Titel Tourismus neu
Professor Norbert Aust: „Wir leben vom Tourismus“ - © Jörg Modrow

Tourismusverbands-Chef: „Guten Ruf als Musikstadt ausbauen"

Die Elbphilharmonie wirkt als Besuchermagnet für nationale und internationale Gäste – und steigert die Lebensqualität in der Stadt

Hamburg gehört zu den zehn lebenswertesten Städten der Welt – so das Ergebnis der Studie „Global Liveability Report 2017“ des „Economist“, die 140 Städte weltweit hinsichtlich Lebensqualität, Sicherheit, Gesundheitswesen, Bildung und Infrastruktur untersucht hat. Und mit der Elbphilharmonie ist in Hamburg ein Besuchermagnet entstanden, der die Aufmerksamkeit auch auf diesen Umstand lenkt. „Die Elbphilharmonie ist in erster Linie ein Konzerthaus, das zu den besten der Welt gehört, aber natürlich auch ein neues Wahrzeichen, das unsere Stadt sichtbar verändert. Dieses Wahrzeichen macht den Anspruch Hamburgs, eine Musikstadt zu sein, deutlich – und diesen Anspruch müssen wir einlösen“, erklärt Professor Norbert Aust, Vorsitzender des Tourismusverbandes Hamburg e. V.

Denn die aktuelle Neugier auf das spektakuläre Gebäude werde im Laufe der Zeit nachlassen, nicht aber die Anziehungskraft, die von erstklassiger Musik ausgeht. „Darum müssen wir auch weiterhin hervorragende Künstler in die Stadt holen, um nachhaltig unseren guten Ruf als Musikstadt Hamburg auszubauen.“ Dabei reiche es eben nicht, einen Saal mit herausragender Akustik gebaut zu haben, betont Aust, sondern die Aufmerksamkeit müsse dem Musikstandort in seiner Gesamtheit gelten – schließlich steht Hamburg für ein breites, musikalisches Angebot aus Pop- und Rockmusik, klassischer Musik und Musicals, eine lebendige Clubszene und das Reeperbahn Festival, das von Jahr zu Jahr mehr Besucher anlockt und an Bedeutung gewinnt. Und auch die Musikerziehung in Schulen und Kindergärten müsse Teil dieser umfassenden Strategie sein.

Elbphilharmonie lockt Touristen – und Neubürger

Tatsächlich betrachtet Aust die Elbphilharmonie nicht als Solitär, sondern betont die Bedeutung des neuen Konzerthauses als Teil des großen Ganzen. „Eine lebendige, attraktive Stadt ist sowohl für Touristen als auch für Neubürger interessant. Ich freue mich immer, wenn ich höre: ´Hamburg ist eine tolle Stadt.` Ich freue mich aber noch viel mehr, wenn mir jemand sagt: ´Hamburg ist eine tolle Stadt, hier will ich leben!`“ Denn Hamburg braucht qualifizierte Neubürger um sich weiterzuentwickeln, ist Aust überzeugt. Wenn Hamburg – auch dank der Aufmerksamkeit durch die Elbphilharmonie – kluge Köpfe anzieht, die Hamburgs Wirtschaft vorantreiben, bedeutet das letztlich mehr Geld in den städtischen Kassen, das wiederum dafür verwendet werden kann, Hamburg als Standort für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern. „Letztlich geht es ja darum, die Lebensbedingungen für uns alle in der Stadt zu verbessern“, so Aust.

Ziel: Tourismus sorgfältig weiterentwickeln

Mehr Geld verdankt die Stadt natürlich auch maßgeblich dem Tourismus. „Der Tourismus ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Hamburg, in seiner Dimension durchaus vergleichbar mit dem Hafen“, weiß Aust. 100.000 Arbeitsplätze, von geringqualifizierten Berufseinsteigern bis zu Hochschulabsolventen, und sechs Milliarden Euro Umsatz pro Jahr beschert der Tourismus Hamburg. „Wir leben vom Tourismus“, erklärt Aust. „Darum müssen wir ihn sorgfältig weiterentwickeln.“ Die Elbphilharmonie lenkt die Besucher aktuell stark in die Hafencity und ins Zentrum der Stadt. „Wir müssen transportieren, dass es auch in anderen Hamburger Stadtteilen viel zu entdecken gibt – vom Treppenviertel in Blankenese über die Sternenwarte in Bergedorf bis hin zum Tierpark Schwarze Berge in Harburg.“ Und wir dürften nicht aufhören, die Attraktivität Hamburgs zu erhöhen, nur weil die Elbphilharmonie aktuell für weltweites Interesse sorgt, warnt Aust. „Auch mit der Elbphilharmonie stehen wir weiterhin in direkter Konkurrenz zu anderen attraktiven Metropolen in der Welt. Wir dürfen uns auf unseren Lorbeeren nicht ausruhen.“

Michael Otremba: Anspruchshaltung steigt

Dem stimmt auch Michael Otremba zu. Der Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH und der Hamburg Marketing GmbH betont: „Wir müssen uns stärker mit der Frage auseinandersetzen: Wie können wir das Erlebnis vor Ort und für die Gäste noch wertvoller und angenehmer gestalten?“ Denn die Anspruchshaltung bei Hamburg-Besuchern steige, „allein schon wegen der Elbphilharmonie. Die steht für ein unvergleichliches Erlebnis in der Stadt. Diesen hohen Qualitätsanspruch wollen wir während des gesamten Aufenthalts erfüllen können.“ Otremba ist überzeugt, dass dies Hamburg gelingen werde, denn „im Gegensatz zum Brandenburger Tor oder dem Eiffelturm hat die Elbphilharmonie zusätzlich ein Innenleben. Und wir wollen mit diesen ´inneren Werten` zu den Top-Ten-Konzerthäusern der Welt gehören.“
ys/sa/kk

Weitere Informationen unter:
www.elbphilharmonie.de
www.hamburg-tourism.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.