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Team Pro Exzellenzia 4.0. V. l. n. r.: Lina-Josephine Berte, Doris Cornils, Dr. Nele Gerkens © Laura Léglise

Pro Exzellenzia 4.0: gläserne Decke durchbrechen

Programm unterstützt Frauen auf dem Weg in Führungspositionen mit umfassenden Qualifizierungsangeboten

Wenn das Hamburger Karriere-Kompetenzzentrum für Frauen, Pro Exzellenzia 4.0, im Januar 2020 sein 10-jähriges Jubiläum feiert, werden sich bereits gut 3.800 Teilnehmerinnen durch Stipendien, Workshops, Beratungsangebote, Coachings und Netzwerkveranstaltungen weiterqualifiziert und wertvolle Karriere- und Führungskompetenzen erlangt haben. „Dieser besondere Mix aus Maßnahmen macht Pro Exzellenzia 4.0 zu einem deutschlandweit einzigartigen, hochschulübergreifenden Programm zur Qualifizierung von Frauen in Führungspositionen“, erklärt Projektleiterin Doris Cornils.

Fokus: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Pro Exzellenzia 4.0-Stipendiatin Dr. Ghesal Fahimi-Steingraeber

Zu einer der ersten exzellenten Stipendiatinnen zählte Dr. Ghesal Fahimi-Steingraeber, die aus ihrer Berufspraxis im Bereich Technologiemanagement zur Promotion an die Hochschule zurückkehrte. Dank der finanziellen Unterstützung durch Pro Exzellenzia 4.0 konnte sie sich voll und ganz auf die Forschung konzentrieren und zudem inhaltlich von Workshops und Seminaren profitieren. „Das Thema Frauen in Führungspositionen und Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde großgeschrieben. Ich habe während meiner Promotion Nachwuchs bekommen und fühlte mich dennoch bestärkt und unterstützt, meine Familien- und Berufswünsche gleichzeitig voranzutreiben“, so Dr. Fahimi-Steingraeber. Und das mit Erfolg. Heute leitet sie die Vertriebs- und Marketingabteilung in einem produzierenden Familienunternehmen. „Pro Exzellenzia hat mich besonders darin gestärkt, das Selbstbewusstsein nicht zu verlieren, Familie und Beruf zu vereinen“, betont die ehemalige Stipendiatin heute.

Role Models machen Mut

Pro Exzellenzia 4.0-Stipendiatin Charlotte Ruhmlieb

Nach wie vor stoßen jedoch zu viele Frauen auf dem Weg in Führungspositionen an die sogenannte gläserne Decke. „Genau auf diese Thematik ist das Konzept von Pro Exzellenzia 4.0 ausgerichtet“, betont Projektleiterin Cornils. „Besonders in MINT-Fächern sind nur wenige Frauen anzutreffen.“ Umso wichtiger sind positive Role Models, wie die Chemikerin Charlotte Ruhmlieb, seit Anfang 2019 Stipendiatin bei Pro Exzellenzia 4.0. Durch das Programm wurde ihr Interesse an Führungspositionen gestärkt. „Mir wurde erstmals bewusst, wie komplex und facettenreich die Thematik Leadership ist und welchen Stellenwert dabei kommunikative Kompetenzen haben“, erklärt die Doktorandin. Ruhmlieb profitierte zudem vom Netzwerk des Programms, lernte sich besser zu vernetzen und auf ihre exzellente Forschung aufmerksam zu machen: „Für die Zeit nach meiner Promotion habe ich bereits eine sehr vielversprechende Postdoc-Stelle im Ausland in Aussicht.“

Werkzeugkasten Soft Skills

Fachliche Expertise allein reiche allzu oft nicht für eine erfolgreiche Karriere, weiß Cornils. Und da kommt Pro Exzellenzia 4.0 ins Spiel. „Sind die Teilnehmerinnen aber bereit sich Kompetenzen, wie zum Beispiel Networking, Self-Promotion und Soft Skills für Führungskräfte zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere anzueignen, werden Aufstiegserfolge deutlich wahrscheinlicher.“
ys/sb

Pro Exzellenzia 4.0

Das Projekt Pro Exzellenzia 4.0 wird aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und von der Freien und Hansestadt Hamburg finanziert. Projektträger ist die Hamburg Innovation GmbH. Projektlaufzeit: 01.01.2017 bis zum 31.12.2020. Für ihr innovatives Konzept und ihr beispielhaftes und nachhaltiges Engagement bei der Umsetzung der Chancengleichheit für Frauen und Männer wurden Doris Cornils und ihre ehemalige Kollegin Anne-Kathrin Guder mit dem Chefsache Award 2016 (Schirmherrin Angela Merkel) auf dem ZEIT-Wirtschaftsforum in Hamburg ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Programm im Jubiläumsjahr unter: www.pro-exzellenzia.de

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