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solutions.hamburg: So gelingt der digitale Wandel

3 Tage, rund 3000 Teilnehmer, 500 Speaker - auf der Digitalkonferenz ging es um die Zukunft. Experten verrieten: Das ist der größte Feind der Transformation

221 Mal wird durchschnittlich täglich das Smartphone aus der Tasche geholt*. Die Angst, bei nachlassender Akkuladung in kommunikativer Hinsicht in wenigen Sekunden auf Steinzeitniveau zurückzufallen, ist nicht nur bei Führungskräften ausgeprägt. Das Smartphone bestimmt unseren Alltag – und auch immer mehr Geschäftsmodelle. “Wir leben im Zeitalter der Datenströme. Daten sind in dem Moment veraltet, in dem sie entstehen”, so der Journalist und Blogger Sascha Lobo in seinem Impultsvortrag auf der solutions.hamburg, die am Freitagabend mit einem Sommerfest zuende ging. Jeder Unternehmer müsse sich fragen, “welcher Datenstrom transformiert eigentlich mein Geschäftsmodell?”

Im Mittelpunkt der Digitalkonferenz stand die Frage, wie der digitale Wandel gerade in traditionellen Unternehmen gelingen kann. Dabei ging es auch um die größten Hindernisse, die “Feinde einer gelungenen Transformation”.

Ohne Akzeptanz der Mitarbeiter geht es nicht

Motto der Konferenz in diesem Jahr: Digitalisierung ist Mannschaftssport für Unternehmen. Erst wenn verschiedene Fachbereiche an einem Strang ziehen, kann die technische Umsetzung gelingen, so die These. “Das ist eine richtige und wichtige Feststellung, übrigens nicht nur für Unternehmen. Die Digitalisierung zieht die größte individuelle Veränderung in unserem Arbeitsleben nach sich, aber sie sorgt auch für die größte gesellschaftliche Umwälzung unserer Zeit”, so Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz in seiner Eröffnungsrede am Freitag.

“Denn die Möglichkeiten digitaler Technologien sorgen ja nicht nur dafür, dass es eine neue technische Basis gibt, um alles das zu machen, was wir bisher gemacht haben. Nein, die digitale Technik ermöglicht uns Dinge, von denen wir bis vor kurzem gar nicht wussten, dass es sie geben kann. Die kommunikative Vernetzung von Menschen und Maschinen, die Schnittstellen im öffentlichen Raum, neue Geschäfts- und Arbeitsmodelle – die Liste der Neuerungen ließe sich beliebig fortsetzen.” Die zentrale Frage sei nun der Umgang mit dem Wandel.

Gute Nachricht für Hamburg

Fünf themen.parks auf der solutions boten Vorträge und Präsentationen zu den Themen Logistik, eHealth, Internationalisierung und Industrie 4.0. Zum ersten Mal veranstaltete die Silpion Events GmbH in diesem Rahmen den Digital Health Dialogue. Das Event sollte zeigen, wie sich digitalisierte Prozesse und Arbeitsweisen im medizinischen Bereich auf den Menschen auswirken und welche neuen Möglichkeiten sich daraus für die Gesundheitswirtschaft ergeben. Gute Nachricht für Hamburg: Philips gündet einen Campus für Medica-Startups direkt im Philips Headquarter in Hamburg Fuhlsbüttel – der „Health Innovation Port“. Hamburgs erster Coworking Hub mit Fokus auf eHealth, Gesundheit und Medizintechnik soll im 1. Quartal 2017 an den Start gehen. Das wurde am Donnerstag im Rahmen der solutions.hamburg bekanntgegeben.

Digital-Metropole Hamburg

Beste Voraussetzungen für Hamburg: Hier arbeiten 3,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologie-Berufen. Scholz: “Nach BITKOM-Angaben ist Hamburg damit im Ländervergleich mit deutlichem Abstand die Nummer eins.”

Die Fachkräfte brauchen wir aber auch, wenn wir in der Digitalisierung weiter ganz vorne sein wollen als ein Top-Standort der digitalen Branche, so Scholz weiter. “Hamburger Unternehmen wie Xing oder Parship sind weit über die Stadt hinaus erfolgreich. Renommierte deutsche und internationale Unternehmen wie SAP, Adobe oder IBM betreiben in Hamburg eigene Entwicklungsabteilungen. Mit etwa 10.000 Unternehmen und rund 50.000 Erwerbstätigen zählt die IT-Branche in der Hansestadt zu den bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren.”

Der größte Feind des Wandels

Sascha Lobo, der seine Zuhörer mit Beispielen aus dem Land der digitalen Machbarkeiten bestens infotainte, berichtete zum Beispiel von Tabletten mit einem Mini-Sensor, der Daten direkt an das Smartphone sendet, sobald er mit der Magensäure in Kontakt kommt. Weiter gedacht gehen die Daten möglicherweise dann auch gleich an Arzt oder Krankenkasse.

Sein Tipp an Unternehmen: Auf jeden Fall Abschied nehmen vom one-size fits all-Denken. Der Glaube an allgemeingültige Patentrezepte sei für ihn der größte Feind des digitalen Wandels. Auch die Erfolgsfixiertheit mancher Manager könnte ein Hindernis in der Zukunft darstellen. “Wir brauchen eine neue Fehlerkultur”, so Lobo. Kleine, unabhängige, schnelle Einheiten seien künftig in Unternehmen gefragt. Und diese müssten experimenieren und vor allem auch scheitern dürfen, so der Blogger, der gleich 9 Thesen aus seinem neuen Buch präsentierte. Lobo: “Ohne das geht es nicht. Wir müssen uns voranscheitern dürfen”.

Nach Angaben der Welt, in diesem Jahr Medienpartner das Veranstaltung, kamen rund 3.000 Besucher in den 3 Tagen (7.-9.9.) auf das Gelände des Hamburger Kulturzentrums Kampnagel, außerdem 500 Speaker und 150 Aussteller.
kk

Quelle und weitere Infomationen:
www.solutions.hamburg
(Zahlenangabe: Sascha Lobo)

Gründen in der Digital-Metropole Hamburg

Zunehmend prägen in der Hansestadt auch Startups das digitale Geschehen. In Hamburg gibt es besonders viele Gründungen. Das Netzwerk an potenziellen Partnern, Dienstleistern und Kunden ist groß. Dieser kreative Nährboden gepaart mit einer gut ausgebauten Förderstruktur wird von vielen Gründern als Standortvorteil genannt.

In der Kaufmannsstadt Hamburg stehen die Chancen für Existenzgründer gut, mit ihren Ideen auch solvente Geldgeber zu finden. Die hohe Wirtschafts- und Kaufkraft der Hamburger sorgt für einen attraktiven lokalen Markt für Startups. Nicht nur im Bereich eCommerce, auch zum Beispiel in der Medienwirtschaft. Mit großen Verlagshäusern wie Gruner +Jahr und der Spiegel-Gruppe auf der einen, mit internationalen Online-Playern wie Google, Facebook und Twitter auf der anderen Seite wachsen Startups in eine Infrastruktur hinein, aus der sich Synergien für das Wachstum ergeben können. Viele Hamburger Gründungen wurden zu international agierenden Unternehmen: InnoGames, Bigpoint, Facelift, Jimdo oder myTaxi, Dreamlines, Kreditech oder Sonormed sind einige Beispiele.

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