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Vorlesung im Ian K. Karan-Hörsaal Campus Lehre - © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Interviews sagen Kompetenzen von Medizinstudierenden voraus

Laut Studie des Universitätsklinikums UKE lassen sich mithilfe von Multiplen Mini-Interviews die psychosozialen Fähigkeiten angehender Mediziner vorhersagen

Bessere Bewertungen bei Prüfungen und Praktika: Medizinstudierende, die in den Interviews gut abgeschnitten haben, sind auch im späteren Ausbildungsverlauf erfolgreicher. Das haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) herausgefunden. So wurden Medizinstudierende, die in den Interviews gute Ergebnisse erzielt hatten, auch bei einem späteren Praktikum bei niedergelassenen Hausärzten besser bewertet. Außerdem schnitten diese Studierenden besser bei Prüfungen zu praktischen und kommunikativen Fähigkeiten ab. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in BMC Medical Education.

Multiple Mini-Interviews

Das UKE führte bereits 2009 die Multiplen Mini-Interviews zur Messung psychosozialer Kompetenzen von Studienplatzbewerberinnen und -bewerbern ein. Hierbei werden die Bewerber an neun verschiedenen Stationen jeweils fünf Minuten lang bewertet. Unter anderem müssen sie in einem Arzt-Patienten-Gespräch mit einem von einem Schauspieler dargestellten Patienten ihre kommunikativen und sozialen Fähigkeiten beweisen. So entsteht ein aus vielen Einzelurteilen unterschiedlicher Juroren zusammengesetztes Gesamtbild, das eine objektivere Bewertung als bei klassischen Interviews erlaubt.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich der hohe Aufwand der Studierendenauswahl am UKE lohnt. Wir finden durch die Interviews kompetente Studierende, die in unserem Modellstudiengang iMED schon in den ersten Semestern gut mit Patienten umgehen können. Zugleich verdeutlicht die Studie, dass wir bestens auf die neuen Auswahlgesetze zum Medizinstudium vorbereitet sind“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Hampe, Leiter der AG Auswahlverfahren im UKE.

Soziale und kommunikative Fähigkeiten immer wichtiger

Die Studie wurde im Rahmen des Teilprojekts „Auswahlverfahren Medizin“ des Universitätskollegs Hamburg durchgeführt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 536.000 Euro gefördert wurde. Die Arbeitsgruppe Auswahlverfahren des UKE hat als Verbundkoordinator gemeinsam mit den Universitäten Augsburg, Charité Berlin, Göttingen, Heidelberg, Münster und Saarbrücken eine weitere Förderung zur Erforschung der Studierendenauswahl beantragt.

Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Numerus Clausus im Dezember 2017 erarbeitet die Kultusministerkonferenz neue Gesetze für die Medizinstudierendenauswahl. Der „Masterplan Medizinstudium 2020“ fordert unter anderem, bei der Auswahl soziale und kommunikative Fähigkeiten einzubeziehen.
js/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.uke.de
www.bmcmededuc.biomedcentral.com

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