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Wirtschaftsförderer und Projektmanager von gamecity:Hamburg: Stefan Klein - © Stefan Klein

„Neue Erlösquellen für die Games-Branche”

Virtual Reality, Indie Studios und internationales Recruiting – Stefan Klein von gamecity:Hamburg im Interview mit Hamburg News über Trends in der Branche

Am 31. März 2016 richten die Medienrechtskanzlei Graef und das Branchennetzwerk gamecity:Hamburg bereits zum siebten Mal die Hamburg Games Conference zu Trends und Themen aus der Gaming-Industrie aus. Stefan Klein, Wirtschaftsförderer und Projektmanager von gamecity:Hamburg, im Interview zur Zukunft der Games-Branche.

Hamburg News: Welche Themen stehen auf der Games Conference im Fokus?

Klein: Wir werden uns verstärkt mit Virtual Reality-Technologien beschäftigen. Virtual Reality – kurz VR – bedeutet, dass mithilfe eines Tools, zum Beispiel einer Brille oder einem Mobiltelefon, ein intensives Spielerlebnis erzeugt wird. Der Nutzer tritt in die Spielwelt ein, er kann sich darin umdrehen oder nach Objekten greifen. Diese Technologie ist faszinierend. Sie steht allerdings noch ganz am Anfang. Auf der Games Conference wollen wir ausloten, welche Potenziale und Hürden diese Technologie birgt. Vor allem wollen wir Schnittstellen zu anderen Branchen zeigen. Mithilfe der VR-Technologie könnten Nutzer sich zum Beispiel die Innenräume von Flugzeugen oder Kreuzfahrtschiffen so anzuschauen, als ob sie tatsächlich dort wären. Mit großen Unternehmen als Kooperationspartner sehen wir völlig neue Erlösquellen für die Games-Branche.

Hamburg News: Welche weiteren Trends sehen Sie in der Branche?

Klein: Wir erleben momentan sehr starke Zuwachsraten bei den Spielen auf mobilen Endgeräten. Die großen Hamburger Studios, wie InnoGames, Goodgame Studios, Bigpoint oder Gamigo, verdienen ihr Geld inzwischen überwiegend mit Spielen, die auf Tablets und Smartphones gespielt werden. Mit den mobilen Spielen ist aber auch eine ganz neue Entwickler-Kultur entstanden: die sogenannten Indie Developer. Das sind gut ausgebildete junge Leute, die sich mit kleinen Studios selbstständig machen. Mobile Online-Spiele sind relativ günstig in der Entwicklung. Über die App-Stores bietet sich zudem ein einfacher Vertriebsweg. Das macht es den jungen Gründern leichter selbstständig zu arbeiten.

Hamburg News: Werden Indie Developer von gamecity:Hamburg gefördert?

Klein: Wir unterstützen diese Entwicklung, indem wir zum Beispiel gezielt Workshops für die jungen Unternehmer anbieten. Die „Indies“ sollen erfahren, wie sie ihre Produkte richtig am Markt platzieren und, wie sie Managementfehler vermeiden. Viele der Indie Studios sind noch sehr klein, bestehen aus vier bis fünf Mitarbeitern und können gerade so ihre Kosten decken. Wir wollen daran arbeiten ihre Konzepte rentabel zu machen. Indie Developer gibt es vielerorts, aber meistens dort, wo den jungen Leuten gute Ausbildungwege geboten werden. Das leistet Hamburg zum einen mit dem privaten Studienangebot des SAE Institute, zu anderen mit dem Masterstudiengang “Games” an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Hamburg News: Bundesweit fehlt es in der Games-Industrie an Fachkräften. Wie geht man in Hamburg mit diesem Problem um?

Klein: Auch in Hamburg ist der Fachkräftemangel ein Thema. Große Studios, wie InnoGames oder Goodgame Studios, können es sich leisten, ihre Mitarbeiter international zu rekrutieren. Die meisten Developer haben ihre Unternehmenssprache mittlerweile auf Englisch umgestellt, sodass es ausländischen Fachkräften leichter fällt Fuß zu fassen. Natürlich werden auch bundesweit neue Talente gesucht. Der Nachwuchs von den Universitäten kann gar nicht schnell genug kommen. Die Games-Masterabsolventen hier aus Hamburg werden bereits vor dem Abschluss gescoutet und haben dann schon einen Arbeitsplatz sicher.

Hamburg News: Ihr persönliches Highlight auf der Games Conference?

Klein: Es werden viele spannende Vorträge dabei sein. Besonders freue ich mich auf den Referenten Oliver Rößling von Absolute Software. Die Hamburger Digitalagentur arbeitet sehr fortschrittlich im Bereich VR. Da werde ich sicherlich einige neue Einblicke erhalten. Ich bin immer gespannt, was sich am Standort Hamburg Neues tut.

Das Interview führte Christin Apenbrink

Über gamecity:Hamburg

gamecity:Hamburg ist mit über 2.000 Akteuren das größte regionale Netzwerk der Games-Branche in Deutschland. Als Projekt der Initiative nextMedia.Hamburg, kümmert sich gamecity:Hamburg um optimale Standortbedingungen in der Hansestadt. Zu den Zielgruppen zählen Entwickler und Publisher von Computer, Konsolen- und Handyspielen sowie verwandte Branchen wie die Werbewirtschaft, technische Dienstleister, Online-Agenturen und die Musik- und Filmwirtschaft aus Hamburg und Europa. Das Netzwerk hilft Unternehmen, Kooperationen und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Darüber hinaus unterstützt gamecity:Hamburg die lokale Branche mit einem umfassenden Serviceangebot, bestehend aus Workshops, Branchentreffen, gemeinsamen Messeauftritten im In- und Ausland, Recruiting Touren, günstigen Büroflächen, Beratung für Startups sowie Qualifizierungsmaßnahmen. Weitere Informationen auf www.gamecity-hamburg.de.

Infografik zum Games Standort Hamburg: www.nextmedia-hamburg.de

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