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European XFEL-Wissenschafter bereiten das FXE-Instrument auf ein Experiment vor - © European XFEL / Jan Hosan

Großbritannien ist neues Mitglied bei European XFEL

Hamburg heißt das Vereinigte Königreich als zwölftes Partnerland willkommen

Großbritannien ist offizielles Mitglied beim weltgrößten Röntgenlaser European XFEL. Deutschland – der Bund sowie die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein – trägt 58 Prozent der Kosten für die Forschungsanlage, Russland 27 Prozent. Die anderen Partnerländer sind mit ein bis drei Prozent beteiligt, der Beitrag von Großbritannien liegt bei etwa 2 Prozent. Am 19. März wurde in der Britischen Botschaft in Berlin die Beitrittsurkunde unterzeichnet.

Ambitioniertes Forschungsprojekt

Der Röntgenlaser XFEL produziert extrem helle und ultrakurze Lichtblitze, die mit Hilfe spezieller Experimentierstationen völlig neue Einblicke in atomare Details und in schnelle Prozesse im Nanokosmos ermöglichen sollen. Mit Kosten von 1,22 Milliarden Euro (Preisniveau 2005) für Bau und Inbetriebnahme und einer Länge von 3,4 Kilometern ist European XFEL eines der größten und ambitioniertesten europäischen Forschungsprojekte.

Wichtiges Signal

Laut Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung Hamburgs, ist der Beitritt Großbritanniens zu European XFEL ein wichtiges wissenschafts- und europapolitisches Signal. “Gerade vor dem Hintergrund des Brexit ist es von großer Bedeutung, die Wissenschaftsbeziehungen unserer Länder und generell in Europa zu stärken. Die britische Wissenschaft hat eine große Innovationskraft, und wir wollen auch in Zukunft eng mit ihr zusammenarbeiten. Von der Kooperation Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit ihren britischen Partnern profitiert auch der gesamte Wissenschafts- und Innovationsstandort Hamburg”, sagte Fegebank.
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.xfel.eu

Über European XFEL

Der European XFEL ist eine internationale Forschungsanlage der Superlative in der Metropolregion Hamburg: Er erzeugt ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich – 27 000-mal in der Sekunde und mit einer Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als die der besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art. Damit eröffnet er völlig neue Forschungsmöglichkeiten. Forschergruppen aus aller Welt können an dem europäischen Röntgenlaser atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen.

Die European XFEL GmbH ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die von internationalen Gesellschaftern getragen wird. Die Gesellschafter werden jeweils von den Regierungen der internationalen Partner benannt. Diese verpflichten sich in einem völkerrechtlichen Abkommen dazu, den European XFEL gemeinsam zu betreiben. Die European XFEL GmbH arbeitet eng mit dem Forschungszentrum DESY und weiteren internationalen Institutionen zusammen. Sie beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im September 2017 wurde die Anlage feierlich eröffnet und zur Nutzung freigegeben.

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