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Köhlbrandbrücke - © www.mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier

Selbstfahrende Autos: Hamburg wird zum Testgebiet

Das Bundesverkehrsministerium treibt die Entwicklung der neuen Technologie voran. Bisher finden Versuche vorwiegend auf Autobahnen statt

Hamburg wird neben fünf weiteren deutschen Städten zum Testgebiet für selbstfahrende Autos. Wie der NDR am Montag berichtete, bestätigte das Bundesverkehrsministerium die Teilnahme der Hansetstadt an der Pilotphase. Eine entsprechende Ankündigung hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in der „Bild am Sonntag“ gemacht. Neben Hamburg sollen demnach in ein paar Jahren auch in München, Ingolstadt, Düsseldorf, Dresden und Braunschweig automatisierte Fahrzeuge unterwegs sein. Ziel der Testphase ist es, zu erproben, ob die selbstfahrenden Autos spezielle Hürden des Stadtverkehrs, wie Ampeln und Kreuzungen, erkennen können. Versuche zum autonomen Fahren finden bislang vor allem auf den vergleichsweise weniger komplex angelegten Autobahnen statt.

80 Millionen Euro für Forschungsvorhaben

„Automatisierte Fahrsysteme setzen sich Schritt für Schritt durch. Der automatische Bremsassistent oder die digitale Technik sind heute schon Realität. In fünf Jahren werden wir hochautomatisierte Systeme serienmäßig haben, die unsere Autos digital über die Autobahn lenken“, sagte Dobrindt zum Start eines Förderprogramms für automatisiertes Fahren vor wenigen Wochen. Im Rahmen dieses Programms plant das Verkehrsministerium entsprechende Forschungsvorhaben bis 2020 mit insgesamt 80 Millionen Euro zu unterstützen.

Unfälle mit selbstfahrenden Autos

Und doch mehren sich auch die Stimmen der Kritiker, die moralische Bedenken am Einsatz selbstfahrender Autos äußern. Diskutiert werden Situationen, in denen automatisierte Fahrzeuge über Menschenleben entscheiden könnten – etwa wenn ein Fahrzeug einem Kind ausweicht und dabei in den Gegenverkehr steuert. Angefacht wurde die Debatte in den vergangenen Wochen durch bekannt gewordene Unfälle der autonom fahrenden Fahrzeuge der Marke Tesla in den USA. Der Zusammenprall mit einem LKW endete für den Fahrer eines auf Autopilot gestellten Tesla-Elektroautos sogar tödlich.

Ethik-Kommission soll Bedenken prüfen

Im Interview mit der „Bild am Sonntag“ versicherte Dobrindt, dass es bei unausweichlichen Unfallsituationen keine Klassifizierung von Personen geben werde, etwa nach Größe oder Alter. Für den Verkehrsminister überwiegt die Einschätzung, dass automatisierte Systeme die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt reduzieren könnten. Über moralische Fragen werde künftig eine Ethik-Kommission unter dem Vorsitz des früheren Bundesverfassungsrichters Udo di Fabio entscheiden.
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.ndr.de
www.bmvi.de

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