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Medizin-Nobelpreisträger Prof. Tasuku Honjo (l.) und Hamburgs Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher © Freie und Hansestadt Hamburg

Medizin-Nobelpreisträger Prof. Honjo zu Besuch in Hamburg

Im Kampf gegen Krebs: japanischer Immunologe hielt Festrede am UKE

Das Goldene Buch der Stadt Hamburg ist um einen Eintrag reicher: Am 4. Juli 2019 verewigte sich Prof. Tasuku Honjo, Medizin-Nobelpreisträger 2018, in dem Gästebuch der Hansestadt. Der japanische Krebsforscher hielt bei seinem Besuch u. a. einen Festvortrag am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er befand sich auf Einladung des Heinrich-Pette Instituts (HPI) – Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie in Hamburg.

Krebsforscher entdeckt neue Therapie

Prof. Honjo von der Universität Kyoto beschäftigt sich mit den molekularbiologischen Ursachen der Antikörper-Diversität. Für die Entdeckung einer Krebstherapie durch die Hemmung der negativen Immunregulation wurde ihm, zusammen mit James P. Allison, im Jahr 2018 der ‚Nobelpreis für Physiologie oder Medizin‘ verliehen. Beide Wissenschaftler haben unabhängig voneinander herausgefunden, dass bestimmte Proteine wie eine Bremse auf das Immunsystem wirken, wodurch das Immunsystem von der Bekämpfung von Tumorzellen abgehalten wird. Löst man diese Bremse, attackieren die Immunzellen die Krebszellen. Basierend auf diesem Konzept konnten neue Therapien entwickelt werden, welche bereits für verschiedene Krebsarten im Einsatz sind.

Festvortrag am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Am Vormittag wurde Prof. Honjo von Hamburgs Erstem Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher im Rathaus empfangen, wo er sich in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Gegen Mittag hielt der japanische Nobelpreisträger am UKE einen Vortrag mit dem Titel ‚Serendipities of Acquired Immunity‘. Darauf folgte am Nachmittag ein Treffen mit wissenschaftlichem Nachwuchs am Heinrich-Pette-Institut. Im Rahmen dessen plant das Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, die Zusammenarbeit mit den japanischen Netzwerkpartnern weiter zu vertiefen
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.hpi-hamburg.de
www.hamburg.de

Die Geschichte des HPI

Gegründet 1948 als Stiftung zur Erforschung der spinalen Kinderlähmung ist die Entstehung des Instituts im Wesentlichen auf zwei Personen zurückzuführen: auf den Mäzen Philipp Fürchtegott Reemtsma, der aus dem mütterlichen Erbe seines an Kinderlähmung verstorbenen Sohnes eine Stiftung einrichtete, und auf den Neurologen Heinrich Pette. Durch ihn wurden wissenschaftliches Konzept und Entwicklung des Instituts bis zu seinem Tod 1964 geprägt und gestaltet. Folgerichtig wurde „sein Institut“ nach dem Tode des Gründers in Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie an der Universität Hamburg umbenannt.

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