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Leihen statt Kaufen: LifeThek mit Share Economy-Idee erfolgreich

Vom Laubsauger bis zum Holzspalter: Hamburger Startup geht mit Leihportal auf neues Konsumverhalten ein

Für die gelungene Weihnachtsfeier fehlt vielleicht noch ein Pavillon, um es den Rauchern draußen gemütlich zu machen. Die anderen Gäste gesellen sich währenddessen drinnen um das Fonduekarussel. Um das Feuerholz für den Kamin zu besorgen, war schon vorher ein Holzspalter nötig und die Einfahrt machte der Laubsauger blitz blank. Viele Dinge für solche Gelegenheiten werden nur sehr selten genutzt und liegen dann oftmals für die restliche Zeit in Kellern und Garagen. Das Hamburger Startup LifeThek hat daraus eine Geschäftsidee entwickelt und bietet einen Online-Leihservice für Dinge an, die man wie etwa den Laubsauger dringend – aber eben nicht häufig braucht. Ganz nach dem Prinzip der „Shareconomy“, der Ökononomie des Teilens oder der gemeinsamen Nutzung wie etwa beim carsharing.

Leihkultur durch Nachhaltigkeitsgedanke im Konsumverhalten

Vor zwei Jahren gründete der Betriebswirtschaftler Dirk Feldmann das Startup LifeThek: „Hamburg ist für uns ein perfektes Umfeld: die Stadt hat das wirtschaftliche Potenzial, es gibt erste Sharing-Angebote und die Bereitschaft wächst, weniger zu besitzen und neue Zugangsformen zu testen“, sagt er im Gespräch mit den Hamburg News. Was sich bereits beim Carsharing etabliert, macht nun auch in anderen Lebensbereichen Schule. „Immer mehr Menschen ist der Nutzen eines Produkts mittlerweile wichtiger als der bloße Besitz.“ Beziehen können die Kunden die Produkte Online und Offline.

Einfache Abwicklung macht das Konzept attraktiv

Die Handhabe ist einfach. Wie in einem Onlineshop kann der User aus über 500 Artikeln wählen. Diese sind nach Kategorien geordnet und mit einer Tagesleihgebühr versehen. Ist das Produkt ausgewählt, kann es direkt bei LifeThek abgeholt werden. Optional kann sich der User die Dinge auch für 5,90 Euro per Post oder per Kurier nach Hause liefern lassen. Nach der Benutzung werden sie zurückgegeben und sind somit wieder für den weiteren Verleih freigegeben. Zuvor wird im Lager alles geprüft und gewartet.

Qualität der Produkte als wichtiger Faktor

„Die Kunden möchten eine Bohrmaschine, auf die Verlass ist und das Lastenfahrrad sollte die Kinder sicher transportieren.“ Feldmann achtet beim Einkauf besonders auf qualitative Produkte. Und so wie sich der Kunde auf das Produkt verlassen können soll, haben die Unternehmen einen langfristigen Marketingeffekt: „In der Zeit der Ausleihe machen die Kunden eigene Erfahrungen mit den Produkten und manche kaufen diese dann auch nach dem Leihen.“ Auch kleine Firmen haben deshalb bei LifeThek die Chance, ihre Produkte einem breiten Publikum zu präsentieren.

Das Konzept geht offenbar auf

Seit der Gründung 2012 steigt die Nachfrage und LifeThek hat mittlerweile vier festangestellte Mitarbeiter. Neben Lager und Schauräumen in Altona hat im April ein zweiter Standort in Berlin Mitte geöffnet. Dirk Feldmann sieht einen Markt für die zukünftige Entwicklung: „Die Kunden wollen Dinge des täglichen Lebens leihen, natürlich auch in anderen Metropolen. Um die Logistik auszubauen, könnten weitere Standorte nützlich sein.“ Kurzzeitig genutzte Produkte sind das ganze Jahr über gefragt, ob Werkzeuge beim nächsten Umzug oder die Campingausrüstung für den nächsten Urlaub. Und wenn wieder der Winter vor der Tür steht, können auch Schlitten für die Kleinen ausgeliehen werden.
jan/ker

Quelle und weitere Informationen:
www.lifethek.de

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