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Raymond Pettibon - © Raymond Pettibon

Weltgrößte Werkschau von Raymond Pettibon in Hamburg

In der Sammlung Falckenberg zeigen die Deichtorhallen Hamburg bis 11. September 2016 die weltgrößte Schau des US-Künstlers

Zu sehen sind mehr als 700 Zeichnungen, dazu hunderte von Flyern, Plattenhüllen und Fanzines sowie Filme, Malereien und Wandzeichnungen. Die von Dr. Ulrich Loock für die Deichtorhallen kuratierte Ausstellung zeigt Raymond Pettibon als Mythologen, der die prägenden Narrative der amerikanischen Kultur von Woodstock über die Präsidentschaften bis zum Krieg gegen den Terrorismus aufgreift und unterläuft. Sein Mittel sind Zeichnungen, in denen er Bild und Text uneinheitlich miteinander verbindet. Seit Ende der 1970er Jahre dürfte er etwa 20.000 Werke geschaffen haben. Darüber hinaus sind Filme, Malereien, Künstlerbücher sowie Flyer und Plattenhüllen für Punkrockbands und Zines entstanden.

Politik-Kritik im Großformat

In den 1980er-Jahren sind Pettibons Themen der Verfall der Hippie-Kultur, Mord und Selbstmord in der Drogenszene sowie die Repression der etablierten Gesellschaft. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Familien-, Rassen- und Geschlechterbeziehungen, Religiosität und dem Krieg in Vietnam. In den frühen Zeichnungen arbeitet er mit bitteren, präzise gesetzten Pointen. Später tritt die literarische Dimension des Werkes mit Bezügen zur Dichtung des 19. Jahrhunderts in den Vordergrund, bis das Werk schließlich einen neuen Höhepunkt in großformatigen farbigen Zeichnungen findet, in denen er, desillusioniert und wütend, scharfe Kritik an der Politik von George W. Bush und dem amerikanischen Krieg im Irak übt.

Chronologisch und thematisch strukturierte Werkschau

Nie zuvor war es möglich, einen derart umfassenden Zugang zum Werk von Raymond Pettibon zu gewinnen wie in der jetzigen Ausstellung in der Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen Hamburg. Erstmalig unternimmt es eine Ausstellung, Pettibons schier unendliches Werk nach verschiedenen Prinzipien zu strukturieren. Eine Ordnung ist chronologisch, eine andere konzentriert sich auf Motive wie Surfer, Baseball und Eisenbahnzüge, die Bibel, das Herz und den Phallus.

Seit 30 Jahren auf Ausstellungen gezeigt

Raymond Pettibon wurde 1957 geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Hermosa Beach, einem Vorort von Los Angeles. Während seines Wirtschaftsstudiums an der UCLA zeichnete er politische Karikaturen, 1978 publizierte er den umfangreichen Comic Strip Captive Chains, aus dem mehrere Zeichnungen für Flyer und Plattenhüllen verwendet wurden. Bald sagte sich Pettibon von der Musikwelt los; es folgte 1986 seine erste Ausstellung in der Semaphore Gallery in New York. Anschließend wurden Pettibons Arbeiten bei vielen Ausstellungen in Galerien und Institutionen in den USA und Europa gezeigt, im Jahr 2002 beteiligte er sich an der documenta 11 und 2007 an der Biennale Venedig. Auch erhielt er mehrere Kunstpreise in verschiedenen Ländern. Raymond Pettibon lebt in New York.

Jeden 1. Sonntag im Monat kann die Ausstellung ohne vorherige Anmeldung von 12 – 17 Uhr, besichtigt werden. Für Führungen (Do + Fr 18 Uhr, Sa 12 und 15 Uhr, So 12, 15 und 17 Uhr) ist vorherige Anmeldung erforderlich. Individuelle Führungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Absprache möglich. Anmeldung und Information unter www.deichtorhallen.de/fuehrungen.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.deichtorhallen.de

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