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Wegbereiter der Inklusion: Beifall der gehörlosen Besucherinnen und Besucher - © Büro der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen

Hamburger Unternehmen engagieren sich für Inklusion

Auszeichnung zum „Wegbereiter der Inklusion“ im Bereich Tourismus verliehen

In diesem Jahr seien mit dem Scandic Hamburg Emporio, dem Miniatur Wunderland und dem Ernst Deutsch Theater aus 20 Bewerbern gezielt drei Akteure mit Vorbildcharakter aus der Tourismusbranche gewählt worden. „Eine Reise nach Hamburg zu machen, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen oder Museen, Theater und Kunstausstellungen zu besuchen, ist für behinderte Menschen genauso wichtig wie für alle anderen Menschen”, so Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, zur Verleihung der Auszeichnung “Wegbereiter der Inklusion 2015“ am 3. Dezember im Hamburger Rathaus.

Öffnungszeiten für Rollstuhlfahrer

Das Miniatur Wunderland wurde laut Jury für seine besonderen Angebote für Menschen mit Behinderung hervorgehoben. In Abständen von vier bis acht Wochen öffnet das Miniatur-Museum in der Speicherstadt seine Türen für mehrere Stunden ausschließlich für Rollstuhlfahrer. Dann können die Besucher mit Handicap ungehindert alle Bereiche der Anlage erkunden. Die Inkaufnahme von Umsatzeinbußen an diesen Tagen wertete die Jury als besonderen Einsatz für Inklusion.

Design for all

Das Scandic Hamburg Emporio wurde für seine barrierefreie Ausstattung ausgezeichnet. Die Mitarbeiter würden speziell geschult, die Standards der Hotelkette von einem Barrierefreiheitsbeauftragten überwacht. Zudem existiere ein ständig aktualisierter Maßnahme-Katalog mit inzwischen 135 Punkten zum Thema Inklusion. Laut Jury ist Barrierefreiheit im Scandic Hotel selbstverständlich und im „Design for all“ enthalten.

Vorstellungen für Gehörlose

Das Ernst Deutsch Theater erhielt die Auszeichnung für sein Programm „Theater plus“, das seit 2012 Theatervorstellungen für Gehörlose ermöglicht. Jede Vorstellung werde mit Gebärdensprachdolmetschern angeboten. Außerdem könnten höreingeschränkte Menschen mit einer Technik Unterstützung erhalten. Für sehbeeinträchtigte und blinde Menschen stehe eine Audiodeskription zur Verfügung. “Die Jury war besonders von der Selbstverständlichkeit, mit der „Theater plus“ Augenhöhe zwischen allen Besuchern – ob gehörgeschädigt oder nicht – herstellt, überzeugt”, sagte Handelskammer Vize-Präses Andreas Bartmann in seiner Laudatio.

Inklusion bekannter machen

Die Laudationes zur Verleihung hielten Franz J. Klein, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, Andreas Bartmann, Vize-Präses der Handelskammer Hamburg und Prof. Norbert Aust, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Hamburg. Die Auszeichnung erfolgte zum zweiten Mal. Im vergangenen Jahr waren drei Projekte aus dem Bereich Sport geehrt worden. Senatskoordinatorin Körner, und das bei ihr angesiedelte Inklusionsbüro wollen mit der Auszeichnung das Thema Inklusion in Hamburg bekannter machen.
ca/him/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hamburg.de

Die Kriterien der Auszeichnung

Mit der Auszeichnung zum „Wegbereiter der Inklusion“ werden Betriebe, Organisationen, Vereine und Einzelpersonen mit Sitz in Hamburg ausgezeichnet, die sich im Sinne der Kriterien engagieren. Inklusion muss in den betreffenden Organisationen, bzw. in Teilen der Organisation bereits nachweislich praktiziert werden. Dies bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung das entsprechende Angebot gleichberechtigt in Anspruch nehmen können müssen. Die Jury entscheidet nach Kriterien wie der Anzahl der Teilnehmer/innen bzw. Besucher/innen oder Gäste die das inklusive Angebot in Anspruch nehmen können, der Fortdauer des Angebots und dem damit verbundenen zeitlichen und finanziellen Aufwand.

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