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© Starship Technologiesb

Wenn der Roboter Pakete und Burger bringt

Hamburg ist ein attraktiver Testmarkt für technische Innovationen aus aller Welt. Ein Beispiel: Die Zustellroboter von Starship Technologies

Künftig könnte es wohl heißen: wenn der Roboter zweimal klingelt. Denn bald wird der Anblick von Zustellrobotern ganz alltäglich sein. Davon ist zumindest Henry Harris-Burland, Marketingleiter von Starship Technologies, überzeugt. Tatsächlich war ein Pilottest, der im August 2016 in Kooperation mit dem Paketdienstleister Hermes in Hamburg gestartet ist und aktuell in London fortgesetzt wird, ein Erfolg. „Die Kunden waren sehr zufrieden und wir haben eine Menge über Mensch-Roboter-Interaktionen gelernt. Und darüber wie man effizient einen weltweit führenden Lieferroboterservice aufbaut.“

Die GPS-gesteuerten Roboter – 70 Zentimeter lang und 21 Kilogramm schwer – pendelten zwischen teilnehmenden Hermes PaketShops und ausgewählten Testkunden. Dabei absolvierten sie in den Stadtteilen Ottensen und Grindel bis Ende März rund 600 Fahrten und legten über 3.500 Kilometer zurück. Hamburg ist die erste deutsche Großstadt, in der das europäische Technologie-Start-up seinen Lieferroboter getestet hat. Seit April unterhält Starship ein eigenständiges Büro in der Hansestadt.

Robotik-Hightech auf Hamburgs Straßen

Starship – gegründet 2014 von dem Skype Mitgründer Ahti Heinla im estnischen Tallinn – setzt dabei auf eine umfassende Technologie: „Der Roboter nutzt eine anspruchsvolle Sensor-Suite, um autonom zu fahren und Hindernisse zu vermeiden. Dazu gehören Computer Vision, Elemente des maschinellen Lernens, Radar, Ultraschall-Sensoren sowie Stereo- und TOF-Kameras“, erklärt Harris-Burland. Aus Sicherheitsgründen ist allerdings bei den Zustellungen bislang stets auch ein menschlicher Begleiter dabei. Die Beauftragung des Roboters erfolgt per Smartphone, ebenso wie das Öffnen. Eine SMS informiert, sobald der Roboter vor der Haustür steht.

Nächste Herausforderung: Burger und Pizza

Aktuell erprobt Starship seine ´Local Starship Delivery Robots` – einen griffigeren Namen will der Roboterhersteller in Kürze verkünden – in Hamburg zusammen mit Foodora and Domino’s Pizza. Weltweit kam der Zustellroboter bereits in 18 verschiedenen Ländern zum Probeeinsatz. „Derzeit sind wir in fünf Ländern im täglichen Einsatz, in UK, USA, Estland, Deutschland und der Schweiz“, sagt Harris-Burland. Das erklärte Ziel ist die Revolution des lokalen Zustellservices. „Wir wollen lokale Unternehmen dabei unterstützten, Anwohnern einen bequemen und preisgünstigen Service anzubieten. Zudem wollen wir Staus und Umweltverschmutzung vermeiden, indem wir die Anzahl der Autos und Transporter auf der Straße reduzieren“, so Harris-Burland.

Passanten überraschend desinteressiert

Noch haben die cleveren Roboter nicht den Status eines ausgereiften, markttauglichen Massenprodukts erreicht. Doch die Testläufe konnten das bestehende Kartenmaterial deutlich verbessern und geben wertvolle Antworten auf Fragen wie: Sind Roboter in der Paketzustellung realistisch einsetzbar? Wie müssen Prozesse angepasst werden, um kosteneffizient arbeiten zu können? Und vor allem: Wie reagieren Kunden und Passanten?
Tatsächlich reagierten Passanten überraschend desinteressiert, hat Harris-Burland festgestellt. „Von etwa 10 Millionen Menschen, die dem Roboter begegnet sind, haben nur etwa 1% Fragen gestellt. Die meisten schauten den Roboter kurz an, ignorierten ihn dann aber.“ Doch nicht alle ließ der Roboter gänzlich kalt, oder?. „Nein, nicht alle. Kinder lieben den Lieferroboter – manche haben sogar den Roboter wie einen Hund gestreichelt!“
ys/kk

Weitere Informationen unter:
www.starship.xyz

Roboter zum Anfassen im betahaus

Unter dem Motto „Roboter zum Anfassen“ lädt Starship Technologies am 7. Oktober 2017 zum Tag der Offenen Tür ins betahaus Hamburg ein. Ab 15 Uhr können Besucher dort mehr über die Lieferroboter erfahren, die in Hamburg derzeit Pizza und Burger liefern und von einem Team rund um die Skype-Gründer Ahti Heinla und Janus Friis entwickelt werden. Weitere Informationen unter www.hamburg.de

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