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SXSW: Nimm verdammt gute Schuhe mit!

Es ist der Drive, der die besondere Atmosphäre im texanischen Austin ausmacht – weiß Mirko Kaminski, Inhaber der Hamburger Agentur achtung!

„Keep Austin Weird!“: Das ist das in der texanischen Stadt allenthalben präsente Motto. Und in der Tat: Austin ist begeisternd vital, quirlig und für texanische Verhältnisse ungewöhnlich liberal und alternativ. Die Kultur: studentisch geprägt. Die Dichte an Musikclubs: enorm hoch. Es muss wohl nicht eigens erwähnt werden, dass die Steaks hier mitten in Texas prächtig sind. In diese Stadt kommt man gern. Gerade dann, wenn jetzt im März (10. bis 19.) erneut die South by Southwest (SXSW) stattfindet. Dann schiebt die Stadt den Regler noch mal einige Stufen höher. Die SXSW sei die größte Digitalkonferenz der Welt, heißt es. Als wenn die reine Teilnehmerzahl irgendetwas aussagte! Sind es nicht eher Kriterien wie „persönliche Relevanz“, „Inspirationsgrad“, „Erkenntnisgewinn“, „Networking-Wert“, die den einzelnen Teilnehmer ein Festival oder eine Messe als wichtig oder besonders empfinden lassen? Die permanent steigende Zahl an auch deutschen SXSW-Teilnehmern zeigt daher wohl: Für viele, für immer mehr Köpfe aus Wirtschaft, Medien, Startups, Agenturen hat die SXSW Bedeutung. Und was für eine!

Immer mehr Deutsche auf der SXSW

Weit mehr als 1.000 Deutsche – darunter viele aus Hamburg – sollen dieses Jahr in Austin dabei sein, um etwas zu finden: Ideen, Inspiration, Investoren, Kunden, neue Kontakte. Die Stadt Hamburg bietet Startups dort sogar quasi eine eigene Bühne, um sich mit anderen zu vernetzen. Johannes Everke von Hamburg Marketing: „Die SXSW ist zum Hotspot der Digitalwirtschaft geworden. Hamburg darf da nicht fehlen und zeigt mit seinen Unternehmen, dass es sich mit der Welt messen kann.“ Das SXSW-Programm an Panels, Vorträgen, Workshops, Treffen ist so dick wie es früher mal die Telefonbücher größerer Städte waren. Nun gut, es gibt eine App. Das macht die Sache aber nicht übersichtlicher. Daher gilt für die SXSW auch die Regel: Plane deinen Tag gut. Regel Nummer zwei setzt diese erste Regel allerdings schon außer Kraft: Sei bereit, deine Pläne über den Haufen zu werfen, denn das wirst du müssen!

Der Grund: Irgendwie verschlägt es einen doch nicht zu dem Vortrag, den man sich eigentlich besonders markiert hatte. Oder die Türen der favorisierten Veranstaltung werden frühzeitig wegen übergroßen Besucheransturms geschlossen. Dann geht man eben zu einer anderen in unmittelbarer Nähe und lässt sich auf das ein, was dort passiert. Und egal mit wem man spricht: Oft sind es genau diese Präsentationen und Diskussionsrunden, die man vorher überhaupt nicht auf dem Zettel hatte, die einen aber krass überraschen und einem etwas Wertvolles geben.

Mit Nervosität, ja Fiebrigkeit wird diskutiert

Es sind nicht die Themen, die hier besonders und anders als anderswo sind: „selbstfahrende Autos“, „künstliche Intelligenz“, „Wearables“, „Roboter“, „Content“, „Bots“ und „Engagement“. Darüber wird auch andernorts heiß diskutiert. Es sind vielmehr die Dichte, der Drive, mit denen hier in Austin darüber gesprochen wird. Es ist die Nervosität, ja Fiebrigkeit mit der es passiert. Diese besondere Atmosphäre hat ihren Quell vielleicht in der Tatsache, dass die SXSW im Jahr 1987 zunächst als Musikfestival mit 700 Besuchern startete. Heute, 30 Jahre später, beherbergt die SXSW neben einem Film- und Musikfestival eben eine der wohl wichtigsten und hippsten Technik- und Startup-Konferenzen der Welt. Die „SXSW Interactive“ zieht mittlerweile mehr Besucher an, als die anderen beiden Festivalteile. Und gerade die Kombination aus den dreien lässt den einen Teil, die SXSW Interactive, so besonders, so bunt und lebendig sein.

Du wirst jeden Tag etliche Meilen zurücklegen!

Wenn jemand partout nach Tipps für die SXSW fragt, dann könnten es diese sein: 1) Verabrede dich mit anderen! Teilt euch auf, durchstreift die SXSW! 2) Kommt danach zusammen, tauscht euch aus. Erzählt, was ihr an Neuem, an Kuriosem, an Erstaunlichem gehört, gesehen und entdeckt habt. Erst dann ergibt sich ein größeres – wenn auch niemals vollständiges – Bild. 3) Nimm verdammt gute, bequeme Schuhe mit, denn du wirst jeden Tag etliche Meilen zurücklegen!

mk/kk

Ein Gastbeitrag von Miro Kaminski

Quellen und weitere Informationen:
www.sxsw.com
www.achtung.de

Über den Gastautor

Mirko Kaminski (45) ist Inhaber und CEO der in Hamburg gegründeten Agentur achtung!. Kaminski besucht regelmäßig unter anderem das Cannes Lions Festival, die CES in Las Vegas, die dmexco in Köln, die Online Marketing Rockstars in Hamburg oder die Dreamforce in San Francisco, um sich inspirieren zu lassen. Seine Agentur beschäftigt 160 Mitarbeiter und ist unter anderem für BMW, Airbnb, eBay, Acer, Generali, SWISS und die Hamburger Elbphilharmonie tätig. Hier wirft er einen Blick voraus auf die in Kürze startende SXSW. Kontakt und weitere Informationen unter twitter.com/achtung und twitter.com/Mirko_Kaminski

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