Forschung in Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
Forschung am UKE © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Neues Verfahren verhindert Abstoßung transplantierter Stammzellen

Nach einer Transplantation werden neue Zellen oftmals abgestoßen. Das neu entwickelte Verfahren soll diese Zellen 'tarnen' und so unangreifbar machen

Einem internationalen Wissenschaftlerteam, unter Leitung von UKE-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Sonja Schrepfer, sei es erstmals gelungen, bestimmte Stammzellen so zu verändern, dass sie nach einer Transplantation nicht mehr vom Immunsystem des Empfängers als fremd erkannt und abgestoßen werden. Wie die Forschungsgruppe des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) berichtet, erhalten die sogenannten iPS-Zellen eine 'Immun-Tarnkappe’, die sie fürs Immunsystem unangreifbar machen. „Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung einer universellen Stammzelltherapie“, so die Forscherin.

iPS-Zellen gelten als ethisch korrekte Stammzellen

iPS-Zellen (induzierte pluripotente Stammzellen) sind pluripotent. Das heißt, sie können sich zu jedem Zell- oder Gewebetyp des Körpers entwickeln. Diese Pluripotenz ist eine wichtige Eigenschaft für therapeutische Anwendungen. Pluripotente Stammzellen können sich z. B. zu intakten Herzmuskelzellen entwickeln und nach einem Infarkt geschädigtes Herzmuskelgewebe regenerieren. Die Ethik um embryonale Stammzellen werde immer wieder diskutiert. Die Gewinnung von iPS-Zellen, die großer Hoffnungsträger für die regenerative Medizin sind, sei dagegen unbedenklich und mit keinerlei Risiko für den Zellspender verbunden.

Mechanismen verstehen

Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner, Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des UKE, erklärt: „Spenderorgane gehen weltweit zurück und die Wartelisten für eine Organtransplantation werden stetig länger.” Es bestehe für Patienten mit Organversagen ein großen Bedarf an anderen Therapiestrategien. „Eine mögliche vielversprechende Strategie ist die Zelltherapie, bei der Organe oder Gewebe durch neue, aus Stammzellen entstandene Zellen ersetzt werden”, so Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner weiter.
js/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.