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OS4ES: Echtzeit-Marktplatz für regional erzeugte Energie

Die HAW Hamburg und neun europäische Partner aus Industrie und Anwendungsforschung entwickeln Kommunikationsplattform

„Open Systems for Energy Services“, kurz OS4ES, so heißt ein aktuelles Forschungsprojekt unter der Leitung von Professor Dr. Wolfgang Renz in der Fakultät Technik und Informatik der HAW. Im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsvorhabens entwickelten er und sein Forscher-Team gemeinsam mit Wissenschaftlern und Unternehmen aus neun europäischen Staaten die als Echtzeit-Marktplatz gedachte Kommunikationsplattform.

Europäische Kooperation

Um Versorgungsschwankungen im Stromnetz auszugleichen, braucht es offene Informations- und Marktplattformen, die einen schnellen, direkten, automatisierten und flexiblen Energieaustausch ermöglichen. Mit ihrer Hilfe kann man die Potenziale von Kleinerzeugern nutzen und die wetterbedingten Schwankungen der Anlagen verwalten beziehungsweise ausgleichen. Das internationale Forschungsprojekt heißt dementsprechend Offenes System für Energiedienstleistungen für das Energienetz der Zukunft (Open System for Energie Services, kurz: OS4ES). Von Juli 2014 bis Oktober 2017 kooperierten neun europäische Partner aus Industrie und Anwendungsforschung sowie das Labor für Multimediale Systeme (MMLab) an der HAW Hamburg unter der Leitung von Professor Renz.

Informationssystem und Marktplatz in einem

„Das Herzstück des OS4ES-System ist das vom MMLab maßgeblich mitentwickelte verteilbare Register (Registry)“, berichtet der Physiker und Informatiker. „Hier speichern wir alle wichtigen Informationen über die angemeldeten Energieressourcen. Betreiber von kleinen Ökostromanlagen und Speichern können auf diese Weise ihre Kapazitäten als Energiedienstleistungen anbieten und von speziellen Programmen (Aggregatoren) gesucht und reserviert werden.“

Das Register sei somit Informationssystem und Marktplatz in einem. Die Aggregatoren können die angebotenen Energiedienstleistungen demnach zeitweilig in ihr virtuelles Kraftwerk integrieren und direkt im Rahmen der Buchung steuern. Da die Kapazitäten als standardisierte Energiedienstleistungen dargestellt werden, könne das Rechnerprogramm viele verschiedene Energieressourcen miteinander vergleichen, Einsatzrisiken abschätzen und obendrein den besten Preis erzielen.
js/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.haw-hamburg.de

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