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Fernsehturm - © www.mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier

Der Hamburger NDR baut seine Barrierefreiheit aus

Dazu gehören neben mehr Untertiteln auch Programme in „leichter Sprache“ für Migranten und Menschen mit Leseschwächen

Der Norddeutsche Rundfunk mit Sitz in Hamburg hat sein barrierefreies Programm erweitert. Der Senderverfolgt das Ziel, die Angebote möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Bei Treffen mit Vertretern der Blinden- und Sehbehinderten-Verbände sowie von Gehörlosen- und Schwerhörigen-Organisationen hat der NDR, der in der ARD die Federführung bei barrierefreien Angeboten hat, in Hamburg Bilanz des bislang Erreichten gezogen und die nächsten Schritte vorgestellt.

76 Prozent des Programms mit Untertiteln

Viel Lob von den Verbänden gab es dabei vor allem für die Untertitelung im NDR Fernsehen. “Der NDR ist in Deutschland führend, wenn es darum geht, wie Barrierefreiheit gestaltet werden kann. Das gilt vor allem bei der Untertitelung von Fernsehsendungen”, so Thomas Zander, Bundesreferent Barrierefreie Medien beim Deutschen Gehörlosen-Bund. “Wir freuen uns sehr, dass die Verbände unsere Bemühungen anerkennen”, sagt Niels Rasmussen, Leiter der AG Barrierefreiheit der ARD. Schwerhörige und gehörlose Menschen können mittlerweile durchschnittlich 76 Prozent des NDR Fernsehprogramms mit Untertiteln verfolgen – 2012 waren es noch 42 Prozent.

Mehr Kinderprogramm in Gebärdensprache

Bei den Angeboten in Gebärdensprache wird der NDR die Kindernachrichten von NDR Info, ein bereits mehrfach ausgezeichnetes Projekt, auch nach den Sommerferien auf NDR.de fortsetzen. Gleiches gilt für die Musikvideos in Gebärdensprache. In der zweiten Jahreshälfte sollen zehn neue Lieder produziert werden. Außerdem wird die Dolmetscherin Laura Schwengber bei drei Stationen der NDR Sommertour live auf der Bühne Lieder gebärden.

Viele positive Ansätze

Auch bei der Audiodeskription hat der NDR erneut einen Schritt nach vorne gemacht. 12,5 Prozent des Hauptabendprogramms sind mittlerweile mit einer Hörfilmfassung versehen. Als erste Landesrundfunkanstalt ist der NDR in die Live-Audiodeskription eingestiegen, die in diesem Jahr auch wieder beim “Eurovision Song Contest”, bei der “Echo”-Verleihung und bei der Spielshow “Klein gegen Groß” umgesetzt wurde. “Ein großes Dankeschön an den NDR. Das Thema Audiodeskription wird weiter intensiv vorangetrieben. Es gab in den vergangenen Monaten viele neue positive Ansätze. Ich freue mich, dass der NDR hier sehr mutig ist”, sagt Hans-Werner Lange, Vizepräsident des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes.

Übersetzung komplizierter Texte

Neu im Bereich der Barrierefreien Angebote ist die “Leichte Sprache”. Die ersten Beiträge gingen im Rahmen des “Thementag Alphabetisierung” am 30. April online, darunter das Projekt “Der NDR in Leichter Sprache”. “Das neue Angebot richtet sich an Menschen, für die Texte häufig zu kompliziert geschrieben sind”, sagt Ursula Heerdegen-Wessel, Leiterin der Redaktion Barrierefreie Angebote im NDR. “Die 'Leichte Sprache’ hilft ihnen, diese Texte besser zu verstehen. Sie ist damit ein Mittel der Barrierefreiheit.” Von der “Leichten Sprache” profitieren unter anderem Menschen mit Behinderung, aber auch solche mit Lese- und Schreibschwäche sowie Migranten.
pk/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.ndr.de

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