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Zukunftstechnologien © www.mediaserver.hamburg.de / Roberto Kai Hegeler

Erneuerbare Energiewirtschaft setzt auf Wasserstoff

Branchenumfrage des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg. Neun von zehn Unternehmen setzen auf die Zukunftstechnologie

Das Thema Wasserstoff beherrscht derzeit die Erneuerbare Energien-Branche. Die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur hat daher im September unter den rund 200 Mitgliedsunternehmen eine aktuelle Umfrage über das „Potenzial von Wasserstoff in der Erneuerbaren-Energien-Branche“ durchgeführt. Das große Interesse an Wasserstoff bestätigte auch die überdurchschnittlich hohe Teilnehmerzahl, so die Clusteragentur. Etwa 100 Experten aus dem Unternehmensnetzwerk beteiligten sich an der Umfrage.

„Neun von zehn Befragten halten es für sehr wichtig, dass die Wasserstofftechnologie weiterentwickelt wird, um fluktuierenden Strom aus Erneuerbaren Energien zu speichern und so auch die Stabilität der Energieversorgung zu erhöhen, so EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens. “81 Prozent schätzen die Rolle von Wasserstoff im Rahmen der Sektorenkopplung als sehr wichtig ein. Das sind deutliche Zahlen, die hinsichtlich der Erwartungen der Branche an die Technologie eine klare Sprache sprechen.“

Nutzungspotenziale von Wasserstoff

Verschiedene Anwendungsfelder der Wasserstoffnutzung halten die Branchenmitglieder für relevant: Etwa je drei Viertel der Befragten befürworten den Einsatz von grünem Wasserstoff als reinen Brennstoff sowie beigemischt im regulären Erdgassystem. 60 Prozent halten eine Umwandlung in Biomethan (synthetisches Erdgas) für sinnvoll.

In Hinsicht auf die konkreten Einsatzmöglichkeiten von Wasserstoff sieht die Mehrheit Zukunftspotenzial in der mittel- bis langfristigen Energiespeicherung und in der Mobilität (je etwa 85 Prozent). Über 60 Prozent halten die zeitversetzte Rückverstromung von Wasserstoff für eine wichtige Anwendung. Auch die Wärmeversorgung könnte laut der Hälfte der Befragten einen wichtigen Anwendungsbereich für Wasserstoff sein, die Industrie, etwa die energieintensive Chemie- und Stahlproduktion, ebenfalls, meinen 40 Prozent der Befragten.

Bereits in der Anwendung

Wie wichtig generell die Perspektive von Wasserstoff im Bereich der Mobilität ist, zeige sich daran, dass 85 Prozent der Befragten eine gleichwertige Förderung von Brennstoffzellenfahrzeugen und E-Autos fordern, um eine planbare Nachfrage für grün produzierten Wasserstoff zu erzeugen. Knapp zwei Drittel finden, dass eine Subventionierung des Wasserstoff-Tankstellenausbaus sowie eine Beimisch-Quote für Wasserstoff am Erdgas eine kontinuierliche und planbare Grundabnahme wirtschaftlich sinnvoll garantieren können. Der Wasserstoffeinsatz sei dabei keine ferne Zukunftsmusik: Etwa die Hälfte der Branchenexperten gibt an, bereits eigene H2-Projekte voranzutreiben. Darunter: Projekte wie eigene wasserstoffbetriebene Fuhrparks, Forschung und Pilotprojekte zur Sektorenkoppelung (darunter Wärmeerzeugung) und die Teilnahme an Reallaboren.

Verbesserung der Wirtschaftlichkeit

Die Integration von Wasserstoff in die Energie- und Verkehrssysteme sehen die Unternehmen als eilig an: Über 80 Prozent sehen es als dringliche Angelegenheit an, dass die Wasserstofftechnologie weiter erforscht und zur Marktreife gebracht wird, auch wenn Wasserstoff heute noch nicht 100 Prozent nachhaltig mit grünem Strom produziert werden kann. Die größten Hürden bei der Entwicklung einer großflächigen Wasserstoffwirtschaft sehen die Experten in der derzeitigen Energiemarkt-Regulierung, die (damit einhergehende) unzureichenden Wirtschaftlichkeit und den mangelnden Fördermitteln zum Aufbau einer Infrastruktur (je über 60 Prozent). Die Minderheit lässt sich von bisher fehlenden Abnehmern (22 Prozent), technischen Problemen oder schwieriger Skalierbarkeit der Technik (je weniger als ein Fünftel) entmutigen.

Synergieeffekte

Mehr als 85 Prozent der Befragten sehen die Wind und die Wasserstoffbranche mittelfristig eng miteinander verbunden. 28 Prozent sind sogar der Überzeugung, dass die Wasserstoffproduktion neben der Netzeinspeisung das zweite Standbein der Windbranche werden muss. Weniger als vier Prozent sehen hier auf absehbare Zeit keine Integration der Branchen. Sehr deutlich geht aus der Umfrage hervor, dass eine übergreifende Strategie gewünscht wird: Nicht nur die Wasserstoffstrategie der fünf Küstenbundesländer finden mehr als zwei Drittel der Befragten sehr wichtig; mit sogar annährend 90 Prozent halten die Experten eine bundesweite Wasserstoffstrategie für noch wichtiger. Am stärksten ist der Wunsch an die Bundesregierung, dass diese Pilotprojekte fördere. Das wünschten sich drei Viertel der Befragten.

Die Mehrheit der Unternehmen zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit den bisher auf Bundesebene eingeleiteten Schritten: In den „Reallaboren der Energiewende“, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgerufen hat, sehen zwei Drittel der Befragten ein hohes oder sehr hohes Potenzial für Zukunftsfähigkeit. Besonders die nördlichen Bundesländer sehen sich in Deutschland für das Vorantreiben der Wasserstofftechnologie mit ihren Projekten gut aufgestellt. International gelten Japan und andere ostasiatische Länder für die Weiterentwicklung von Wasserstoff als Zukunftstechnologie als Vorbilder.
ad/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.erneuerbare-energien-hamburg.de

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