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Das Verlingo-Team (v.l.n.r.): Jorge Davila-Chacon, Philip Drengenberg (Gründer), Mark Sang Kähler-Bossert (Gründer), Anna Weimer, Stephan Akrong (Gründer) - © Anne Gaertner / TUHH Startup Dock

Wie ein Hamburger Startup Personalern unter die Arme greifen will

Im Gespräch mit den Hamburg News erläutert verlingo-Gründer Stephan Akrong, wie aus einer Jobabsage eine Geschäftsidee entstand

Die Digitalisierung von Recruiting-Prozessen schreitet voran. Erst vor wenigen Wochen kaufte der deutsche Marktführer unter den Karriere-Plattformen, die Xing AG, das Wiener E-Recruiting-Startup Prescreen für 17 Millionen Euro. „Mit dem neuen Mitglied der Xing-Familie bieten wir Personalmanagern künftig die Möglichkeit, den gesamten Prozess von der Vakanz bis zur Einstellung software-basiert und damit effektiv und effizient zu managen“, sagte Alastair Bruce, CSO von Xing. Auch in Hamburg entstehen innovative Lösungen im Bereich des E-Recruitings.

Klare Symbole und simple Notensysteme

Ganz frisch dabei ist das Gründertrio von verlingo. Stephan Akrong, Philip Drengenberg und Mark Sang Kähler-Boßert wollen mit ihrer Software die Analyse und Auswertung von Arbeitszeugnissen automatisieren. Dank technischer Fortschritte im Bereich künstliche Intelligenz ist dies erstmalig möglich. Mithilfe von Machine Learning und Natural Language Processing kann die Software die deutsche Zeugnissprache innerhalb von Sekunden entschlüsseln. „Gemeinsam mit HR-Experten entwickeln wir Algorithmen, die in der Lage sind Zeugnisbewertungen zuverlässig zu deuten. Dabei erhalten Personaler durch klare Symbole, simple Notensysteme und tiefgehende Analysen Aufschluss über die Leistungsbewertung ihrer Kandidaten“, erläutert Mitbegründer Stephan Akrong.

„So eine Art Google Übersetzer für Arbeitszeugnisse“

Auf ihrem Weg zu einem marktreifen Produkt haben die Gründer die ersten Schritte getan. Seit März 2017 erhält das Team ein EXIST-Gründerstipendium. Im Juni folgte die offizielle Gründung von verlingo und der Einzug in das Startup Dock der Technischen Universität Hamburg (TUHH). Das Team ist seitdem um drei Mitarbeiter gewachsen.

Die Geschäftsidee zu verlingo treibt Mitbegründer Akrong bereits seit rund zwei Jahren um. Damals noch im Masterstudium an der TUHH erhielt er überraschend eine Absage auf eine Job-Bewerbung. „Ich wollte wissen, warum ich nicht für ein Gespräch eingeladen wurde. Dabei stellte ich fest, wie undurchsichtig die Sprache der Arbeitszeugnisse war, die ich eingereicht hatte.“ Die Absage war bald vergessen und Akrong überzeugte seinen damaligen Kommilitonen Philip Drengenberg davon, „so eine Art Google Übersetzer für Arbeitszeugnisse“ zu entwickeln. Mark Sang Kähler-Boßert zu der Zeit IT-Consultant ergänzte das Team später mit technischem Knowhow.

Zukunft nicht nur im B2B-Geschäft

Aktuell konzentrieren sich die Gründer auf das B2B-Geschäft. Im Sommer startet eine erste Testphase mit einem Unternehmen aus Hamburg. Langfristig wollen sie aber auch Bewerbern mit ihren Algorithmen eine Möglichkeit bieten, den Inhalt ihrer Arbeitszeugnisse zu verstehen. Der Fokus auf Arbeitszeugnisse soll dabei bestehen bleiben. „In diesem Bereich herrscht völlige Intransparenz, das zeigen auch 30.000 Gerichtsprozesse jährlich“, sagt Akrong. Zudem sei die Konkurrenz in anderen Bereichen des E-Recruiting-Prozesses, wie etwa bei der Auswertung von Lebensläufen, bereits deutlich größer.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.verlingo.de
www.startupdock.de

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