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Konfliktrisiko durch den Klimawandel erhöht © Oxfam

Studie: Klimawandel erhöht Risiko für bewaffnete Konflikte

Eine Untersuchung im renommierten Fachmagazin Nature zeigt erhöhtes Konfliktrisiko durch den Klimawandel. Universität Hamburg an Forschung beteiligt

Sie sind sich einig: Das Klima hat Einfluss auf das Risiko von bewaffneten Konflikten. Obwohl bisher andere Faktoren einen deutlich größeren Effekt zeigten, steigt das Risiko für bewaffnete Konflikte durch das Klima. Für das vergangene Jahrhundert schwanken die Schätzungen für klimabedingte Konfliktrisiken innerhalb von Staaten zwischen drei und 20 Prozent. Zu diesem Schluss kommen 14 Experten aus verschiedenen Ländern und Disziplinen, die ihre Forschungsergebnisse im Fachmagazin Nature zusammenfassen. Die Studie fand unter der Leitung der Stanford Universität und mit Beteiligung der Universität Hamburg statt.

Konfliktrisiko könnte um bis zu 26 Prozent steigen

In einem Szenario wurde von einer Erwärmung von vier Grad ausgegangen, die laut der Studie realistisch sei, wenn die Emissionen von Treibhausgasen nicht radikal reduziert werden. Demnach könnte das Risiko für bewaffnete Konflikte im Mittel um 26 Prozent steigen – gegenüber einer Welt ohne menschengemachten Klimawandel. Damit wäre das zusätzliche Konfliktrisiko durch den Klimawandel heute etwa fünfmal so hoch wie das im letzten Jahrhundert. „Die Ergebnisse sind bemerkenswert, weil hier kontroverse Positionen überbrückt werden. Dadurch wird es möglich, gemeinsame Aussagen über Konflikte durch den zukünftigen Klimawandel zu machen”, so Dr. Jürgen Scheffran vom Exzellenzcluster Climate, Climatic Change and Society (CliCCS) der Universität Hamburg.

Wechselwirkung zwischen Klima und Konflikten

Zugleich belegt die Studie, dass Faktoren wie Armut, politische Instabilität, gesellschaftliche Ungleichheit und vorangegangene Kämpfe in einer Region einen weit stärkeren Einfluss auf das Konfliktrisiko haben als das Klima. Allerdings kann der Klimawandel weltweit auf diese Konfliktfaktoren wirken und so indirekt Konflikte und damit verbundene Gewalt verstärken. Dazu würden u. a. extreme Wetterereignisse und eine klimabedingte Migration gehören. Doch es bestehe die Chance, Konfliktrisiken durch Innovation und Kooperation zu verringern, so Scheffran weiter.
cf/sb

Quelle und weitere Informationen:
www.nature.com
www.woods.stanford.edu
www.uni-hamburg.de

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