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Gärflasche - © Lars Franzen, larsfranzen.com

“Made in Hamburg”: Diese DIY-Trends sind ziemlich hanseatisch

Strickpullis und Erdbeermarmelade sind Schnee von gestern - DIY heißt heute Bier brauen und Handys entwerfen

Dass “Do It Yourself” (DIY) ein Trend ist, beweist ein Blick ins Netz. Hier tummeln sich zahllose Blogger, die ihre Leser mit den neusten Tipps und Ideen aus der kreativen Handmade-Szene versorgen. So beschreibt die Hamburgerin Meike alias “FrauCrafteln” in einem aktuellen Blogeintrag, wie man den richtigen Schnitt für den selbstgenähten Sommerrock findet. “elbmadame” zeigt DIY-Dekoideen, die sie von ihren Reisen mit nach Hamburg bringt. Doch der Selbstmachtrend ist nicht nur in der Bloggersphäre ein Thema: Hamburger Startups machen den Hype ums Hausgemachte mit neuen Themen zum Geschäftsmodell.

Der Stolz, etwas selbst erschaffen zu haben

Die Vollkorn Internet GmbH will hochwertige Brotsorten zum Produkt des eigenen Backofens machen. In ihrem im März 2016 gelaunchten Onlinestore „Meisterwerk“ bieten die Gründer Sophie Oestreich und Hanno v. d. Decken verschiedene Brote, darunter auch vegane, gluten- und laktosefreie Rezepturen, in Backsets für zu Hause an. „Die Idee kam daher, dass wir die gängigen Brotbackmischungen weder spannend noch zeitgemäß finden. Der Trend geht ja zum Selbermachen und dem echten Erleben von ursprünglichen Dingen”, erklärt Marketing-Chefin Oestreich im Gespräch mit den Hamburg News. Meisterwerk rege dazu an, individuelle Kombinationen und Formen auszuprobieren, sodass am Ende ein individuelles Produkt und “der Stolz, etwas selbst erschaffen zu haben” stehe.

Jenseits des Mainstreams

„Do it yourself“ heißt es auch bei den beiden Hamburger Gründern Kathy Gabel und Jörg Iversen. Mit der „Braubox“, die sie über ihren Onlinestore „Besserbrauer“ vertreiben, soll das Bier den heimischen Herd erobern. Das DIY-Set enthält neben den Basiszutaten Hopfen, Malz und Hefe auch eine 5-Liter-Gärflasche aus Glas und spezielles Bierbrauer-Equipment, wie etwa ein Glasthermometer oder eine Abfüllpumpe. Angeboten werden verschiedene Biersorten, darunter Pale Ale, Dunkles, Helles oder Frühlingsbock. Die gesamte Prozedur soll rund fünf Stunden Heimarbeit erfordern. „Handwerklich gebraute, qualitativ hochwertige Biere jenseits des Mainstreams sind aktuell schwer angesagt“, meinen Gabel und Iversen. Bier zu Hause brauen werde daher immer gefragter.

Fabbing als globaler Trend

Die Lust aufs Hausgemachte beschränkt sich jedoch keineswegs auf Kulinarisches. Neben Möbeln und Mode macht der Selbstmachtrend auch vor Technik-Themen nicht Halt. In der Fachsprache ist das Phänomen auch als “Fabbing” bekannt. Mit Hilfsgeräten, wie 3D-Druckern oder Lasercuttern, werden technische Produkte – vom Handy bis zum Roboter – nach individuellen Vorstellungen entworfen und produziert. Der Trend stammt aus den USA und hat seit mehreren Jahren auch in Deutschland Fuß gefasst. Mit der Idee Fabbing einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen, ist der Fab Lab Fabulous St. Pauli e.V. Teil der globalen Bewegung.

In vielen Großstädten haben sich die Werstätten angesiedelt, in denen jedermann technische Entwürfe umsetzen kann. Der Hamburger Fab Lab bietet regelmäßig Workshops an, in denen sich auch Anfänger mit den Hilfswerkzeugen des Fabbings vertraut machen können.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.crafteln.de
www.elbmadame.de
www.meisterwerk.com
www.besserbrauer.de
www.fablab-hamburg.org

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