverfahren, die Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie die Universitäten Göttingen, Heidelberg, Münster und Saarbrücken beteiligt. Außer in Hamburg soll im stav nun auch die Qualität der Auswahlverfahren an anderen Standorten untersucht werden. Neben den sechs Verbundpartnern wollen 20 Kooperationspartner ihre Daten beisteuern, damit der Auswahlverbund die Vielzahl der in Deutschland eingesetzten Kriterien bewerten kann.

Mit einem gemeinsamen Studierendenauswahlzentrum am Standort Hamburg soll so die Einführung wissenschaftlich fundierter, strukturierter und standardisierter Auswahlverfahren an allen deutschen Medizinfakultäten gefördert werden. „Die zentrale Stellung des UKE im Forschungsverbund stav ist das Resultat der kontinuierlichen Förderung der Studierendenauswahl in Hamburg, die in Deutschland einzigartig ist“, sagt Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus, Dekan der Medizinischen Fakultät und UKE-Vorstandsmitglied.

Ziel: Deutschlandweit einheitliche Tests für die Auswahl von Medizinstudierenden

In einem weiteren Schritt wollen die Verbundpartner dann einen Test zu kognitiven Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber entwickeln, der auf bewährten Verfahren wie dem Test für medizinische Studiengänge und dem Naturwissenschaftstest „HAM-Nat“ aufbaut und in Zukunft deutschlandweit eingesetzt werden könnte. Auch sollen ein schriftlicher „Situational Judgement Test“ und multiple Mini-Interviews zur Messung sozialer und kommunikativer Kompetenzen weiterentwickelt werden. Ziel ist es, die Medizinischen Fakultäten in Deutschland durch einheitliche Tests und die Bereitstellung einer Servicestruktur bei ihrer Studierendenauswahl zu unterstützen.

Interviews sagen Kompetenzen von Medizinstudierenden voraus

Das UKE setzt bereits seit 2008 den Naturwissenschaftstest „HAM-Nat“ ein, um Vorkenntnisse und Lernmotivation der Medizinbewerberinnen und -bewerbern zu untersuchen. Zusätzlich müssen Studieninteressierte ihre kommunikativen und sozialen Kompetenzen in einem multiplen Mini-Interview zeigen. Unter anderem müssen die Bewerberinnen und Bewerber in einem gestellten Arzt-Patienten-Gespräch ihre Empathie beweisen oder gemeinsam mit anderen Bewerbern Teamaufgaben lösen. „Die Untersuchungen der AG Auswahlverfahren zeigen, dass die so ausgewählten Studierenden nicht nur einen sehr guten Studienerfolg haben, sondern auch gut mit Patienten umgehen können“, so der Verbundkoordinator Prof. Dr. Wolfgang Hampe vom Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie des UKE.
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

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