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Von rechts nach links: Felix Gessert, Hannes Kuhlmann, Erik Witt, Florian Bücklers, Malte Lauenroth - © Baqend GmbH

Webseiten-Beschleuniger Baqend strebt in den Publisher-Markt

Bei Startups und Agenturen kommt die technische Innovation bereits zum Einsatz. Sie beruht auf jahrelanger Forschungsarbeit an der Universität Hamburg

Das Hamburger Tech-Startup Baqend hat sein nächstes Ziel vor Augen und will nun auch den Publisher-Markt erobern. Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung 2014 mit einer Caching-Technologie zur Beschleunigung der Ladezeiten von Webseiten und Apps einen Namen gemacht. Zu den ersten Abnehmern der Innovation zählten Indie-Entwickler, Startups, Agenturen und Softwarefirmen. Nun sind die Gründer Malte Lauenroth, Hannes Kuhlmann, Florian Bücklers und Felix Gessert gleich mit mehreren Hamburger Medienhäusern im Gespräch. „Gerade auf Nachrichten-Seiten sind schnelle Ladezeiten extrem wichtig. Eine Breaking News muss im Handumdrehen abrufbar sein“, erklärt Mitbegründer Felix Gessert im Gespräch mit den Hamburg News.

Caching-Technologie als „Backend-as-a-Service”

Baqend will das Problem langsam ladender Webseiten und Apps mit Hilfe intelligenter Caching-Algorithmen beheben. Der Cloud-Service „Baqend Cloud“ wurde im Februar 2016 gelauncht. Er bietet die Caching-Technologie in Form eines „Backend-as-a-Service“ an, d.h. Entwickler nutzen die Schnittstellen und Module von Baqend, um darauf aufbauend eigene Apps und Webseiten zu programmieren. Die gleiche Software wird mit „Baqend Enterprise“ auch als Lösung für Unternehmen mit vorhandener Infrastruktur angeboten. Nach Einschätzung der Gründer beschleunigen Webseiten, die auf Baqend laufen, ihre Ladezeiten im Schnitt um Faktor 2,5 bis 6.

Zwei neue Venture Capital-Geber an Bord

Die technischen Grundlagen von Baqend entstanden in fünfjähriger wissenschaftlicher Vorarbeit am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg. Herzstück der Forschung war die Entwicklung der in die Baqend-API integrierten Algorithmen, die automatisch intelligente Entscheidungen treffen und damit die Ladezeiten von Apps und Webseiten beschleunigen. Als forschungsbasiertes Startup wurde Baqend seit der Gründung 2014 für ein Jahr durch ein Exist-Gründerstipendium des BMWi gefördert. Von Anfang 2015 bis November 2016 sicherte sich das Startup das IFB-Förderprogramm InnoRampUp. Zuletzt hat das Gründerteam zwei erfahrene Venture Capital-Geber an Bord geholt, die das Team auch mit ihrem Knowhow unterstützen. „Das hilft uns gerade jetzt, wo wir einen neuen Markt angehen, enorm“, betont der promovierte Informatiker Gessert.

Die Rettung für den großen Auftritt von Thinks in „Die Höhle der Löwen“

Bislang kam die Caching-Technologie vor allem bei Startups und Agenturen zum Einsatz. So hatte zum Beispiel das Gründertrio der Design-Agentur Thinks die Baqend-Lösung in weiser Voraussicht vor der Ausstrahlung seines erfolgreichen Pitches in der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ eingebunden. Der plötzliche Käuferansturm auf den Online-Shop des Startups konnte mit der Unterstützung von Baqend ohne Überlastung bewältigt werden.

Auch bei der Verleihung von Gründerpreisen ist Baqend immer wieder im Gespräch. Bei den IT Strategietagen im Frühjahr 2016 legten die Gründer den besten Pitch hin, im Mai schafften sie den Sprung ins Finale des Hamburg Innovation Awards, im Herbst folgte die Nominierung beim Startups@Reeperbahn Pitch.

Das Baqend-Team wächst um einen Chief Sales Officer

Das Baqend-Team ist mittlerweile auf elf Mitglieder gewachsen – in der Mehrzahl Informatiker, neuerdings hat das Startup aber auch einen Chief Sales Officer (CSO) an Bord. „Der Vetrieb ist bei uns bislang eher organisch gewachsen. Nun wollen wir aktiv neue Kunden gewinnen“, sagt Gessert. In Zukunft wollen die Gründer neben dem Publisher-Markt auch den E-Commerce-Sektor angehen. Dort sei die Anbindung von Baqend jedoch mit komplexeren Herausforderungen verbunden als etwa auf Nachrichten-Seiten. Doch Gessert gibt sich zuversichtlich: „Das wird unser nächster großer Deal.“
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.baqend.com

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