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Lohsepark - © HafenCity Hamburg GmbH//

Dokumentationszentrum am Lohsepark nimmt Gestalt an

Am Lohsepark in der Hamburger HafenCity wird künftig ein zentraler Gedenkort zur Deportationsgeschichte in Hamburg entstehen

Elementarer Bestandteil des „Denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ ist ein Informations- und Dokumentationszentrum mit einer Ausstellung, die an das Schicksal der in den Jahren zwischen 1940 und 1945 deportierten Juden, Sinti und Roma erinnert. Für den Neubau wurde nun der Architektenwettbewerb entschieden.

Hamburger Bahnhof: Abfahrt zum KZ

Wo heute der Lohsepark als größte Parkfläche der HafenCity sich der Fertigstellung nähert, standen einst Teile des Hannoverschen Bahnhofs. Von hier aus wurden nach neueren, im Rahmen der Parkplanung durchgeführten, historischen Untersuchungen zwischen 1940 und 1945 mindestens 7.692 Juden, Sinti und Roma in 20 Transporten aus Hamburg nach Ausschwitz, Belzec, Lodz, Minsk und Theresienstadt deportiert.

Hamburg erinnert sich

Als Ort des Gedenkens an dieses dunkle Kapitel der Hamburger Stadtgeschichte wird im und am Lohsepark der Gedenkort „Denk.mal Hannoverscher Bahnhof“ entstehen, der aus drei Elementen entwickelt wird: Dazu gehören der zentrale Gedenkort des unter Denkmalschutz stehenden Relikts des Bahnsteigs 2 im östlichen Anschluss an den Park, des Weiteren die sogenannte „Fuge“, die durch den Park entlang des historischen Gleisverlaufs bis hin zum Bahnsteig führt, sowie das Dokumentationszentrum, das in direkter visueller Beziehung zum historischen Gedenkort, auf der Westseite des Parks an der Straße Steinschanze entsteht.

Dauerausstellung zum Thema “In den Tod geschickt”

Für das Gebäude am Westrand des Lohseparks, in das das Dokumentationszentrum einziehen wird, hatte das Sondervermögen Stadt und Hafen (HafenCity Hamburg GmbH) im Sommer 2015 ein geeignetes Grundstück gekauft. Dort ist ein siebengeschossiger Neubau mit einer Geschossfläche von ca. 6.100 qm BGF vorgesehen, mit einer Fläche von ca. 700 qm im Erdgeschoss für die Ausstellung und Veranstaltungsräume. Kernelement ist eine dauerhafte Ausstellung zum Schicksal der deportierten Norddeutschen und Hamburger Bürger, angelehnt an die von Dr. Linde Apel konzipierte temporäre Dokumentation „In den Tod geschickt“, die in kleiner Form seit September 2013 im Infopavillon Hannoverscher Bahnhof zu sehen ist. Für die neuen und endgültigen Räumlichkeiten wird die Ausstellung überarbeitet und erweitert werden, betrieben wird sie dann unter der Leitung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Architektenwettbewerb entschieden

Der Architekturwettbewerb stellte hohe Anforderungen an die Teilnehmer. Es war ein zeitloses, starkes Gebäude zu entwerfen, das eine doppelte Funktion erfüllt und dabei gut funktioniert: Im Erdgeschoss ein dauerhafter attraktiver Ausstellungs- und Veranstaltungsort, der sich von den publikumswirksamen Nutzungen der Umgebung abhebt sowie ein Bürogebäude mit einer Fassade, die mit den Ausstellungsflächen sehr gut harmoniert.

Der gesamte Planungsprozess für den Gedenkort im Park und das Dokumentationszentrum wurde neben politischen Vertretern Hamburgs und der Kulturbehörde von der Jüdischen Gemeinde, der Roma und Cinti Union, dem Landesverband der Sinti und dem Auschwitz-Komitee, dem Museum für Hamburgische Geschichte, dem Institut für die Geschichte der Deutschen Juden, der Landeszentrale für Politische Bildung sowie der KZ-Gedenkstätte Neuengamme begleitet.

Siegerentwurf von süddeutschem Team

Der Siegerentwurf von Wandel Lorch Architekten (Frankfurt/Saarbrücken) überzeugte laut Preisgericht „durch ein ruhiges und unprätentiöses Bürogebäude, dessen Erdgeschoss mit dem Dokumentationszentrum sich zwar farblich und in der Gliederung seiner Öffnungen vom kubischen Gesamtbau unterscheidet, aber den gleichen Ernst des Gesamtgebäudes hat.“ Das Preisgericht würdigt die „Einfachheit und Klarheit des Entwurfes, der die Doppelfunktion des Hauses erkennbar spiegelt, ohne sie übermäßig zu interpretieren“. Durch die ausgeprägte Erdgeschossausgestaltung findet eine Kommunikation vom Gebäude zum Gedenkort und andersrum statt.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.hafencity.com

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