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Alsterblick © Yvonne Scheller

Hamburg verstärkt Klimaschutz-Anstrengungen

Klimawoche, Klimafonds, grüne Startups – der Umweltschutzgedanke gewinnt in immer mehr Bereichen an Relevanz

Vom 22. bis 29. September steht Hamburg ganz im Zeichen des Klimaschutzes. Die 11. Hamburger Klimawoche hat sich zum Ziel gesetzt, vom umfangreichen Wissen über den globalen Klimawandel und seine Bedrohungen zu konkreten Handlungsstrategien zu führen. Auf dem Programm stehen Bildungs- und Kulturprogramme, Mitmachaktionen und zahlreiche Diskussionsveranstaltungen.

Die gesamte Gesellschaft einbinden

Bereits seit 2009 bringt die von Ehrenamtlichen organisierte Klimawoche Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu einem möglichst vielseitigen Dialog zusammen, um für den Klimaschutz – und seit 2016 – für die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu sensibilisieren. In Zeiten der von Greta Thunberg initiierten Fridays for Future-Demonstrationen, treffen die Angebote der Klimawoche auf großes Interesse.

Greta Thunbergs Skipper übernimmt Schirmherrschaft

Malizia-Skipper Boris Herrmann

Die Schirmherrschaft der 11. Hamburger Klimawoche hat in diesem Jahr denn auch das Team Malizia übernommen – bestehend aus Skipper und Weltumsegler Boris Herrmann, Team-Managerin Holly Cova und der Leiterin des teameigenen Bildungsprogramms, Birte Lorenzen. Das Team hatte zusammen mit ihrem Teamgründer, Pierre Casiraghi, Ende August Greta Thunberg sicher über den Atlantik zur Klimakonferenz nach New York gesegelt. „Es ist mir eine große Ehre, die Schirmherrschaft übernehmen zu dürfen. Ich hoffe, dass sich die ganze Stadt mit Klimawandel beschäftigt“, betont Herrmann.

450.000 Euro im Klimafonds #moinzukunft

Die Hamburger Umweltbehörde stellt über den neu ins Leben gerufene Klimafonds #moinzukunft 450.000 Euro bereit, die bis Ende 2020 in einem unbürokratischen Verfahren über die Hamburger Klimaschutzstiftung vergeben werden sollen. Gute Chancen auf Förderung haben Hamburger Initiativen und Projekte, die das Bewusstsein für die globalen und lokalen Auswirkungen des Klimawandels schärfen und Ansätze zum Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit verfolgen.

„Breeze“-Sensoren für bessere Luft

Doch nicht nur Initiativen und Projekte haben sich dem Klimaschutz verschrieben, immer mehr Startups gründen grün. So hat sich etwa Breeze Technologies der Verbesserung der Luftqualität verschrieben. Gestartet ist das Team um Robert Heinecke, Sascha Kuntze und Jan Rübbelke 2015 mit Sensoren zur Messung der Luftqualität in Großraumbüros, kombiniert mit konkreten Verbesserungs-Vorschlägen. Inzwischen bietet Breeze seine Sensorentechnologie und das Beraterangebot auch für den Außenbereich an. Die Breeze Environmental Intelligence Cloud vereint Algorithmen für Sensorkalibrierung, Predictive Maintenance und Datenanalyse auf der Basis von künstlicher Intelligenz und Machine Learning und erlaubt somit Echtzeitauswertungen der urbanen Luftqualität.

Ökologische Alternative zu Plastik: Bio-Lutions

Bio-Lutions: Pflanzenreste statt Plastik

Eine Lösung für die zunehmende Plastikvermüllung bietet Bio-Lutions an. Gegründet 2017 von Eduardo Gordillo und Stefan Dircks, hat das Startup eine patentierte Technologie zur Herstellung von Verpackungen und Einweggeschirr aus einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Reststoffen ohne zusätzliche Bindemittel oder Chemikalien entwickelt. Die ökologische Alternative zu Plastik kommt an, nach dem Aufbau einer Produktion in Indien ist die Nachfrage nach den Bio-Lutions-Produkten deutlich gestiegen. Die Gründer planen deshalb zu expandieren, bis 2020 sollen drei neue Fabriken errichtet werden. Die Planungen sind realistisch – spätestens seit Bio-Lutions sich im Mai mehr als 8.3 Millionen Euro sichern konnte, mit Delivery Hero und der KfW-Tochter DEG als Schlüsselinvestoren.

Geld ausgeben und Gutes tun – mit der Tomorrow-App

Jede gute Idee muss finanziert werden. Das wissen auch die Gründer von Tomorrow und haben eine Banking-App entwickelt, die das Geld ihrer Kunden in nachhaltige Projekte investiert. Mit jeder Zahlung durch die Tomorrow-Karte werden Projekte im Bereich erneuerbarer Energien oder ökologischer Landwirtschaft unterstützt, oder das Geld fließt in Mikrokredite. Inas Nureldin, Michael Schweikart und Jakob Berndt sind Anfang 2019 an den Start gegangen. Perspektivisch soll eine umfassende digitale Plattform rundum Finanzen mit positivem Impact entstehen.

100-Megawatt-Anlage zur Wasserstoff-Elektrolyse

Und auch in der Hamburger Politik sind die Weichen auf Klimaschutz gestellt. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) will die weltweit größte Anlage zur Wasserstoff-Elektrolyse mit einer Leistung von 100 Megawatt im Hamburger Hafen auf den Weg bringen. Denn ein Problem für die Energiewende und die aktuelle Klimapolitik sind die fehlenden Speichermöglichkeiten für Strom. Der Bau der Anlage würde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten und soll durch Fördermittel vom Bund und der EU ermöglicht werden. Hamburg will die notwendige Fläche bereitstellen.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.klimawoche.de
www.breeze-technologies.de
www.bio-lutions.com
www.tomorrow.one

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