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BNITM baut neuen Forschungbereich 'Implementationsforschung tropischer Infektionen' auf © Louis Reed/Unsplash

Infektionen: Bernhard-Nocht-Institut baut Forschung aus

Bund, Länder und Hamburg fördern neuen Forschungsbereich „Implementationsforschung tropischer Infektionen" mit mehr als acht Millionen Euro

Obwohl für viele Infektionen wirksame Medikamente oder Impfungen zur Verfügung stehen, gelten Krankheiten immer noch als Geißeln der Menschheit: Weshalb scheitern an sich wirksame Bekämpfungsmaßnahmen? Wie lassen sich die Krankheiten besser kontrollieren und im besten Fall auslöschen? Um Fragen wie diese zu beantworten, baut das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ab Januar den interdisziplinären Forschungsschwerpunkt „Implementationsforschung tropischer Infektionen” auf. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sowie weiteren nationalen und internationalen Partnern soll der neue Forschungszweig in Hamburg einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Eliminierung armutsbedingter Infektionskrankheiten (z. B. Malaria und Ebola) leisten. Bund, Länder und Hamburg unterstützen das Vorhaben mit insgesamt mehr als acht Millionen Euro bis 2022.

Implementationsforschung für wirksame Bekämpfungsstrategien

Für zahlreiche tropische Infektionskrankheiten gebe es bereits Impfstoffe, Medikamente oder andere Möglichkeiten zur Bekämpfung, aber diese würden oftmals nicht die betroffenen Menschen erreichen bzw. die Zahl von Erkrankungen nicht effektiv reduzieren. Diesem Phänomen widmet sich die Implementationsforschung: Sie wird als Schlüssel zur Entwicklung und Umsetzung wirksamer Bekämpfungsstrategien angesehen. „Nicht nur die Krankheitserreger sollen erforscht werden, sondern auch, wie man sie in den betroffenen Regionen bekämpft. Das ist ein bedeutender Gewinn für die exzellente medizinische Forschung in Hamburg, allem voran aber ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit von Menschen weltweit”, erklärte Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

E-Health und moderne Gesundheitskommunikation als Chancen

Im Rahmen dessen soll erforscht werden, wie verschiedene Disziplinen, beispielsweise e-Health, Gesundheitsökonomie oder moderne Wege der Gesundheitskommunikation auch in ressourcenarmen Ländern dazu beitragen können, Bekämpfungsmaßnahmen effektiver durchzuführen und die Gesundheitssysteme nachhaltig zu stärken.

Das BNITM ist nach eigener Aussage Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Aktuelle Forschungsschwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, Immunologie, Epidemiologie und tropische Infektionen sowie die Mechanismen der Übertragung von Viren durch Stechmücken.
js/sb/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.bnitm.de
www.hamburg.de

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