Titel Tourismus neu
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Stadt ohne Grenzen

Barrierefreiheit wird für den Städtetourismus immer wichtiger. Auch Hamburg stellt sich darauf ein

Ein barrierefreier Tourismus bietet nicht nur ein großes touristisches Potenzial, sondern ist auch gesellschaftlich – nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels – ein wichtiges Thema. Menschen mit Behinderungen und Bewegungseinschränkungen, aber auch Senioren bekommen durch Barrierefreiheit einen einfacheren und uneingeschränkten Zugang zu Reise- und Freizeitaktivitäten sowie städtischen Attraktionen. Viele Marketingorganisationen der Bundesländer haben dieses Potenzial erkannt. Auch Hamburg nimmt diese Zielgruppe verstärkt in den Fokus. Seit Juli 2014 kümmert sich die Hamburg Tourismus GmbH (HHT) im Rahmen der Förderung durch die Kultur- und Tourismus-Taxe (KTT) aktiv um dieses Thema.

Nachfrage stark steigend

Die Nachfrage nach barrierefreien Urlaubsangeboten steigt stark und wird immer mehr zum Wettbewerbsfaktor für Destinationen. Die HHT nennt dazu folgende Zahlen:

• Barrierefreiheit ist für 10 Prozent der Menschen unentbehrlich, für 40 Prozent notwendig – und für 100 Prozent komfortabel
• 48 Prozent aller mobilitäts- und aktivitätseingeschränkten Deutschen würden bei besseren Angeboten häufiger verreisen.
• 60 Prozent wären bereit, für barrierefreie Angebote höhere Preise zu zahlen.
• Mehr Barrierefreiheit im Deutschland-Tourismus bedeutet bis zu 4,9 Milliarden Euro Nettoumsatz und 90.000 zusätzliche Arbeitsplätze.

Mehr Transparenz bieten

„Besonders wichtig für diese Zielgruppe sind detaillierte und ehrliche Angaben, damit der Betroffene auf der Reise keine bösen Überraschungen erlebt. Informationen sind hier das A und O in der Reisevorbereitung“, sagt Cynthia Wester, Referentin für barrierefreien Tourismus bei der HHT.

Die HHT plant zahlreiche Maßnahmen im Thema: „Wir richten eine barrierearme Website ein, auf der Reisende sich bereits im Vorfeld ihrer Reise speziell über das barrierefreie Angebot in Hamburg informieren und gezielt nach Angeboten suchen können“, sagt Wester. 2015 soll unter anderem auch eine Broschüre zum Thema erscheinen.

Gelungene Ansätze

Einige Beispiele für Barrierefreiheit in Hamburg:

• Das Ernst-Deutsch-Theater bietet in der Reihe „Theater Plus“ Vorstellungen für hörgeschädigte und gehörlose Menschen, die zusätzlich von Gebärdensprach-Dolmetschern übersetzt werden. Zudem bietet das Theater Rollstuhlplätze und Hörhilfen sowie die Möglichkeit, Vorstellungen mit einem Blindenhund zu besuchen.
• Die Kunsthalle sitzt in drei barrierefrei zugänglichen Gebäuden. Gehbehinderte Menschen erhalten gratis Rollstühle. Hörgeschädigte Besucher profitieren von Induktionsschleifen zur Sprachverstärkung des Audioguide und Führungen in Gebärdensprache.
• Das Miniatur-Wunderland ist barrierefrei angelegt. Regelmäßig gibt es Exklusivöffnungen nur für Rollstuhlfahrer und Schwerstbehinderte.
• Bei Hagenbeck sind sämtliche Wege und Einrichtungen für Rollstühle, Rollatoren und Delta-Roller geeignet. Es gibt zudem fünf barrierefreie Toiletten.
• In der HafenCity können sich Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Sehkraft problemlos bewegen, die öffentlichen Räume sind durch Rampen barrierefrei. Infocenter im Kesselhaus und Nachhaltigkeitspavillon sind barrierefrei zugänglich, alle öffentlichen Führungen für Rollstuhlfahrer geeignet.

Weitere Maßnahmen

Anfang 2015 sollen erste Ergebnisse zur Hamburg-spezifischen Marktforschung zum Thema vorliegen. Ziel sei, das Reiseverhalten und die Bedürfnisse von Gästen mit Mobilitäts- und Aktivitätseinschränkungen in Städten besser zu verstehen, um ein darauf abgestimmtes Angebot zu entwickeln. Auf der barrierearmen Unterseite www.hh-barrierefrei.de sollen ab Frühjahr 2015 sämtliche wichtige Informationen für die Zielgruppe entlang der touristischen Servicekette gebündelt werden.
ker

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg-tourismus.de

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