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Gründer Benjamin Borngräber © Recyclingfüchse

‚Recyclingfüchse' übernehmen Abfallmanagement für Unternehmen

Die novellierte Gewerbeabfallverordnung verlangt viel und ist vage formuliert. Das Hamburger Startup Recyclingfüchse hilft Gewerbetreibenden bei der Umsetzung

Mehr als 90 Prozent der gewerblichen Abfälle wurden vor wenigen Jahren noch verbrannt oder deponiert. Im Sommer 2017 trat die erneuerte Gewerbeabfallverordnung in Kraft, um das zu ändern: Die Recyclingquote soll von sieben auf 30 Prozent steigen. Seitdem muss jeder Gewerbetreibende Papier, Glas, Kunststoffe, Metalle und Bioabfälle sowie Holz und Textilien bereits am Ort der Entstehung trennen, eine möglichst sinnvolle Verwertung sicherstellen und diesen Prozess genau dokumentieren. Und deshalb gibt es das Hamburger Startup Recyclingfüchse.

Unterstützung bei der Umsetzung

Gründer Benjamin Borngräber, 34 Jahre alter Unternehmer, arbeitet seit zehn Jahren in der Abfallwirtschaft. Mal im Controlling, mal als Unternehmensberater, mal als Wirtschaftsprüfer und nun als Freiberufler. Als die neue Gewerbeabfallverordnung rechtskräftig wurde, hätten ihn immer wieder Unternehmer angesprochen, was denn nun zu tun sei. Für Benjamin Borngräber war klar: „Es braucht jemanden, der die Unternehmen bei der Umsetzung unterstützt.“

Wirtschaftlich- und ökologisch-nachhaltige Abfallwirtschaft

Als „Recyclingfuchs“ setzt Borngräber an drei Stellen an: Erstens sichtet er vor Ort, welche Abfälle entstehen und wie man sie direkt trennen kann. „Beispielsweise sind transparente Folien viel besser recyclefähig als bunte Folien und sollten sofort in verschiedenen Behältern landen“, sagt Borngräber. Zweitens kümmert er sich um den innerbetrieblichen Transport der Abfälle. Zu oft würden sauber getrennte Verpackungen und weitere Materialien auf dem Weg wieder zusammengeworfen. Und drittens sucht er nach dem passenden Entsorgungsunternehmen. „Ich möchte durch Abfallmanagement Kosten sparen und das Unternehmen ökologisch-nachhaltig aufstellen“, erklärt Borngräber.

Auch wenn Handwerker, Kioskbetreiber oder Großunternehmer geflissentlich ihren Müll trennen, können Strafgelder in Höhe von 10.000 Euro drohen – wenn die Entsorgung nicht dokumentiert wird. So übernimmt das Hamburger Startup auch die Dokumentation.

Fehler in der Entsorgung sind nachträglich nicht zu korrigieren

Bislang sind es drei „Recyclingfüchse“. Borngräber arbeitet einige Stunden die Woche noch als Unternehmensberater und Interimsmanager, insbesondere für Entsorgungsunternehmen. Sein Ziel ist jedoch, die Recyclingfüchse zu seinem alleinigen Beruf zu machen. „In Zukunft möchten wir auch mit Filialisten zusammenarbeiten und die Entsorgung an vielen Standorten gleichzeitig optimieren“, sagt Borngräber. Dafür arbeiteten sie mit Startups zusammen, die digitale Cloud-Lösungen anbieten.

Borngräber appelliert an Unternehmen, sich über die Entsorgung Gedanken zu machen: „Wenn der Wirtschaftsprüfer einen Fehler im Jahresabschluss entdeckt, dann kann man das in der Buchhaltung korrigieren. Wenn die Abfälle entsorgt sind, dann sind sie weg.“
mt/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.recycling-fuechse.de
www.bb-c.eu

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