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Enyway-Gründer und Ökostrom-Pionier Heiko von Tschischwitz - © Enyway GmbH

Enyway treibt die Energiewende mit "Pizzakartons" voran

Der Energie-Pionier Heiko von Tschischwitz gründete einen Online-Marktplatz für Ökostrom – direkt vom Erzeuger. Nun plant er eine Community-Solaranlage

Vor 20 Jahren rief Heiko von Tschischwitz Lichtblick, einen der ersten unabhängigen Stromanbieter in Deutschland, ins Leben. Mittlerweile hat sich das Hamburger Unternehmen als größter deutscher Ökostromanbieter etabliert. Ende 2016 realisierte der Energie-Pionier, „dass man in Zukunft eigentlich gar keine klassischen Stromversorger mehr braucht, wenn man die Dienstleistung auf einer Plattform anbietet, und Menschen die Möglichkeit gibt, Strom direkt zu erzeugen und damit zu handeln.“ So gründete er im Herbst 2017, zusammen mit Lichtblick-Kollegen Varena Junge und Andreas Riekhoff, das Energie-Startup Enyway: einen Online-Marktplatz für Ökostrom direkt vom Erzeuger. Das junge Unternehmen beschäftigt heute rund 60 Mitarbeiter. Am 20. November startete das erste Crowdfunding-Projekt, bei dem sich Privatpersonen am Bau einer Solaranlage beteiligen können. Ab der Größe eines Pizzakartons.

Erzeuger und Verbraucher zusammenbringen

Dazu sagt Heiko von Tschischwitz im Gespräch mit den Hamburg News: „Wir sind als Marktplatz für fairen Strom gestartet. Wir wollen aus dem anonymen Strommarkt einen Ort machen, an dem Menschen miteinander ins Geschäft kommen und gemeinsam die Energiewende gestalten können. Klassische Energieversorger werden so überflüssig, dezentrale Erneuerbare Energien gestärkt und der Energiemarkt demokratisiert.“ So bringt die Peer-to-Peer-Plattform Erzeuger von Solarstrom, Windenergie und Wasserkraft direkt mit Verbrauchern zusammen. Die Medien zeigen sich von der Idee angetan: “Wenn das Konzept aufgeht, könnte es die Energiewende grundlegend verändern” (Spiegel online) – und die Mopo schreibt: “Das Unternehmen „enyway“ ist gerade einmal ein Jahr alt, doch schon jetzt stellt das Hamburger Start-up den Strom-Markt komplett auf den Kopf.”

Mit Blockchain zur Crowdfunding-Solaranlage

Mit einem neuen Projekt will Enyway Interessierten nun die Möglichkeit bieten, „die Energiewende aktiv voranzubringen“ – indem sie Solarmodule pachten und sich damit Ökostrom zum Einkaufspreis sichern. Diese werden mithilfe von Blockchain-Technologie fälschungssicher in virtuelle Mini-Pakete aufgeteilt, um sicherzustellen, dass der erzeugte Strom ausschließlich an den teilnehmenden Haushalt geht. So lassen sich aktuell Panels in der Größe eines Pizzakartons (39 Euro) oder einer Tischtennisplatte (99 Euro) für einen gewissen Zeitraum pachten. Damit richtet sich die Crowdfunding-Solaranlage bewusst an Mieter, die kein Eigenheim besitzen oder nicht über ein großes Vermögen verfügen, ergänzt Enyway-CEO von Tschischwitz.

Digitale Energiewende

„Im Rahmen unserer Community-Aktion können sich mehrere 10.000 Menschen an dem Bau der Anlage beteiligen“, so der Gründer. Die erste Solaranlage soll bis Frühjahr 2019 in Hecklingen (Sachsen-Anhalt) entstehen, etwa 10.000 m2 Modulfläche umfassen und eine Leistung von 1,5 Megawatt aufweisen. Der übrige Strom, den die Pächter benötigen, soll ebenfalls von Enyway kommen, zum Einkaufspreis.
sb/kk

Quelle und weitere Informationen
www.enyway.com

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