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Die Nüwiel Gründer vor dem Northern Institute of Technology: © NIT/Hauke Gilbert

Startup Nüwiel: Drei Hamburger Ingenieure erfinden das Rad neu

Wo der intelligente Fahrradanhänger auftaucht, sorgt er für Begeisterung. Die Hamburg News haben die Startup-Mitbegünderin Natalia Tomiyama getroffen

Das Startup Dock der Technischen Universität Hamburg (TUHH) ist eine wichtige Innovationsschmiede der Region. Hier arbeiten junge Gründerteams an neuen Geschäftsmodellen, die patente Lösungen für altbekannte Probleme liefern. Eines dieser Startups ist Nüwiel. Die Gründer, die Ingenieure Natalia Tomiyama, Fahad Khan und Sandro Rabbiosi, wollen mit einem intelligenten, elektrobetriebenen Fahrradanhänger Lärm, Staus und Luftverschmutzung vermeiden. Ein Gespräch mit Mitbegründerin Natalia.

Hamburg News: Natalia, in der vergangenen Woche habt ihr es sowohl beim Gründergeist-Wettbewerb in Hamburg als auch bei der Food & City Challenge im texanischen Austin aufs Treppchen geschafft. Wirken sich diese Erfolge bereits positiv auf euer Geschäft aus?

Natalia: Auf jeden Fall! Wir haben gerade einen wirklich guten Lauf. Bei den Wettbewerben geht es in erster Linie darum, unser Netzwerk zu erweitern. Natürlich loten wir dabei auch unser Marktpotenzial aus. Bei der Food & City Challenge haben wir gleich mehrere Interessenten für unsere Transportlösung gewonnen, obwohl die Lebensmittelauslieferung gar nicht unser erster Zielmarkt war.

Hamburg News: In wenigen Wochen reist du stellvertretend für das Team zur internationalen Kreativmesse South by South West und damit zum zweiten Mal nach Austin. Wie kommt Nüwiel auf dem amerikanischen Markt an?

Natalia: Um in den USA zu überzeugen müssen wir unser Pitch Deck anpassen. Wenn wir in Deutschland mit einer nachhaltigen Transportlösung werben, die Luftverschmutzung und Lärmbelästigung reduziert, stoßen wir damit auf großes Interesse. In den Staaten treffen wir dagegen eher auf offene Ohren, wenn wir von einer praktischen Lösung zur Staubekämpfung berichten. Wir werden auf der South by South West definitiv auffallen – allein schon, weil sich unser Produkt viel leichter vor Ort testen und präsentieren lässt, als zum Beispiel die vielen Apps, die dort vorgestellt werden.

Hamburg News: Was bedeutet denn eigentlich der Name Nüwiel?

Natalia: „Nü“ ist plattdeutsch und bedeutet „neu“. „Wiel“ ist der holländische Ausdruck für „Rad“.

Hamburg News: Eurem Namen nach habt ihr also das Rad neu erfunden?

Natalia: Ja, das kann man so sagen. Motorisierte Lastenträger gibt es zwar bereits, aber unsere intelligente Technologie ist einzigartig. Die von uns entwickelten Sensoren messen die Distanz zwischen Fahrrad und Anhänger. Geht es zum Beispiel steil bergab senden sie ein Signal über das Kontrollsystem an die Bremsen. Geht es bergauf gelangt das Signal zum Motor. Dadurch weiß der Anhänger genau, wann zu beschleunigen und wann zu bremsen ist. Der Fahrer merkt das Gewicht des Lastenträgers nicht und ist viel sicherer unterwegs.

Hamburg News: Wie ist die Idee zu Nüwiel entstanden?

Natalia: Die Idee kam Sandro, als er nach einer umweltschonenden Alternative suchte, um seine Kinder durch die Stadt zu fahren. Im Team stellten wir fest, dass die Entwicklung eines Anhängers für Kinder deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die eines Lastenträgers, etwa für die Paketzustellung. So haben wir die Entwicklung eines Kinderanhängers zunächst hinten angestellt. Aktuell stehen wir kurz vor dem Start einer Pilotphase mit vier Kunden aus der Logistikbranche, die unseren ersten Leichtlastenanhänger mit einem Zulassungsgewicht von 100 bis 120 Kilogramm testen werden. Spätestens in fünf Jahren wollen wir so weit sein, einen völlig autonomen Transporter anzubieten – vorausgesetzt der rechtliche Rahmen ist bis dahin gegeben.

Das Interview führte Christin Apenbrink

Quellen und weitere Informationen:
www.nuwiel.de
www.tuhh.de/startupdock

Hamburg Startups - Die Helfer im Hintergrund

Einen maßgeblichen Beitrag zum gefüllten Terminkalender der Nüwiel-Gründer leistet Hamburg Startups. Die private Initiative, die sich für eine effektive Vernetzung und Sichtbarkeit der Hamburger Startup-Szene einsetzt, stellte den ersten Kontakt zu den Veranstaltern der Food + City Challenge her. Auch das Ticket zur South by Southwest wurde von Hamburg Startups gesponsert. Das Team rund um die Gründerinnen Sina Gritzuhn und Sanja Stankovic bietet eigene Event-Formate, wie den Startups@Reeperbahn Pitch und dem Hamburg Startups Mixer. Zudem hat die Initiative eine Plattform etabliert, die eine transparente Darstellung aller Hamburger Startups bietet – dem Hamburg Startup Monitor. Das Team möchte sich mit dem regelmäßigen Monitoring der Startup-Szene für die internationale Wahrnehmung der Stadt Hamburg als Gründermetropole einsetzen. Eine Übersicht mit über 600 Hamburger Startups ist im Hamburg Startup Monitor zu finden. Weitere Informationen unter www.hamburg-startups.net und www.monitor.hamburg-startups.net.

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