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Findeling Gründer Florian Schneider und Katharina Walter  - © Findeling / Lina Gerke

Slow Fashion und Buy local: Findeling hilft lokalen Händlern

Shopping bis in die Nacht und Gutscheine für inhabergeführte Läden - ein Geschäftsmodell nicht nur für Lokalpatrioten

Weihnachtszeit ist Umsatzzeit – das gilt sowohl für die großen Einzelhandelsketten als auch für kleine, inhabergeführte Geschäfte. Doch gerade vorweihnachtliche Rabattschlachten wie der Black Friday machen den lokalen Anbietern zu schaffen. Die Gründer des Hamburger Startups Findeling wollen den kleinen Geschäften – vom hippen Designstore bis zum nostalgischen Buchladen – jetzt in der Weihnachtszeit, aber auch ganzjährig unter die Arme greifen. Mit ihrer Idee einer Plattform, auf der inhabergeführte Geschäfte sichtbar werden, starteten Katharina Walter und Florian Schneider im Februar 2015. Nutzer können mit Hilfe der Findeling-App individuelle Angebote entdecken, Geschäftsführer erhalten eine unkomplizierte Werbeplattform.

Launch eines Shop Recommenders

Die Anwendung sei in ihrer Funktionsweise an die Instagram-App angelehnt, erklärt Katharina Walter. „Die Inhaber können Findeling intuitiv und wenig aufwendig bedienen. Sie posten zum Beispiel Fotos ihrer neuen Produkte“, sagt die Wirtschaftspsychologin. Für die potenziellen Kunden werde der Nutzen der App ständig erweitert. „Vor Kurzem haben wir einen Shop Recommender gelauncht“, sagt Walter. Das neue Tool schlage auf Basis generierter Daten auf den Nutzer zugeschnittene Läden in der Stadt vor. In Zukunft soll auch die Kaufabwicklung der Produkte direkt über die App möglich werden. Ein erster Schritt dorthin sei die nun eingeführte Funktion, über die App Produkte in den Onlineshops der kleinen Läden kaufen zu können. Auch die Idee eines Chats, in dem sich Kunden Produkte zurücklegen lassen können, soll zeitnah verwirklicht werden.

Spezieller Fokus auf Slow Fashion

„Im letzten Jahr ist viel im Bereich von Online-Plattformen für lokale Geschäfte passiert“, sagt die Gründerin. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bestünden mittlerweile 40 bis 50 ähnliche Konzepte. „Unser Alleinstellungsmerkmal besteht in dem speziellen Fokus auf nachhaltige Produkte und Slow Fashion“, sagt Walter. In der Findeling-App können lokale Produkte und Geschäfte nach speziellen Gütesiegeln wie „Bio“, „Vegan“, „Handgemacht“ oder „Upcycling“ gefiltert werden. Da die User den Läden, die über Findeling posten, folgen können, schaffe die App auch ein aktives Netzwerk zwischen Inhabern und Kunden.

Besondere Aktionen

Jetzt zur Weihnachtszeit startet das Findeling-Team, das mittlerweile um drei feste Mitarbeiter gewachsen ist, besondere Aktionen. So fand am 1. Dezember ein Christmas Shopping Special im Rahmen der bereits seit Juli laufenden Nachtshopping-Aktion „Kleine Läden in der Nacht“ statt. Mehr als 150 inhabergeführte Geschäfte, 60 davon in Hamburg, luden an einem Donnerstagabend zum Weihnachtsshopping bis 22 Uhr ein. Zudem gibt es seit diesem Monat Findeling-Gutscheine, die in hunderten von teilnehmenden Läden in Berlin, Hamburg und Köln einlösbar sind.

Über 700 teilnehmende Geschäfte

Die Geschichte von Findeling begann in Hamburg – obwohl Schneider und Walter ihr Masterstudium in Köln absolvierten. „Die Hamburger sind sehr lokalpatriotisch und unterstützen den örtlichen Handel“, sagt die Gründerin. Deswegen sei die Hansestadt als Standort ihre erste Wahl gewesen. Mittlerweile hat das Findeling-Team ein Netzwerk in Hamburg, Berlin und Köln mit über 700 teilnehmenden inhabergeführten Geschäften aufgebaut – über 400 davon in Hamburg. Mit Stuttgart und München soll Findeling als nächstes auch den Süden Deutschlands erobern. „Danach möchten wir in weiteren europäischen Großstädten Fuß fassen“, sagt Walter.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.findeling.de/hamburg
www.kleinelaedenindernacht.de

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