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Zero-Waste-Café "In guter Gesellschaft" © In guter Gesellschaft

Vorbild sein: Zero-Waste-Café in Hamburg

Das Café „In guter Gesellschaft“ arbeitet nach dem Zero-Waste-Prinzip: Wer hier frühstückt und einen Latte trinkt, produziert so gut wie keinen Müll

Wer in Hamburg nachhaltig leben möchte, kann in Unverpackt-Läden einkaufen und seit zwei Jahren auswärts essen gehen, ohne Plastikmüll zu produzieren. Im Zero-Waste-Café „In guter Gesellschaft” auf der Sternschanze werden Lebensmittel „verpackungsfrei” eingekauft und angeboten. Sie sind regional und zum Teil in Demeter-Qualität oder mit Bio-Siegel.

Hausgemachte Limo, Marmelade und Pflanzenmilch

Um Verpackungsmüll zu vermeiden, stellt „In guter Gesellschaft“ vieles selbst her, zum Beispiel Marmelade und Hafer-Mandel-Milch. Die hausgemachte Limonade trinken Gäste aus einem Aluminiumstrohhalm und den Mund tupfen sie sich mit einer Stoffserviette ab. „Wir möchten ein Vorbild für Gäste und andere Gastronomen sein“, sagt Alana Zubritz, Mit-Gründerin des nachhaltigen Cafés. Gleichzeitig wolle sie niemanden bevormunden. In der Speisekarte finden sich nur wenige Hinweise, dass hier Essen und Getränke plastikfrei eingekauft, zubereitet und angeboten werden. Insbesondere am Wochenende zieht es viele Touristen in das Café auf der beliebten Sternschanze und kaum einem ist bewusst, dass es sich um ein Zero-Waste-Café handelt, so Zubritz.

Gründerinnen vom Zero-Weste-Café "In guter Gesellschaft"
Gründerinnen © In guter Gesellschaft

Rohstoffkosten gleichen Personalkosten aus

Dabei seien die Preise bei „In guter Gesellschaft“ nicht höher als gewöhnlich, denn die hohen Personalkosten werden von geringen Rohstoffpreisen ausgeglichen. Zubritz erklärt: „Wir brauchen zwar mehr Zeit, unseren Feigensenf selbst herzustellen. Die Feigen und Senfkörner sind aber günstiger, als das Fertigprodukt.”

Nachhaltigkeit verbindet

Vor zwei Jahren gründete Alana Zubritz „In Guter Gesellschaft“ zusammen mit Ina Choi-Nathan. Zunächst wollten sie ein Kleidertausch-Café eröffnen. „Wir wollten aber davon leben können“, sagt Zubritz. Deshalb rückten Kaffee und Kuchen in den Vordergrund. Für die Finanzierung suchten sie nach einem Mikrokredit und stellten ihr Konzept drei Banken vor. „Bei der letzten hatten wir Glück“, erzählt Zubritz: „Die Bänkerin war Hobby-Taucherin und kannte das Plastikproblem nur zu gut.“

Ein Liter Restmüll pro Woche

Die eigentliche Betriebsführung sei zu Beginn eine größere Herausforderung gewesen, als alles plastikfrei zu organisieren. „Es ist so einfach, Müll zu vermeiden“, sind die Gründerinnen überzeugt. Mehl und Zucker erhalte das Zero-Waste-Café in Papier, Gemüse in Holzkisten. Aktuell produziere das Café in der Sternstraße lediglich einen Liter Restmüll pro Woche. „Eine verschwindend geringe Menge im Vergleich zur herkömmlichen Gastronomie“, so Zubritz weiter. Dazu kommen wiederverwertbare Pappe und kompostierbarer Biomüll. Was dennoch an Verpackung anfällt, wird recycelt: Marmeladengläser werden zu Trinkgläsern und alte Speisekarten zu Notizzetteln für Bestellungen.

Weitere Zero-Waste-Cafés in der Hansestadt

In Hamburg steige das Umweltbewusstsein, genauso wie der Wunsch, Verpackungsmüll zu vermeiden. In Hoheluft bietet inzwischen auch der Unverpacktladen „Monger“ Kaffee und Kuchen an, genauso wie “Stückgut” in Ottensen. Edeka sowie Netto wollen “umweltfreundliche Kassenbons” aus Thermopapier einführen, die im Altpapier entsorgt und somit recycelt werden können. Das Hamburger Startup Terrorists of Beauty setzt ebenfalls Müllvermeidung und produziert Naturseifen ohne Mikroplastik.
mt/sb/kk

Quelle und weitere Informationen:
ww.in-guter-gesellschaft.com
www.monger.de
www.stueckgut-hamburg.de
www.terroristsofbeauty.com

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