Hamburg-News-media-it-creative-industries-innovation-future-business
VR-Drohne Spherie - © SpiceVR

Mitten im Geschehen: Virtual Reality auf dem Vormarsch

Im ersten Teil unserer Serie über Virtual Reality geht es um das Potenzial von VR. Auch viele Firmen in Hamburg arbeiten mit der Technologie

Das Foto ging um die Welt: Mark Zuckerberg, der Gründer des Social Media-Riesen Facebook, schreitet lächelnd den Gang eines Saals entlang, um ihn herum sitzen Menschen. Aber niemand starrt den Branchenprimus an, keiner scheint ihn überhaupt wahrzunehmen. Denn die Gäste im Saal tragen Virtual Reality-Brillen, sind abgetaucht in eine virtuelle Realität, in der Zuckerberg eben nicht zu sehen ist. Das Bild entstand auf Samsungs diesjähriger Produktpräsentation beim Mobile World Congress in Barcelona und ist millionenfach verbreitet worden: in sozialen Netzwerken, in News-Medien, Blogs, überall. Und es zeigt vielleicht jenen Moment, in dem diese Technologie endgültig ihren Siegeszug in der breiten Öffentlichkeit beginnt.

Mit VR-Brillen mitten im Geschehen

„Die Zeit ist jetzt reif“, sagt auch Virtual Reality-Experte Frank Steinicke, Professor an der Universität Hamburg, im Interview mit nextMedia.Hamburg. Anders als in den 1990er Jahren, als die Technologie schon einmal aufkam, sieht Steinicke nun die Rahmenbedingungen für eine Erfolgsgeschichte gegeben: „Damals war zum einen die VR/AR-Technologie [Virtual Reality und Augmented Reality; Anm. d. Red.] noch nicht gut genug, um wirklich zu überzeugen. Aber auch das gesamte technische Umfeld war noch nicht soweit.“ Will heißen: Das Eintauchen in die virtuelle Realität konnte damals noch nicht so gelingen, wie es die Technologie verlangt – und wie sie es heute erlaubt. Denn die neuen VR-Brillen sollen ermöglichen, Geschichten in Games, ganze Filme oder Reportagen so zu erzählen, dass der User sich als Teil der Szenerie fühlt, als sei er mitten im Geschehen.

Einsatzmöglichkeiten von Games bis Medizin

Damit einher geht auch ein immenses wirtschaftliches Potenzial, wie Stefan Klein, Projektmanager gamecity:Hamburg, beschreibt: „Virtual Reality ist mehr als nur eine neue Technologie. Sie ermöglicht gänzliche neue Formen der Darstellung und ein bisher nie dagewesenes Eintauchen in Inhalte. Das ist nicht nur für die Gamesbranche, sondern auch für Startups und Dienstleister abseits der Medienbranche interessant, etwa im Tourismus.“ Aber auch in der Medizin gibt es Einsatzmöglichkeiten für Virtual Reality, wie Prof. Boris Tolg im Digitalmagazin Unified von nextMedia.Hamburg erläutert:

VR-Drohne Spherie auf der SXSW 2016

Auch in Hamburg arbeiten immer mehr Firmen mit der Technologie. Nicht nur für Hamburger Gaming-Größen wie InnoGames, Goodgame Studios, Bigpoint oder Gamigo birgt virtuelle Realität Potenziale. Die VR-Nerds, ein Hamburger Kollektiv von Freiberuflern, realisierten zum Beispiel für Mitsubishi Motors ein VR-Video, das auf der IAA 2015 zum Einsatz kam. Das Hamburger Startup SpiceVR gelang mit den 360 mal 180 Grad-Aufnahmen der VR-Drohne Spherie bis ins Finale des internationalen Musik- und Digitalfestivals South by Southwest (SXSW) in Austin,Texas. Und der Digitalagentur Absolute Software attestiert Stefan Klein von gamecity:Hamburg im Interview mit Hamburg News fortschrittliches Denken. Das Hamburger Unternehmen entwickelt sowohl VR-Hard- als auch Software und zeigt neue Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in der Flugsimulation oder in der Fahrzeugkonfiguration.

Auswirkung wie Internet und Smartphone

Ein Problem, das jedoch noch vielfach im Kontext der Technologie angeführt wird: Die sogenannte Virtual Reality-Sickness, also eine Art Unbehagen im Zusammenhang mit der virtuellen Realität, die wohl – verkürzt gesagt – auf die unterschiedlichen Signale an die menschlichen Sinne zurückzuführen ist.

Und doch glaubt Experte Steinicke, dass Virtual Reality und auch Augmented Reality, die etwa über Einblendungen auf dem Smartphone die Realität erweitern kann, gute Zeiten bevorstehen: „Wenn wir es schaffen, auch in den kommenden Jahren die Hardware weiter zu verbessern, zu verkleinern und diese fast unsichtbar zu gestalten, wird zunächst VR und später vor allem AR eine ähnlich große Auswirkung auf unsere Gesellschaft haben, wie es das Internet oder das Smartphone hatten.“
ak/ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.nextmedia-hamburg.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.