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Forschung Schizophrenie © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

UKE-Forscher finden möglichen Auslöser von Schizophrenie

Fehler in der Verschaltung bestimmter Hirnzellen könnte zur Entstehung der psychischen Störung führen

Forschern des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf ist ein großer Schritt in der Schizophrenie Forschung gelungen: Sie entdeckten den möglichen Mechanismus der psychischen Erkrankung. Die Weichen für eine spätere Schizophrenie werden möglicherweise schon im Mutterleib gestellt: Bestimmte Zellen im vorderen Stirnbereich des Gehirns könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen. Die Forscher vermuten, dass Fehler bei der Entwicklung dieser Zellen eine falsche Verschaltung des betreffenden Hirnbereichs verursachen, die durch eine gezielte Intervention umkehrbar ist. Diese Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der aktuellen Online-Ausgabe des internationalen Fachmagazins Neuron.

Besonders empfindliche Zellen in der Stirnhirn

Die Fehler in der Verschaltung der Hirnzellen könnten Ausgangspunkt für die Entstehung der psychischen Störung sein. Die identifizierten Zellen befinden sich im vorderen Bereich des Gehirns, auch Stirnhirn oder präfrontaler Cortex genannt. Hier sind Eigenschaften wie Vernunft, Selbstkontrolle oder das soziale Gewissen verankert. Diese Zellen seien während der Entwicklung des Gehirns besonders empfindlich, weshalb Störungen zu einer verminderten Hirnaktivität und schließlich zur falschen Verschaltung der betroffenen Hirnbereiche führen würden. Diese frühe Dysfunktion und die späten kognitiven Defizite konnten durch die Hemmung entzündlicher Prozesse während einer bestimmten Entwicklungsphase korrigiert werden. Ob die dazugewonnenen Erkenntnisse zu neuartigen Therapien führen werden sei ungewiss. Die Schizophrenie sei eine Entwicklungserkrankung, deren grundlegende Mechanismen weitgehend ungeklärt sind. Das Wissen, welche konkreten Zellen eine besondere Bedeutung für die fehlerhafte Verschaltung im Gehirn haben, sei lediglich ein erster Schritt.

Licht im Gehirn

Diese Erkenntnisse konnten die Wissenschaftler des UKE rund um Prof. Hanganu-Opatz anhand von speziellen Mäusen gewinnen, Aufgrund der genetischen Ausstattung und den früheren Erfahrungen weisen die Mäuse ebenfalls bestimmte Merkmale der Schizophrenie auf und dienten als Modellorganismus für die Erkrankung. Wichtigstes Werkzeug der Forscher waren sogenannte optogenetische Untersuchungsmethoden, bei denen zunächst lichtempfindliche Proteine mithilfe gentechnischer Verfahren in die Hirnzellen eingebaut werden. Später lassen sich die Zellen mit Lichtsignalen gezielt an- und abschalten. Durch Verhaltensexperimente können die Wissenschaftler dann auf die Funktion der jeweiligen Hirnzellen schließen.
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.idw-online.de

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