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Windenergie Offshore © Jörg Böthling/EEHH GmbH

Auf dem Weg in eine grüne Zukunft

Hamburger Industrie glaubt an Vorbildfunktion bei der Energiewende. Neues aus dem Cluster Erneuerbare Energien Hamburg

Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist eine Herausforderung, doch der Anfang ist gemacht. Von rund sechs Prozent im Jahr 2000 wuchs der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland auf mehr als 40 Prozent im Jahr 2018. Im Klimaschutzplan 2050 bestätigte die Bundesregierung das Ziel, klimaschädliche Emissionen um mindestens 55% bis 2030 und um mindestens 70% bis 2040 zu vermindern. Der Hamburger Senat will bis Ende des Jahres eine Klimaschutzstrategie mit konkreten Maßnahmen entwickeln.

Umfrage: Industrie will aktive Rolle bei Energiewende

In Hamburg treibt das Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) die Energiewende seit acht Jahren voran und initiiert fortlaufend neue Projekte im In- und Ausland. Ziel ist es, Hamburgs Rolle als Zentrum für Energiesysteme der Zukunft weiter zu stärken und auszubauen.

Eine Mitgliederumfrage von Juni 2019 bestätigt die Bereitschaft der Hamburger Industrie zu mehr Eigenengagement – auch weil sie sich ein noch stärkeres Engagement von der Politik in Berlin erhofft. „Die befragten Unternehmensvertreter glauben, dass die Umstellung von Industrieunternehmen auf klimaschonende Energieversorgung die Politik positiv beeinflussen werde“, erklärt EEHH-Geschäftsführer Jan Rispens. Viele Umfrageteilnehmer sehen durch privatwirtschaftliche Unternehmen eine inhaltliche Bereicherung der Diskussion um die Energiewende. Dass diese dadurch glaubhafter werde, denken 45 Prozent der Befragten. Knapp 40 Prozent glauben in diesem Zusammenhang an positive Impulse aus der Industrie für die Politik und an die Vorbildfunktion für andere Unternehmen.

Verbundprojekt NEW 4.0

Vorbildfunktion hat sicher auch das Verbundprojekt NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende, das seit seinem Projektstart im Dezember 2016 schon für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. „Mit NEW 4.0 wird die Hamburger Großindustrie zum Partner der Energiewende“, betont Astrid Dose, EEHH-Prokuristin und Projektleiterin Öffentlichkeitsarbeit. So erproben etwa ArcelorMittal, Trimet und Aurubis bereits erfolgreich, wie industrielle Großverbraucher anstelle von konventionellen Kraftwerken wichtige Regelenergie erzeugen können, um das Stromnetz zu stabilisieren. „Gleichzeitig werden die Weichen gestellt, um Produktionsprozesse zu dekarbonisieren und statt fossiler Energieträger erneuerbaren Strom einzusetzen“, erklärt sie.

Neue Batteriespeicher entlasten Netz

Im Rahmen von NEW 4.0 sind gleich drei Batteriespeicher errichtet worden: In Brunsbüttel durch Wind to Gas Energy mit 2 MW Leistung, in Jardelund durch EnSpireMe mit 48 MW Leistung und in Hamburg-Curslack durch eine Kooperation von Vattenfall, Nordex und der HAW Hamburg mit 1 MW Leistung. „Die drei Speicher helfen dabei, das Netz auf der Erzeugerseite zu entlasten und kurzfristige Schwankungen auszugleichen“, sagt Dose. „Der Einsatz von Kraftwerken, die Regelenergie auf Basis von fossilen Brennstoffen erzeugen, kann so reduziert werden.“

Windenergie Hamburger Hafen

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme

Hamburgs Rolle als Vorreiter der Energiewende wird auch durch die Ansiedlung des Fraunhofer-Instituts für Windenergiesysteme IWES in Hamburg Bergedorf gestärkt. Richtfest war Ende 2018, im Mai fand die feierliche Standorteröffnung statt. „Der IWES-Standort Bergedorf ist ein großer Gewinn für die Wissenschaftsmetropole Hamburg: Windenergieforschung ist eines der wichtigsten Zukunftsfelder. Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Wissenschaft hier vorankommt“, sagte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist eine weltweit führende Organisation in der angewandten Forschung. Die Freie und Hansestadt Hamburg förderte die Ansiedlung des Instituts mit rund 8,3 Millionen Euro. Zusammen mit der Forschungsförderung des BMWi (Projekt HAPT) wurden am Standort insgesamt rund 20 Millionen Euro in Innovationen investiert.
ys/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.erneuerbare-energien-hamburg.de

Cluster Erneuerbare Energien Hamburg

Gegründet im Dezember 2010 von der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Verein zur Förderung des Clusters der Erneuerbaren Energien Hamburg – beide halten 51% bzw. 49% – bündelt das EEHH-Cluster die Kompetenzen von aktuell mehr als 190 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen aus der Metropolregion Hamburg im Erneuerbaren-Energien-Sektor.

Kooperation zwischen Hamburg und Groningen

Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann war am 27. August gemeinsam mit Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH), in Gronigen, um den Austausch zwischen den Regionen Nord-Niederlande und Norddeutschland im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie weiter zu festigen. Schon heute gibt es gemeinsame Initiativen für eine Zusammenarbeit zwischen Groningen und Hamburg bzw. Norddeutschland. Diese umfassen vor allem den Bereich Erneuerbare Energien. Die fünf norddeutschen Ministerpräsidenten wollen bis November 2019 eine gemeinsame Wasserstoffstrategie für Norddeutschland entwickeln. Die Eckpunkte dafür liegen bereits vor.

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