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Drei Tipps: So gelingt der digitale Wandel  - © Michael Dutzke, Küstenliebe Fotografie

Tipps von Digital Media Woman Nehrenberg: So gelingt der Wandel

Die Digitalisierung verändert jeden Lebensbereich. Hamburg News sprach mit der neuen Quartiersleiterin der Hamburger Digital Media Women

Der digitale Wandel ist da, keine Frage. Der technologische Fortschritt ist rasant und verändert die Art wie wir leben, lernen, kommunizieren und arbeiten. Anke Nehrenberg, Mitgründerin der kommitment GmbH & Co. KG, unterstützt Unternehmen bei diesen Veränderungsprozessen. Beruflich und in ihrer Freizeit, denn die 37-Jährige ist die neue Quartiersleiterin der Hamburger Digital Media Women (#DMW). Im November löste sie Christiane Brandes-Visbeck in dieser Position ab.

Hamburg News: Anke, was begeistert Dich so an den #DMW? (Im digitalen Umfeld wird ganz selbstverständlich direkt zum Du übergegangen.)

Anke Nehrenberg: Die große Offenheit und Dynamik dieses Netzwerks, in dem sich starke Frauen – und Männer (!) – zusammen gefunden haben. Bei den #DMW geht es um Sichtbarkeit auf allen Bühnen des Lebens. Gegründet wurde das Netzwerk u.a. von Carolin Neumann, die sich 2010 bei der NEXT Konferenz darüber ärgerte, dass auf den Bühnen viel mehr Männer als Frauen zu erleben waren. Das wollte sie ändern. Inzwischen sitzen deutlich mehr Frauen auf den Podien, doch das ist immer noch steigerungsfähig. Zudem haben die DMW ihre Ziele erweitert, es geht etwa darum, mehr Frauen in der Wirtschaft und in Führungspositionen zu sehen und endlich Equal Pay zu erreichen. Und natürlich darum, Frauen zu unterstützen und vernetzen, die den digitalen Wandel vorantreiben.

Hamburg News: Tatsächlich stecken wir mitten in der digitalen Transformation. Wie kann der Wandel gelingen?

Anke Nehrenberg: In kleinen Schritten. Wir leben in einer technologiegetriebenen Zeit, müssen aber aufpassen, dass wir die Menschen mitnehmen, sonst funktioniert das Ganze nicht. Wir müssen aber versuchen, den digitalen Wandel erfolgreich zu gestalten, denn er betrifft wirklich jeden – und geht gefühlt immer schneller voran. Überall begegnen uns Stichworte wie Internet of Things, Künstliche Intelligenz oder Automatisierung, die teils noch Zukunftsmusik sind, aber unser (Arbeits)leben jetzt und in Zukunft verändern werden.

Hamburg News: Auf welche Veränderung sollten wir uns vor allem konzentrieren?

Anke Nehrenberg: Auf die in der Kommunikation – aber das denke ich vielleicht auch, weil das mein Beruf ist. Bei kommitment helfen wir Unternehmen sich zu verändern und/oder auf externe und interne Veränderungen reagieren zu können. Das betrifft zum einen die technischen Veränderungen, aber fast noch stärker die Unternehmenskultur. Kommunikation ist dabei fast immer ein Schlüsselelement – und gleichzeitig ist das Etablieren intelligenter Kommunikation oft mit das Schwierigste. Die Digitalisierung nun ermöglicht uns neue Formen der Kommunikation.

Hamburg News: Zum Beispiel sind wir jetzt über eine Vielzahl von Kanälen rund um die Uhr erreichbar.

Anke Nehrenberg: Richtig. Wir kommunizieren über Portale, Messenger-Dienste, Email, Twitter, SMS... Dazu kommt eine Flut von Apps und eine ganz neue Transparenz, indem wir online bewerten und bewertet werden. Das kann leicht zu einem Gefühl der Überforderung führen. Darum ist es so wichtig, sich eine gewisse Zeitsouveränität zu bewahren und Herrin über die eigenen Daten zu bleiben. So sehr ich das Digitale mag, so skeptisch betrachte ich die technische Entwicklung. Ich bin zum Beispiel Mitglied im Chaos Computer Club, der längst zu einer NGO geworden ist, die sich mit Computersicherheit und unserer Entwicklung hin zu einer Informationsgesellschaft beschäftigt.

Hamburg News: Also macht sich selbst der Chaos Computer Club Sorgen um den richtigen Weg in unsere digitale Zukunft. Am liebsten hätte ich jetzt drei Argumente von Dir, wie der digitale Wandel Spaß machen kann.

Anke Nehrenberg: Ein so komplexes Thema auf drei Punkte zu reduzieren ist natürlich problematisch, aber ich kann es ja mal versuchen.

1) Einfach mal Neues ausprobieren. Neue Technik erscheint oft kompliziert, aber das ganze Internet steckt voller Wissen. Überall finden wir Anleitungen im Umgang mit neuen Anwendungen. Und sehr oft folgt auf das vorsichtige Herantasten der Aha-Effekt ´Hey, das ist ja gar nicht so schwierig`. So lassen sich oft spielerisch neue Talente entdecken oder ausbauen und nebenbei erweitern wir noch unseren Horizont.

2) Den Anspruch nicht zu hoch hängen. Ich muss nicht Expertin für jede neue Anwendung werden und muss mich auch nicht immer sofort mit jedem neuen Trend auskennen. Ich kann in Ruhe abwarten und schauen – und in Netzwerken erfahren – welche neue Anwendung für mich Sinn machen könnte. Und die Vielfalt an Netzwerken, die im Zuge der Digitalisierung entstanden sind, lässt sich wunderbar nutzen, um neue Menschen zu treffen, die meine Interessen teilen. Das kann richtig Spaß machen.

3) Ein eigenes Zukunftsbild entwickeln. Zum Beispiel eine Arbeitswelt, die geprägt ist von Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit und einem Umgang auf Augenhöhe. Denn jeder hat Talente für die er Respekt verdient. Dazu kommt, die Digitalisierung hat zu einem freien Zugang zu Informationen geführt und wir können nun dafür sorgen, dass wir mit Hilfe dieses Wissens das alte Idealbild des Humanismus umsetzen können.

Das Interview führte Yvonne Scheller

Anke Nehrenberg

Anke Nehrenberg studierte an der Universität des Saarlandes Informationswissenschaft (Magister) und arbeitete als Unternehmens- und Strategieberaterin bevor sie sich selbstständig machte. 2016 gründete sie zusammen mit Dr. Johannes Mainusch und Ralf Wirdemann die kommitment GmbH & Co. KG. Nach Hamburg kam Anke Nehrenberg der Liebe wegen – zu einem Mann und zur Stadt, wie sie betont.
www.kommitment.biz

Digital Media Women

Gegründet wurden die #DMW 2010 in Hamburg von acht Frauen: Carolin Neumann, Nicole Willnow, Sarah Pust, Sanja Stankovic, Kixka Nebraska, Inken Arntzen (geb. Meyer), Agnieszka Krzeminska und Taalke Renken. Inzwischen gehören dem Verein mehr als 19.000 Mitglieder in neun Quartieren in Deutschland an. Bei den geht es um Netzwerken und Austausch, etwa bei Meetups oder Themenabenden, bei denen Gäste als Experten Impulse geben und ihr Fachwissen teilen. Alle Veranstaltungen stehen unter dem Motto: „Net. Work. Power“, also gegenseitige Unterstützung in und mit Jobs.
www.digitalmediawomen.de/hamburg

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